Diamanthochzeit

Vor sechs Jahrzehnten funkte es beim Tanz

Klaus und Helga von der Burg feiern an diesem Sonntag Diamantene Hochzeit. Beide sind vor sechs Jahren in eine Parterrewohnung mit großem Garten gezogen.
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Klaus und Helga von der Burg feiern an diesem Sonntag Diamantene Hochzeit. Beide sind vor sechs Jahren in eine Parterrewohnung mit großem Garten gezogen.

Helga und Klaus von der Burg feiern am Sonntag, 29. Mai, Diamanthochzeit.

Von Heike Karsten

Radevormwald. An die Familienurlaube mit dem Wohnwagen und die Unternehmungen und Reisen mit dem Radevormwalder Camping-Club denken Klaus (83) und Helga von der Burg (81, geb. Winkler) immer noch gerne zurück. Der Club hat sich vor kurzem aufgelöst, der Wohnwagen ist verkauft. Das Ehepaar lässt es heute ruhiger angehen und ist dennoch zufrieden: Denn am Sonntag können die Jubilare auf 60 gemeinsame Ehejahre zurückblicken.

„Die Diamanthochzeit hatten wir gar nicht so im Kopf gehabt“, sagt der 83-Jährige. Doch ohne Familienfeier geht es nicht, wie das Paar aus der Vergangenheit weiß: „Zu unserer Silberhochzeit sind wir nach Dresden abgehauen. Aber als wir zurückkamen, mussten wir nachfeiern. Unsere Kinder hatten schon alles in die Wege geleitet.“

Es war Liebe auf den ersten Blick

Kennengelernt hat sich das Paar im nordhessischen Fritzlar, wo die gelernte Kinderpflegerin aus Breslau mit ihrer Mutter wohnte und der Werkzeugmacher aus Rade während seiner Bundeswehrzeit stationiert war. Gefunkt hat es beim Tanzen. „Alle großen Gaststätten hatten einen Saal zum Tanzen, da ging man am Wochenende hin“, erinnert sich Klaus von der Burg an die erste Begegnung mit seiner heutigen Ehefrau: „Es war Liebe auf den ersten Blick. Wir haben uns von Anfang an gut verstanden.“

Nach der Zeit beim Bund führten die Jungverliebten zunächst eine Fernbeziehung. Am 29. Mai 1962 wurde standesamtlich, am 2. Juni kirchlich in der Martinigemeinde geheiratet. 1963 kam Tochter Marion, 1965 Tochter Andrea und weitere zwei Jahre später Tochter Stefanie zur Welt. Helga von der Burg fand zunächst eine Arbeitsstelle in einem Remscheider Kinderheim und später im Kindergarten auf der Brede. „Vondi“ wurde sie von den Kindergartenkindern als Abkürzung für „von der Burg“ genannt. „So kennt man uns in Rade“, sagt die 81-Jährige und lacht.

Das Hochzeitsfoto von Helga und Klaus von der Burg.

Ehemann Klaus von der Burg arbeitete 28 Jahre bei Firma Sintermetall, bevor er 16 Jahre lang bis zur Rente als Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall Remscheid angestellt war. In jungen Jahren war er als Handballspieler des TV Herbeck in der ersten Mannschaft aktiv. „Irgendwann habe ich damit Schluss gemacht, weil es für meine Frau nicht schön war, sonntags mit den Kindern alleine zu sein“, erklärt der Jubilar.

Ein musikalisches Hobby hatten die Töchter, die Trompete, Bariton- und Flügelhorn gelernt haben und teilweise noch heute im Posaunenchor spielen. Da drei Blasinstrumente nicht gerade leise sind, konnten die Kinder im Vereinsheim auf der Brede üben, zum Wohle der Nachbarn. 28 Jahre lang hatte die Familie auf der Brede gewohnt, bevor sich das Paar eine Eigentumswohnung in der Innenstadt zulegte. „Die Wohnung lag im 4. Stock und wir werden älter“, spricht Helga von der Burg einige gesundheitliche Einschränkungen an, die das Alter mit sich gebracht hat.

Vor sechs Jahren ist das Paar daher in eine Parterrewohnung mit großem Garten gezogen. Mit ihnen leben zwei Nymphensittiche, ein Kanarienvogel und ein Wellensittich, die allesamt Freiflug genießen. Klaus von der Burg kümmert sich um die Fische im Aquarium. Gerne schaut die Jubilarin Ratesendungen, während ihr Mann Krimis liebt. Gemeinsam verfolgt wird auch die Fußballbundesliga, wobei die Daumen für die Mannschaften aus dem Westen gedrückt werden. Zehn Jahre lang organisierte Helga von der Burg mit Pastor Klaus Wagner die Seniorenfahrten der Remmlingrader Kirchengemeinde.

Während der privaten Urlaubsreisen hat das Paar die nordischen Länder wie Finnland, Norwegen und Schweden ebenso bereist wie Südtirol oder Frankreich. „Mit den Kindern sind wir oft vier Wochen am Stück gefahren“, erinnert sich Klaus von der Burg. Die schönste Reise sei eine Hurtigruten-Expedition mit dem Kreuzfahrtschiff gewesen. Gerne würde der Rader noch einmal nach Hamburg fahren und den Landungssteg und den Hafen besuchen. „Die Stadt gefällt mir einfach unheimlich gut“, sagt er.

Dass einige Aktivitäten heute aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich sind, nehmen die Jubilare so an wie es ist. „Wir müssen einige Sachen in Kauf nehmen, aber wir können uns trotzdem nicht beklagen“, betont Helga von der Burg. Das Paar zehrt vom guten Zusammenhalt der Familie, die nicht nur an Feiertagen und für Familienfeiern zusammenkommt. Seit Februar ist die Familie mit Urenkelin Malina noch um ein Mitglied reicher

Die Entscheidung, ihr Leben gemeinsam zu bestreiten, haben die Jubilare nie bereut. „Es muss auch mal knirschen, aber man muss sich auch wieder vertragen“, ist Klaus von der Burg überzeugt. „Und man muss sich gegenseitig vertrauen“, fügt seine Ehefrau hinzu.

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