Vom Kfz-Mechaniker zum Friseurmeister

Enrico Poidomani feiert mit seinem Friseurladen 15-jähriges Bestehen. Nicole Kind ist seit 14 Jahren Kundin bei „Life Style“.
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Enrico Poidomani feiert mit seinem Friseurladen 15-jähriges Bestehen. Nicole Kind ist seit 14 Jahren Kundin bei „Life Style“.

Enrico Poidomani hat viele Trends kommen und gehen sehen.

Von Cristina Segovia-Buendía

Wenn er die Schere schwingt, seinen Kunden beherzt durchs Haar fährt, frisiert, färbt und berät, ist Enrico Poidomani glücklich: „Der Umgang mit den Menschen macht mir Freude. Außerdem ist es eine saubere Arbeit“, zählt er die Vorzüge seines Berufs auf, den er allerdings erst über Umwege für sich fand. Denn mit 16 Jahren entschied er sich zunächst für eine Lehre als Kfz-Mechaniker. „Ich wusste damals nicht so richtig, was ich machen wollte, und habe die Ausbildung begonnen. Doch schon während der Lehre habe ich gemerkt, dass der Beruf in der Werkstatt eigentlich nichts für mich ist.“ Dennoch schloss Poidomani die Ausbildung ab, arbeitete zwei Jahre lang in einer Werkstatt. Zufrieden war er damit nicht.

Seine Schwester, eine Friseurin, brachte ihn auf die Idee, ihren Beruf zu erlernen. „Ich konnte mir das erstmal nicht vorstellen, sagte mir aber dann: ‚Wenn mich ein guter Friseur in Halver für eine Lehre nimmt, mache ich das.“ Poidomani wurde angenommen und absolvierte eine zweite Ausbildung als Friseur, ging für drei Jahre nach Köln, arbeitete weitere zwei, drei Jahre in Gummersbach und absolvierte seinen Meister.

2007 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit, kehrte zurück in seine Heimatstadt und eröffnete in Radevormwald seinen ersten eigenen Friseursalon an der Blumenstraße. „Meine Schwester hat mir im Salon geholfen“, erinnert er sich. In 15 Jahren habe er viel erlebt, sechs Friseure ausgebildet und sich viele Stammkunden erarbeitet. Nicole Kind (43) ist eine von ihnen. „Seit 14 Jahren komme ich schon zum Enrico. Mittlerweile sind auch mein Mann und unsere drei Kinder Kunden.“ Einer der dreien feiert sogar zeitgleich zu Enrico Eröffnungsjubiläum Geburtstag. Mit ihm, erinnert sich Kind, saß sie mit Wehen im Salon. „Ich bin damals hochschwanger noch zum Enrico gegangen, stand kurz vor der Entbindung. Weil ich mir dachte, dass ich nach der Geburt erstmal keine Zeit finden würde, wollte ich vorher nochmal zum Friseur.“ Nach dem Schneiden setzten bei Kind plötzlich die Wehen ein. „Ich habe nichts gesagt, nur, dass ich die Haare zu Hause föhnen würde.“

Auch der Anspruch der Kunden habe sich verändert

Das ist nun neun Jahre her. Mittlerweile sitzt der Sohnemann selbst bei Enrico auf dem Stuhl. „Auch meine Tochter (10) geht gerne zu Enrico, findet es total cool, wenn sie eine neue Frisur bekommt.“ Denn das schätzt sie an ihrem Friseur besonders: „Er hat ein Gespür dafür, wann man reden oder still sein will.“

In den 15 Jahren hat Enrico Poidomani viele Trends mitgemacht. Auch das bereite ihm Spaß, sich immer wieder fortzubilden, auf den neusten Stand zu bleiben. „Wir sind regelmäßig auf Messen und Seminaren, lernen neue Techniken, wie Balayage, eine besondere Färbetechnik.“ Auch der Anspruch der Kunden habe sich verändert: „Die Herrenmode war zu Beginn eine Katastrophe“, sagt Poidomani. Mittlerweile seien auch die Männer modebewusster und aufmerksamer geworden, was ihr Erscheinungsbild angehe.

Die Coronapandemie habe seiner Branche viel abverlangt und noch immer habe sich das Geschäft nicht erholt.

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