Am 7. Februar verstorben

Weggefährten erinnern an Ulrich Haldenwang

Hans Golombek (l.), Bernhard Priggel und Gudrun Henseler erinnern an Ulrich Haldenwang, der unter anderem die 700-Jahr-Chronik ermöglichte und 2019 eine eigene Publikation veröffentlichte. Foto: Claudia Radzwill
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Hans Golombek (l.), Bernhard Priggel und Gudrun Henseler erinnern an Ulrich Haldenwang, der unter anderem die 700-Jahr-Chronik ermöglichte und 2019 eine eigene Publikation veröffentlichte.

Im Bergischen Geschichtsverein, Abteilung Radevormwald, hinterlässt er eine große Lücke.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Er hat sich für die 700-Jahr-Chronik über Radevormwald stark gemacht: Ulrich Haldenwang hat 2016 das Buch über die Geschichte der Bergstadt vorangetrieben, daran geglaubt. Federführend hat er im gleichen Jahr auch das 70. Bestehen des Rader BGV ausgerichtet. Am 7. Februar ist das langjährige Mitglied des Bergischen Geschichtsvereins, Abteilung Radevormwald, nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren verstorben. Seine Weggefährten Hans Golombek, Bernhard Priggel und Gudrun Henseler erinnern an ihn: „Er war ein engagierter Mensch, interessiert an der Geschichte, ist offen auf die Menschen zugegangen.“ Noch kurz vor seinem Tod habe Ulrich Haldenwang an einer Zoom-Vorstandssitzung teilgenommen. „Er hat mit uns in die Zukunft geschaut. Sein Tod trifft uns sehr“, sagt BGV-Vorsitzender Golombek.

Ulrich Haldenwang ist verstorben. Er arbeitete an der Rader Stadtchronik.

Im Februar 1996 trat Ulrich Haldenwang in den Geschichtsverein Radevormwald ein. In den 2000er Jahren hatte er im Vorstand das Amt des Schriftführers inne. Von 2012 an war er Vorsitzender, den Vorsitz gab er 2017 aus gesundheitlichen Gründen ab. Die Mitglieder konnten dennoch auf ihn zählen. Er blieb als Beisitzer. Und er kümmerte sich um die Veröffentlichung der Publikationen. „Als unser PC-Fachmann sorgte er fürs Layout, er setzte die Texte und Fotos“, erzählt Bernhard Priggel, der als Autor einige Bücher des BGV verfasst hat. Hans Golombek ergänzt: „Wir anderen tun uns etwas schwer mit der Technik. Ulrich Haldenwang hinterlässt eine große Lücke.“ Haldenwang verfügte auch über ein großes Foto-Archiv mit Motiven von Rade – legendär sind seine Luftaufnahmen. Auch in der 700-Jahr-Chronik sind viele dieser Bilder zu sehen. Apropos Chronik: „Das war ein großes Projekt, das Ulrich Haldenwang über drei Jahre lang begleitet hat“, blickt Bernhard Priggel zurück. „Als Organisator hat er 40 Autoren zusammengehalten. Er hat die Texte zusammengestellt, layoutet und sich um die Vermarktung gekümmert.“

„Was ihn ausmachte, war seine Freundlichkeit.“

Gudrun Henseler, BGV

Haldenwang hat in der 2. Auflage der Chronik auch selbst als Autor mitgewirkt. Ein Text widmet sich dem Wetterhahn auf der reformierten Kirche, der nach einem Sturm restauriert wurde – Haldenwang fuhr während der Arbeiten mit der Kamera ausgestattet selbst mit dem Hubwagen zur Turmspitze hoch und dokumentierte dies alles. 2019 schrieb Ulrich Haldenwang dann auch eine eigene Publikation. Das Thema: „Die Entwicklung der Textilindustrie in Radevormwald und der englischer Einfluss auf die Entwicklung im Tal der Wupper im 19. Jahrhundert“. Hans Golombek: „Es gab eine Aufforderung vom Gesamtverein, dass jede Abteilung über die ausländische Einflussnahme auf die Architektur im Bergischen Land etwas verfasste.“ Haldenwang war als Ingenieur öfter in England im Raum Manchester gewesen. „Er sagte immer zu uns, dort sieht es aus wie an der Wupper“, berichtet Golombek. So nahm sich Haldenwang des Themas an. Er recherchierte in örtlichen Archiven, ließ sich Dokumente aus England schicken. Er schrieb den Aufsatz für den Gesamtverein – danach entstand das Buch. Eine von Haldenwang organisierte Fahrt ist Hans Golombek und Bernhard Priggel ganz besonders in Erinnerung geblieben. „Es ging nach Alt-Kaster direkt neben dem Braunkohletageabbau Garzweiler“, berichten sie. Der denkmalgeschützte Ort ist quasi ein Plateau, ringsherum ist alles alles abgebaggert. Ein eindrucksvolles Erlebnis.“

Gudrun Henseler kannte Ulrich Haldenwang nicht nur als BGV-Mitglied, sondern schon seit der Schulzeit. Später, als Leiterin des Kindergartens Kottenstraße, traf sie ihn auch Vater im Elternrat. „Was ihn ausmachte, war seine Freundlichkeit. Er war ein Mensch mit Ideen und er konnte Menschen zum Mitmachen begeistern.“

Hintergrund

Der BGV Radevormwald musste coronabedingt viele Veranstaltungen absagen. 2022 soll einiges nachgeholt werden. Für den 7. Mai ist eine Fahrt zur Ausstellung „75 Jahre NRW“ nach Düsseldorf geplant. Eine Tour unter dem Motto „Industriegeschichte Sauerland“ soll am 25. Juni stattfinden. Am 20. Mai, 19.30 Uhr, Mehrzweckraum Bürgerhaus ist der Vortrag „Die Hanse und das Bergische Land“ geplant. Am 18. März, 19.30 Uhr, gleicher Ort wird zur Mitgliederversammlung eingeladen.

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