Pflanzentauschbörse

Winterfeste Gewächse wechseln ihre Besitzer

Organisatorin Anne Pieper (l.) im Gespräch mit Besucherin Gisela Fischer, die größere Stauden mit gelben Blüten sucht.
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Organisatorin Anne Pieper (l.) im Gespräch mit Besucherin Gisela Fischer, die größere Stauden mit gelben Blüten sucht.

Bestes Wetter, aber weniger Besucher bei der Pflanzentauschbörse.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Die Besucher und Besucherinnen der Pflanzentauschbörse des Radevormwalder Naturschutzvereins (RBN) kommen aus der ganzen Umgebung. Karin Barufe aus Lüdenscheid sucht am Sonntagmorgen winterfeste Pflanzen für ihren Schrebergarten. Anne Pieper, Gartenfreundin und Organisatorin der Börse, hatte Astern mitgebracht – die kommen zwischen September und November in die Erde. Perfekt für Karin Barufe, die die Pflanzentauschbörse in der Bergstadt schon länger kennt. „Wir sind öfter in Radevormwald“, erzählte sie. Über Aushänge ist die Lüdenscheiderin dabei einst auf die Veranstaltung aufmerksam geworden.

Die Tore des Schulhofes der Grundschule Stadt haben sich am Morgen nicht nur für Tauschfreunde geöffnet. Wer nichts aus dem heimischen Garten zu tauschen hat, kann hier gegen einen kleinen Obolus Pflanzen erhalten. Auf den Tischen von Anne Pieper stehen zu 95 Prozent winterfeste Stauden. Wie die Astern. Auch ein Sortiment von Wildblumen- und Gemüsesamen hat sie mitgebracht.

Handy-App hilft beim Bestimmen der Pflanzen

„Die meisten Besucher und Besucherinnen gehen an den Ständen vorbei und lassen sich vom Angebot inspirieren“, erzählt sie. „Einige suchen aber auch etwas Spezielles.“ So wie Gisela Fischer. Sie suchte größere Stauden mit gelben Blüten. Und wurde fündig. Allerdings: Man muss schon wissen, dass die braunen Stauden des Rudbeckia Goldsturm im Frühjahr wieder goldgelbe Blüten hervorbringen. Gisela Fischer hat auch noch eine zweite Staude gefunden. Die hat noch ihre gelbe Blüten, den Namen kennt sie allerdings nicht. Anne Pieper hilft ihr kurzerhand beim Bestimmen der Pflanze. „Ich kenne so viele Pflanzen, aber auch nicht alle“, sagt die Gartenexpertin mit einem Schmunzeln. Doch dafür gibt es im digitalen Zeitalter eine praktische App. Per Foto steht Sekunden später fest: Bei der Staude in der Hand von Gisela Fischer handelt es sich um das „Stacheliges Sternauge“.

Welche Pilze wachsen im Garten? Melanie Schoppe weiß weiter.

Mit von der Partie ist am Sonntagmorgen auch Pilzfachfrau Melanie Schoppe. Besucher und Besucherinnen können gefundene Pilze mitbringen. „Oft wachsen im Garten Pilze und die Leute möchten wissen, ob der für Kinder oder Hunde gefährlich ist“, sagt sie. Melanie Schoppe bietet auch Pilzexkursionen in der Umgebung von Radevormwald an. Das Interesse sei groß, der kommende Oktobertermin sei schon ausgebucht.

Für Schoppe gibt es nicht nur die Frage: Essbar oder giftig?. „Ich schaue auf die Ökologie der Pilze. Was ist ihre Aufgabe? Wo sind sie zu finden? Und wie riesig ist ihre Vielfalt?“, erklärt Schoppe.

Viele Stammkunden, aber auch -beschicker sind wieder zur Pflanzentauschbörse auf den Schulhof gekommen. „Es sind allerdings auf beiden Seiten weniger als sonst“, resümiert Anne Pieper. „Das mag daran liegen, das die Veranstaltung dieses Jahr mitten in den Herbstferien stattfindet.“ Doch bei schönsten Sonnenscheinwetter dabei zu sein, das genießen alle, die dabei sind.

Das meint auch Jürgen Amreihn. Der Wuppertaler nimmt zum vierten Mal mit Sohn Bastian an der Börse teil. „Wir sind über Mund-zu-Mund-Propaganda auf Radevormwald aufmerksam geworden“, berichtet er. Mitgebracht haben Vater und Sohn Krötenlilien, auch als „Fleischfresser“ bekannt – und eine Auswahl an Gewürzpflanzen wie Estragon und Rosmarin.

Der 200 Quadratmeter große Garten zu Hause ist zu 80 Quadratmeter Nutzgarten, inklusive kleinem Treibhaus. „Wir ziehen viel eigene Pflanzen. Darunter Gemüsesorten wie Butterkohl und Mangold, die es nicht überall zu kaufen gibt“, sagt Amrhein.

Zusammen mit Anne Pieper initiiert Kathi Hentzschel, Vorsitzende des RBN, die Pflanzentauschbörse. Hentzschel informiert am Morgen am Infostand über die Vereinsarbeit. Direkt daneben gibt es selbst gepressten Apfelsaft - er stammt aus der Ernte der städtischen Streuobstwiese in Herbeck.

Hintergrund

Börse: Jeden 1. Mai und jeden zweiten Sonntag im Oktober findet die Pflanzentauschbörse des Radevormwalder Naturschutzvereins (RBN) auf dem Schulhof der Grundschule Stadt an der Carl-Diem-Straße statt.

Unterstützung: Die Eltern der Kita „Wuppermäuse“ sorgten für Kuchen und Kaffee. Der Erlös aus dem Verkauf kommt den Förderverein der Kindertagesstätte zugute.

Pilze: Pilzexpertin Melanie Schoppe hat eine eigene Website mit vielen Infos, auch über ihre Wanderungen.

www.pilz-gefunden.de

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