Ferienprogramm

Vom Hochsitz aus beobachten sie die Waldbewohner

Jägerin Denise Wilms ist mit der 7-jährigen Eleonora auf einem Hochsitz in Remlingrade.
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Jägerin Denise Wilms ist mit der 7-jährigen Eleonora auf einem Hochsitz in Remlingrade.

Im Rahmen des Ferienspaß-Programms waren rund 20 Kinder mit Jägerinnen und Jägern unterwegs.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Es herrscht Betrieb am Parkplatz hinterm Rathaus. Viele Kinder sind da, dazu Erwachsene in grüner Kleidung und mit Hunden an der Leine. Plötzlich erklingen Jagdhörner, Claudia Möllney vom Hegering Radevormwald erklärt: „Jetzt werden die Jäger herbeigerufen, das ist das Aufbruchssignal.“ Das merken auch die Hunde, die unruhig werden.

Die Kinder werfen noch letzte Blicke auf die Rollende Waldschule, dort sind viele Waldbewohner ausgestopft zu sehen. „Hoffentlich könnt ihr gleich viele der Tiere auch in echt sehen“, sagt Hegering-Vorsitzender Volker Grossmann.

Der Hegering bietet wieder einmal beim Ferienspaß einen interessanten Abend für Kinder an – „Auf der Pirsch… mit dem Jäger zum Hochsitz“, heißt das Angebot. „Wir haben immer eine Warteliste“, sagt Claudia Möllney. 20 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 16 Jahren sind gekommen. Es ist eine Ens-zu-eins-Betreuung – jedes Kind geht mit einer Jägerin oder einem Jäger auf einen der Hochsitze in den 13 Jagdbezirken in den Wäldern rund um Radevormwald. „Ihr habt ein schönes Abenteuer vor euch, ich wünsche euch, dass ihr ganz viele Tiere durchs Fernglas sehen könnt“, sagt Grossmann.

Eleonora (7) möchte vor allem einmal einen Fuchs in echt sehen

Die siebenjährige Eleonora fährt mit Jägerin Denise Wilms zu einem Hochsitz in Remlingrade. „Ich bin seit fünf Jahren Jägerin, darauf gekommen bin ich durch meinen Lebensgefährten, der ebenfalls Jäger ist. Meine Motivation ist der Tierschutz“, sagt Denise Wilms. Davon hat auch Eleonora schon gehört. „Die Jäger schießen die Tiere ja nicht nur, sie helfen ihnen auch“, sagt sie ernsthaft. Auch wenn sie vor dem Gewehr, das Denise Wilms aus dem Kofferraum ihres Jeeps holt, Respekt hat. „Das trägst lieber du, das mag ich nicht“, sagt das Mädchen.

Am liebsten würde die Siebenjährige gerne einen Fuchs sehen: „Das wäre toll!“ Dafür müssten sie aber vor allem eines sein – ganz still, sagt Denise Wilms. „Sehr wahrscheinlich ist, dass wir Rehe oder Hasen sehen. Die kommen in der frühen Abendzeit schon raus. Wildschweine kommen eher später – aber wir haben hier ein Maisfeld neben dem Hochsitz. Da gehen sie gerne rein, vielleicht haben wir ja Glück“, sagt die Jägerin.

Es geht nicht nur um Beobachtung, sondern auch um Information. Etwa über die Kitz-Rettung. Davon berichtet Denise Wilms. „Das ist schön“, kommentiert Eleonora. Und fragt dann: „Aber wie findet die Reh-Mama ihr Kitz wieder?“ Denise Wilms antwortet: „Rehe haben ein Tränensekret, das die Mama über ganz weite Entfernungen riechen kann.“

Am Hochsitz angekommen, klettern die beiden nach oben. „Ich gucke erst einmal, ob nicht Wespen ein Nest darin gebaut haben“, sagt Denise Wilms, kann aber Entwarnung geben. Im Inneren ist es spartanisch – aber immerhin gibt es so viel Platz, dass der Jäger dort auch schlafen könnte. „Jetzt bleiben wir ein paar Stunden hier. Mal sehen, was wir so alles entdecken“, sagt die Jägerin.

Später am Abend wird Eleonoras Wunsch in Erfüllung gehen. „Wir haben das große Glück gehabt, einen Fuchs zu sehen, dazu noch ein Hase und mehrere Rehe“, erzählt Denise Wilms. Als es dunkel geworden ist, versammeln sich die Kinder und ihre Jäger-Begleitungen wieder auf dem Parkplatz. „Schüsseltreiben -so nennen wir Jäger es, wenn es etwas zu essen gibt. Heute haben wir eine kalte Brotzeit und Getränke im Angebot“, sagt Claudia Möllney.

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