Natur

Ein wenig Rücksicht ist in den Wäldern geboten

Der Spielplatz am Kollenberg ist derzeit gesperrt, das Joggen im Wald ist aber erlaubt. Foto: Claudia Radzwill
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Der Spielplatz am Kollenberg ist derzeit gesperrt, das Joggen im Wald ist aber erlaubt.

Derzeit sind viele Rader in der Natur unterwegs. Förster Bernhard Priggel findet dies gut.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Die Sportstätten sind geschlossen, die Spielplätze abgesperrt. Viele Radevormwalder zieht es während der Corona-Krise jetzt in die Wälder. „Es sind sehr viel mehr Leute dort unterwegs“, bestätigt Förster Bernhard Priggel. „Auch viele Familien mit Kindern. Ich finde es sehr schön, dass sich Kinder wieder mehr im Wald bewegen, ihn erkunden.“

Bei Wintershaus und Kettlershaus bis hin zum Wiebachtal ist Förster Priggel unterwegs. Seine Beobachtung: „Viele nutzen die Wege zum Joggen oder Walken, aber auch zum Spazieren gehen.“ Dabei halten sich alle an die Kontaktbeschränkungen, die für den öffentlichen Raum gelten. Nicht mehr als zwei Personen sichtet er – ausgenommen Familien sind unterwegs. „Gruppen habe ich bisher nicht gesehen“, erzählt er.

Auch die Abstandsregelung werde auf den Wanderwegen eingehalten, sollten sich dort die Menschen begegnen. An Karfreitag war es etwas ruhiger, berichtet er. Auch an Ostermontag. Zunächst habe er sich gedacht: „Die Leute haben vielleicht die ersten schönen Tage stärker genutzt. So wie an der Bever, wenn die Saison anfängt und erst einmal alles überfüllt ist. Dann lässt es nach.“ Doch die vergangenen Tage zeigten: Es lässt nicht nach.

Von März bis Oktober gilt ein Rauchverbot im Wald

Nach wie vor nutzten die Rader den Wald vor der Tür als Sport- und Naherholungsstätte. Für das Wild, besonders die Rehe und Kitze, seien die vermehrten Besuche von Menschen auch kein Problem. „Es ist nicht so, dass sie an Menschen nicht gewöhnt sind. Sie verstecken sich einfach schnell im Dickicht.“

Ein wenig Rücksicht sei aber schon geboten. „Im April und im Mai setzen die Rehe ihre Kitze.“ Besonders durch frei umherlaufende Hunde können sie aufschrecken – und das sei nicht gut. Bernhard Priggel erinnert daher daran: „Im Wald besteht eine Anleinpflicht für Hunde.“ Nicht jeder hält sich daran, Förster Priggel hat es schon erlebt.

Das Forstamt kann beim Verstoß auch ein Ordnungsgeld gegen den Hundehalter verhängen. Das aber ist bei Bernhard Priggel noch nicht vorgekommen. „Ein netter Hinweis genügt schon“, ist seine Erfahrung.

Doch er hat noch einen anderen eindringlichen Appell an die Waldbesucher: „Kein Feuer, nicht rauchen!“ Im Moment sei der Waldboden „rappeltrocken“, da sei die Waldbrandgefahr hoch. Von März bis Oktober gelte überdies ein absolutes Rauchverbot im Wald, was nicht jedem bewusst sei.

Andere Städte berichten über mehr Menschen im Wald – und über ein vermehrtes Müllaufkommen. Bernhard Priggel stellt das in seinem Bezirk nicht fest. „An den Waldwegen finde ich keinen Müll.“ Nur an den seit Jahren schon bekannten Hotspots sei in den vergangenen Tagen der Müll wieder angewachsen. „Das sind Standorte, an denen man auch mit dem Auto halten kann“, sagt Priggel – und nennt Erlenbach und Hönde als Beispiel.

Bernhard Priggel ist auch Stadtführer in Radevormwald. 2019 hatte er erstmals eine Tour durch die Stadt mit Besuchen im Heimatmuseum an der Hohenfuhrstraße und im Bismarck-Zweirad-Museum in der Schlossmacher-Galerie angeboten – mit anschließendem Waffelessen in der alten historischen Küche des Heimatmuseums. Eine Kooperation der Naturarena und des Rader Heimat- und Verkehrsvereins. Die Resonanz war groß, 2020 sollte die besondere Stadtführung wiederholt werden. „Ein Termin steht auch schon fest. Am 30. Mai soll es so weit sein.“ Noch ist die Stadtführung nicht abgesagt. Bernhard Priggel geht aber davon aus, dass auch diese Veranstaltung im Zuge der Corona-Beschränkungen ausfallen wird.

WANDERN IN DER NATUR

RADEVORMWALD Der bekannteste Weg vor Ort ist der Wald-Wasser-Wolle Weg, gekennzeichnet mit „RA“. Er beginnt am Parkplatz Hohenfuhrstraße und führt entlang der Ortschaften Hagen und Obergrunewald vorbei an den einstigen Textilfabriken Wülfing, Schürmann & Schröder und Hardt & Pocorny sowie der Wupper-Talsperre über den Espert zurück.

WEGE Es gibt viele Wanderwege rund um Radevormwald. Tourenbeschreibungen können im Internet heruntergeladen werden.

www.dasbergische.de

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