Wohnraum und Infrastruktur sind wichtig

Junge Familien mit Kindern haben besondere Ansprüche an ihren Wohnort. Symbolfoto: Wolfram Steinberg/dpa
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Junge Familien mit Kindern haben besondere Ansprüche an ihren Wohnort. Symbolfoto: Wolfram Steinberg/dpa

Wahlprüfstein: Radevormwald muss sich im Werben um junge Familien gegen andere Kommunen behaupten

Von Claudia Radzwill

Für den 13. September steht die Kommunalwahl an. Der RGA/Radevormwalder Zeitung hat Wahlprüfsteine formuliert: Fragen, zu denen sich die für den Radevormwalder Stadtrat kandidierenden Parteien äußern konnten. Heute geht es um die Frage, wie man junge Familien nach Rade lockt beziehungsweise hier hält.

CDU: Viele junge Familien wollen sich zurzeit ihren Traum nach einem eigenen Haus verwirklichen. Hier will die CDU mit dem Neubaugebiet Karthausen eine Möglichkeit bieten. Parallel dazu muss die Infrastruktur mit Kindergärten und Schulen angepasst werden. Die zahlreichen Kultur- und Sportvereine bieten ein gutes Angebot für die Freizeitgestaltung. Die CDU fordert hier auch weiterhin die Unterstützung des Ehrenamts.

SPD: Dies ist eine der wichtigsten Aufgaben der Stadtentwicklungspolitik. Sie funktioniert nur, wenn sich die Stadtentwicklung künftig anders ausrichtet. Sie muss ständig weiterentwickelt werden, muss moderne und zeitgemäße Planungsgrundlagen anwenden und sich vor allem den Lebensgewohnheiten und -situationen der Menschen immer wieder neu anpassen. Deshalb haben wir andere Stadtplaner, die diesen Prämissen gerecht werden, gebeten, Planungsvorschläge für das Neubaugebiet Karthausen zu entwickeln. Leider hat eine konservative Mehrheit im Rat es verhindert, diese Überlegungen zum Maßstab des Handelns zu machen. Insoweit wird es nur teilweise gelingen, junge Familien neu in die Stadt zu locken. Darüber hinaus ist ein umfassendes Schulangebot mit allen Schulformen und bester Ausstattung wichtig. Ein attraktives Freizeitangebot für Jung und Alt rundet das Lockangebot ab.

FDP: Die FDP spricht sich für attraktive Kitas und Schulen und die Ausweitung von Betreuungszeiten aus. Die Digitalisierung muss vorangetrieben werden. Steuern dürfen nicht erhöht werden (Gewerbe- wie Grundsteuern). Sport- und Freizeitmöglichkeiten müssen unterstützt werden.

AL: Nicht allein durch die Ausweisung immer neuer Baugebiete. Wir brauchen auch attraktiven, bezahlbaren Wohnraum im Altbausegment. Darüber hinaus ist aber mindestens ebenso bedeutsam, dass wir ein gutes Kinderbetreuungs- und Schulangebot bereithalten. An dieser Stelle wird zu viel gezögert und nicht weitblickend agiert. Außerdem ist die Anbindung der Stadt an die umliegenden Großstädte und den Regionalverkehr der Bahn dringend zu verbessern. Wir werden als Wohn- und Lebensraum nur attraktiv sein, wenn der Arbeitsplatz außerhalb Radevormwalds schnell und bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist.

UWG: Radevormwald ist eine Stadt im „Grünen“ mit einer durchaus vernünftigen Infrastruktur an Kindergärten und Schulen. Das Kultur- und Vereinsleben ist sehr vielschichtig (Kulturkreis, Musikschule, Jugendfeuerwehr bis hin zu vielen Sportvereinen) und bietet jungen Familien ein gutes Angebot. Eine ausreichende Auswahl an bezahlbarem Wohnraum und Freizeitmöglichkeiten (unter anderem Spielplätze), eine gute Nahversorgung und eine optimale Breitbandversorgung (neue Arbeitswelten) in den einzelnen Stadtteilen sind vorhanden, müssen aber weiter ausgebaut werden.

Bündnis 90/Die Grünen: Junge Familien benötigen zunächst ausreichend Kita-Plätze, auch für Kinder unter drei Jahren. Grundschulen in Wohnortnähe sind unabdingbar, ebenso alle weiterführenden Schulen einschließlich Gesamtschule. Die digitale und methodische Ausstattung sind auf dem neuesten Stand zu halten. Ausreichend Plätze für die Ganztagsbetreuung sind erforderlich. Der öffentliche Personennahverkehr ist stark verbesserungswürdig. Die Anbindung an die Nachbarkommunen ist bislang unattraktiv. Hier ist Druck auf die Betreiber angesagt. Viele ältere Eigenheimbesitzer würden sich gern verkleinern. Junge Familien benötigen größere Wohnungen und sind am Kauf einer Bestandsimmobilie interessiert. Hier könnte die Verwaltung als Vermittler fungieren.

RUA: Frei zitiert aus dem Song „Streets of London“ von Ralph McTell: Wie kannst du mir sagen, dass für dich ... die Sonne nicht scheint, komm ich nehm dich bei der Hand und führe dich durch andere Städte und du wirst deine Meinung ändern. Radevormwald ist attraktiv: Drei Flughäfen in jeweils 60 Kilometern, drei Autobahnen und die ICE-Linien über Wuppertal oder Hagen mit kostenlosen Parkmöglichkeiten. Für überregional agierende, junge Unternehmer mit jungen Familien ist dies interessant. Die Eigenheimkosten sind attraktiv. Dazu direkter Zugang zur Natur, eine hohe Lebensqualität und im Vergleich zu umliegenden Städten gute Schulen und Sportanlagen. Verbessern lässt sich die Jugendarbeit.

LF: Es ist nicht sinnvoll, junge Familien „anzulocken“, um die jungen Menschen auszugleichen, die unsere Stadt verlassen, sobald sie alt genug sind. Sie gehen, weil die Stadt kein guter Ort zum Leben für sie ist. Die Stadt muss also so gestaltet werden, dass sie allen Menschen gute Lebensbedingungen bietet. Das heißt: Die städtischen Dienstleistungen müssen funktionieren und die Grundbedürfnisse der Bevölkerung gedeckt werden - Mobilität, Wohnen, soziale Sicherheit, Kultur, Entspannung. Wenn das der Fall ist, wollen Menschen Radevormwald gar nicht mehr verlassen, ob nun jung oder alt. Ohne diese Grundlagen allerdings macht es für eine nachhaltige Stadtentwicklung keinen Sinn, Luxusprojekte anzufassen. Die Situation in der Südstadt oder auf der Brede muss gelöst werden. Deswegen stellen wir das geplante Neubaugebiet Karthausen auch den verfallenden Wohnquartieren gegenüber und kümmern uns um den öffentlichen Nahverkehr anstatt um mehr Parkplätze.

AfD: Es müssen Baugebiete zur Verfügung gestellt werden. Ein Ausbau der vorhandenen Kindertagesstätten muss erfolgen. Die Attraktivität der vorhandenen Spielplätze muss gesteigert werden. Für die Offene Ganztagsschule müssen mehr Plätze geschaffen werden.

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