Seniorengerechtes Wohnen

Was Rade von Zürich lernen kann

Kyra Springer (5. v. r.), Koordinatorin des Trägervereins „aktiv55plus“, nahm für Radevormwald an der Studienreise nach Zürich teil.
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Kyra Springer (5. v. r.), Koordinatorin des Trägervereins „aktiv55plus“, nahm für Radevormwald an der Studienreise nach Zürich teil.

Wie seniorengerechtes Wohnen funktioniert, erlebte Kyra Springer bei einer Studienreise der Körber-Stiftung.

Von Stefan Gilsbach

Wie werden die Städte in Deutschland lebenswerter für Seniorinnen und Senioren? In Radevormwald befasst sich unter anderem der Trägerverein „aktiv55plus“ mit dieser Frage. Die Stadt Radevormwald wurde nun aufgrund der Mitgliedschaft in der Initiative der WHO „Age friendly Cities & Communities“ als erste und (noch) einzige Stadt Deutschlands und der bestehenden Beziehungen zu „aktiv55plus“ zu einer Studienreise eingeladen. „Es waren interessante, anregende, anstrengende und spannende Tage mit interessierten und interessanten Referentinnen und Mitreisenden“, schreibt Kyra Springer, Koordinatorin von „aktiv55plus“, die als Vertreterin für Radevormwald mit dabei war.

18 Stadtoberhäupter und Alters-Experten bzw. Expertinnen aus deutschen Kommunen reisten auf Einladung der Hamburger Körber-Stiftung vom 7. bis 9. September nach Zürich. Als die Einladung beim Trägerverein eintraf, beriet man sich mit der Stadtverwaltung. Volker Grossmann, Amtsleiter Soziales der Stadtverwaltung, beriet sich mit Kyra Springer, am Ende entschied man, dass die Koordinatorin an der Reise teilnehmen sollte.

Zum Konzept gehört, dassdie Parkanlage öffentlich ist

Die Teilnehmer der Expedition Age & City – wie die jährliche internationale Studienreise der Körber-Stiftung heißt – konnten ganz konkrete Einblicke in Quartiers- und Wohnprojekte bekommen, berichtet Kyra Springer. Im Kluspark etwa, einem sogenannten Gesundheitszentrum für das Alter, berichteten zwei Studierende davon, wie sie von ermäßigtem Wohnraum profitieren und im Gegenzug den älteren Bewohnern etwa beim Umgang mit digitalen Medien helfen.

Zum Konzept gehört auch, dass die Parkanlage der Wohneinrichtung öffentlich ist und Bewohner und Besucher jeden Alters hier aufeinandertreffen. „Vielfältige therapeutische Angebote sowie Lösungen für stationäre als auch ambulante Pflege sollen den Kluspark für viele Ältere mit unterschiedlichsten Bedürfnissen zu einem zu Hause machen“, heißt es im Bericht.

„Ambulant vor stationär“ – dieser Leitspruch gilt für viele Wohnkonzepte in Zürich. Ein eindrucksvolles Beispiel mit Tradition ist der Espenhof, eine Siedlung der öffentlich-rechtlichen Stiftung Alterswohnungen.

Der Espenhof und weitere 33 Siedlungen der Stiftung sollen bezahlbaren und altersgerechten Wohnraum in der Stadt bieten. Dieses Angebot existiert seit mehr als 70 Jahren. Die Zahl der Alterswohnungen soll in den nächsten Jahren kontinuierlich gesteigert werden.

Die Reisegruppe aus Deutschland konnte mit dem Hunziker Areal außerdem ein Quartiersprojekt besichtigen, das von der Wohnbaugenossenschaft „mehr als wohnen“ realisiert wurde. Auf dem Gelände einer ehemaligen Betonfabrik wurde das Projekt im Jahr 2015 fertiggestellt und hat zum Ziel, die Demografie der gesamten Stadt im Kleinen abzubilden.

Gemeinschaftliches Wohnen und gegenseitige Hilfe aller Bewohnerinnen und Bewohner werden hier großgeschrieben. Die Stadt stellt das Gelände im sogenannten Baurecht der Wohnbaugenossenschaft zur Verfügung.

Am letzten Tag war die Gruppe zu Gast im ETH Wohnforum. Dort wurden die Ergebnisse der Studie „Zuhause alt werden“ vorgestellt. „Wie auch alle anderen Themen der Reise, zeichneten sich die Ausführungen durch einen hohen Praxisbezug aus. Es ließen sich sofort Verknüpfungen zu Situationen in Radevormwald bilden“, stellt Kyra Springer fest.

„Wieder zurück in der Stadt auf der Höhe gilt es nun, den Erkenntnisgewinn auszuwerten und auf Übertragbarkeit zu prüfen“, resümiert die Koordinatorin von „aktiv55plus“. Gemeinsam mit dem Amtsleiter Volker Grossmann soll dieser Prozess nun angegangen werden.

Stiftung

Ziele: Die Körber-Stiftung wurde im Jahr 1959 durch den Maschinenbau-Unternehmer Kurt A. Körber gegründet. Zu den Themen, denen sich die gemeinnützige Stiftung widmet, gehört auch „Alter und Demografie“.

Sitz: Sitz der Stiftung ist die Hansestadt Hamburg. Andere Themen der Stiftung sind Bildung, Demokratie, Engagement und Zusammenhalt, Geschichte und Politik, Internationale Politik, Kultur und Wissenschaft.

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