Szenario

Was wäre, wenn der Strom in Radevormwald ausfällt?

Wenn der Strom ausfällt, können Kerzen zumindest ein bisschen helfen.
+
Wenn der Strom ausfällt, können Kerzen zumindest ein bisschen helfen.

Bürgermeister Johannes Mans und Mitglieder der Verwaltung erläutern, wie sich die Stadt vorbereitet hat

Das Gespräch führte Stefan Gilsbach

Herr Mans, viele Menschen sind derzeit aufgrund der Energiekrise und dem Krieg in der Ukraine verunsichert und sensibilisiert für Katastrophenszenarien, beispielsweise, dass es größere Stromausfälle geben kann.

Johannes Mans: Aus diesem Grund möchten wir die Menschen darüber informieren, wie sich die Stadt auf eine solche Lage vorbereitet hat, aber auch darüber, was jeder Einzelne tun kann, um die Lage zu entschärfen. Es geht nicht darum, überzogene Ängste zu schüren, aber man sollte sich für den Fall der Fälle absichern und vorbeugende Maßnahmen ergreifen.

Was würden Sie den Bürgerinnen und Bürgern konkret raten?

Mans: Jeder Haushalt sollte einen Vorrat an Trinkwasser und Lebensmitteln vorrätig halten, die für eine Woche bis zehn Tage ausreichen. Es gibt detaillierte Listen, wie ein solcher Notvorrat aussehen sollte. Damit kann verhindert werden, dass es auf einen Schlag große Engpässe bei der Versorgung mit dem Lebensnotwendigen gibt. Denn auf diese Weise sind die Menschen erst einmal autark, bis die Stromversorgung wieder funktioniert.

Wo können die Bürger diese Listen einsehen?

Flora Treiber: Sie können aktuell schon auf der Internetseite der Stadt unter www.radevormwald.de unter dem Reiter „Feuerwehr und Gefahrenabwehr“ angeklickt werden, wir werden sie aber noch präsenter auf unserer Seite positionieren. Außerdem planen wir, eine Anzahl dieser Checklisten nachdrucken zu lassen und öffentlich auszulegen, damit auch Menschen, die nicht online sind, diese Übersicht erhalten.
Marc Bormann: Auch das ist ein Punkt: In einem solchen Fall stehen Informationsmöglichkeiten wie etwa das Internet nicht mehr zur Verfügung.

Wie bereitet sich die Stadtverwaltung selbst auf einen solchen Blackout vor? Denn in diesem Fall würden ja weder Internet noch Telefon bereitstehen, um sich abzustimmen.

Mans: Die Kommunikation mit den zuständigen Behörden und Einsatzkräften ist gesichert. Es stehen Satellitentelefone zur Verfügung, die auch unter diesen Bedingungen funktionieren. Natürlich fangen wir nicht bei null an, diese Pläne für Notfälle liegen bereits seit längerem in den Schubladen. Aber durch die Ereignisse der jüngsten Zeit werden diese Szenarien aktuell wieder stark diskutiert und auf den neuesten Stand gebracht.

Verfügen die Stadt und die Einsatzkräfte über Notstromaggregate wie sie etwa in Krankenhäusern für Notfälle bereitstehen?

Mans: Wir haben im Bürgerhaus ein solches Aggregat, das Notstromaggregat für das Bürgerhaus wird kurzfristig installiert, die Feuerwehrge-rätehäuser sind ebenfalls alle mit Notstrom ausgestattet.

Spielen wir das Szenario einmal kurz durch. Plötzlich fällt in der ganzen Stadt, in der ganzen Region der Strom aus. Was wären die ersten Schritte?

Mans: In diesem Fall tritt der Krisenstab zusammen, das heißt die Verwaltungsspitze und weitere Mitglieder der Verwaltung. Wenn wir uns einen ersten Überblick der Lage verschafft haben, wird entschieden, welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt nun gebraucht werden und welche Aufgaben sie übernehmen.


Aber wie ist der Krisenstab zu erreichen? Denn sicher hat nicht jeder ein Satellitentelefon.

Treiber: Die Mitglieder des Krisenstabs wissen, dass Sie nach dem Ablauf einer gewissen Frist ins Rathaus kommen sollen.
Mans: Wir sind auch darauf vorbereitet, an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet Wärmeräume einzurichten, damit die Menschen nicht der Kälte ausgesetzt sind. Sollte der Blackout sich länger hinziehen, dann kommen die Kooperationen auf der überstädtischen Ebene mit ins Spiel, wir stehen in enger Abstimmung mit der Kreisverwaltung zu diesem Thema. Im Krisenfall sind die Feuerwehrhäuser eine wichtige Anlaufstelle zur Informationsweitergabe.

Eine Sorge, die bereits von Einwohnern geäußert wurde, betrifft die Trinkwasserversorgung. Das Wasser für Radevormwald wird von der Dhünn-Talsperre geliefert und muss den Berg hochgepumpt werden. Der Trinkwasserbehälter auf dem höchsten Punkt der Stadt, in Wintershaus, reicht für ein bis zwei Tage aus, um die Stadt zu versorgen. Wie würde es dann weitergehen?

Mans: Es gibt Pläne, wie die Trinkwasserversorgung im Krisenfall überbrückt werden kann, die im Wesentlichen von den Stadtwerken erarbeitet wurden. Allerdings werden wir die Sicherheit bei der Wasserversorgung durch das Vorhalten von großen Behältern verstärken. Diese Behälter könnten zur Notversorgung genutzt.

Wie realistisch ist es, dass eine so große Krise eintritt?

Mans: Nach meiner Einschätzung ist es weniger wahrscheinlich, aber nicht völlig unmöglich. Mir ist es wichtig, dass die Bürger wissen: Die Stadt ist vorbereitet. Aber damit ein solcher Notfall gut überstanden werden kann, muss jeder sich vernünftig vorbereiten. Dann gibt es keinen Grund, in Panik zu geraten, wenn plötzlich der Strom weg ist. Und wichtig ist besonders, dass die Menschen sich hilfsbereit verhalten und in ihrem Quartier darauf achten, wer vielleicht besonders Unterstützung braucht, zum Beispiel ältere Menschen. Der Zusammenhalt ist in so einer Situation entscheidend.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Der Nikolaus kommt am 6. Dezember zu „Axel's Kiosk“
Der Nikolaus kommt am 6. Dezember zu „Axel's Kiosk“
Der Nikolaus kommt am 6. Dezember zu „Axel's Kiosk“
Auch nach langer Zeit erkennen sich die Klassenkameraden wieder
Auch nach langer Zeit erkennen sich die Klassenkameraden wieder
Auch nach langer Zeit erkennen sich die Klassenkameraden wieder
Radevormwalder sollen ihr Auto öfter stehen lassen
Radevormwalder sollen ihr Auto öfter stehen lassen
Radevormwalder sollen ihr Auto öfter stehen lassen

Kommentare