Wirtschaft

Was die Sparkassen-Fusion bedeuten wird

Seit dem 1. April 2022 besteht der Vorstand der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen aus dem Vorsitzenden Christian Leege (Mitte) und den Vorstandsmitgliedern Alexander Still (links) und Thomas Voß.
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Seit dem 1. April 2022 besteht der Vorstand der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen aus dem Vorsitzenden Christian Leege (Mitte) und den Vorstandsmitgliedern Alexander Still (links) und Thomas Voß.

Vorstand erläutert, mit welchen Änderungen Kunden rechnen müssen.

Von Stefan Gilsbach

Ruhig geworden um die Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen war es in den vergangenen Monaten. Ende 2021 war bekannt geworden, dass es Fusionsverhandlungen mit der Kreissparkasse Köln gebe. Im März 2022 wurde dann überraschend verkündigt, dass die bisherige Vorstandsvorsitzende Dorothea Stabolewski vom Verwaltungsrat freigestellt worden war – wegen „unterschiedlichen Auffassungen über die strategische Ausrichtung“ des Finanzinstituts.

Der neue Vorstand begann seine Arbeit im Frühjahr dann ziemlich geräuschlos, Ende September bestätigte dann auf Anfrage unserer Redaktion die Kreissparkasse Köln, dass die Übernahme der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen zum Jahresbeginn erfolgen soll – vorausgesetzt, die Trägerkommunen und Zweckverbände haben keine Einwände.

Sehr optimistisch, dass die Fusion wie geplant kommen wird, zeigt sich jetzt der dreiköpfige Vorstand der Sparkasse: Christian Leege ist seit 1. April Vorstandsvorsitzender, ihm stehen Alexander Still und Thomas Voß als weitere Vorstandsmitglieder zur Seite. Leeges Karrierestationen waren unter anderem die Stadtsparkasse Wuppertal und die Sparkasse Jena. Bevor er die Aufgabe in Radevormwald und Hückeswagen übernahm, war Leege in leitender Funktion beim Rheinischen Sparkassen- und Giroverband in Düsseldorf tätig.

Dass die Sparkasse zuletzt wenig präsent in der Öffentlichkeit war, habe mit der besonderen Situation zu tun, erläuterte Christian Leege nun im Rahmen eines ausführlichen Gesprächs. „Wir wollten erst einmal zur Ruhe kommen“, sagt der Banker. „Einige Jahre lang war die Lage der Sparkasse angespannt.“

Genauer gesagt, seit den Jahren 2016/17. Wegen der Probleme des Finanzinstituts hatte im Jahr 2017 nach und nach der komplette Vorstand seinen Hut genommen. Für Aufregung hatte auch die Ankündigung von Filialschließungen gesorgt und die ungewöhnlich üppigen Sitzungsgelder des Verwaltungsrats und seiner Unterausschüsse.

Einen Neustart gab es im Jahr 2018 mit frischem Personal an der Spitze. Nachdem Frank Jäschke vorübergehend den Vorstandsvorsitz innehatte, übernahm 2019 Dorothea Stabolewski die Leitung der Sparkasse. Die Verhandlungen mit der Sparkasse Wermelskirchen über eine Fusion scheiterten im Jahr 2021.

Nun wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die Sparkasse vor Ort ein neues Kapitel aufschlagen. Die politischen Gremien in Radevormwald werden in der Ratssitzung am Dienstag, 8. November, über die Übernahme durch die Kreissparkasse Köln beraten, der Hückeswagener Rat am Dienstag, 22. November.

Kreissparkasse Köln hat schon viele Sparkassen übernommen

Das entscheidende Datum ist dann Montag, 19. Dezember, denn dann sollen die Zweckverbände die Fusion besiegeln. „Die technische Zusammenführung wird allerdings noch eine Weile dauern“, erklärt Vorstandsmitglied Alexander Still. Bis August 2023 soll sie perfekt sein.

Spätestens dann werden auch die Kunden der Sparkasse die Folgen der Übernahme spüren. „Die IBAN-Nummern werden geändert“, erläutert Alexander Still. Darüber werden die Kunden natürlich rechtzeitig informiert.

Ansonsten jedoch, so versichert Christian Leege, werde es für die Radevormwalder und Hückeswagener Sparkassen-Kunden keine größeren Veränderungen geben. „Beide Geschäftsstellen bleiben erhalten, ebenso die jetzige Versorgung durch Geldautomaten“, erklärt der Vorstandsvorsitzende.

Das Angebot in den beiden oberbergischen Städten werde sogar profitieren und eine „größere Leistungstiefe“ bekommen.

Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrifft, so könne man wegen der neuen Strukturen zwar nicht garantieren, dass Jede und Jeder auf seiner gewohnten Position bleiben könne, aber Entlassungen und ein Abbau von Stellen sei nicht geplant, betont Leege. „Das ist keine Fusion, bei der die Reduzierung von Kosten im Mittelpunkt steht.“

Die Kreissparkasse Köln hat zahlreiche kleine Sparkassen links und rechts des Rheins übernommen. „Es ist eine Geschichte mit 23 Fusionen“, berichtet Leege. Mit einer Bilanzsumme von rund 29 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2021 ist die Kölner Bank die zweitgrößte Sparkasse bundesweit. Von einer so stark aufgestellten Bank mit großem Eigenkapital könnten gewerbliche und private Kunden nur profitieren, sagt der aktuelle Vorstandsvorsitzende.

Rückblick

In den „Nullerjahren“ kamen aus Radevormwald und Hückeswagen noch ganz andere Töne zum Thema Fusion. Als der damalige Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Köln, ­Hans-Peter Krämer, anno 2005 in der „Kölnischen Rundschau“ über die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme sprach, zeigte sich der damalige Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen, Richard Ufer, ­wenig erfreut:  „Wir hören solche Kommentare seit 15 Jahren aus Köln – durch ständiges Wiederholen wird es aber nicht wahrer, dass eine Fusion sinnvoll wäre.“

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