Vollsperrung schafft Probleme für Anwohner

Kanalarbeiten sind der Grund für die Vollsperrung der Hardtstraße zwischen Viadukt und altem Bahnhof in Dahlhausen. Foto: Claudia Radzwill
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Kanalarbeiten sind der Grund für die Vollsperrung der Hardtstraße zwischen Viadukt und altem Bahnhof in Dahlhausen.

Hardtstraße und Hardtbach sind derzeit nur über Lennep anzufahren

Von Claudia Radzwill

Die Vollsperrung in der Hardtstraße in Dahlhausen zwischen dem Viadukt und dem alten Bahnhof stellt einige Anwohner vor ungeahnte Probleme. Ingrid Möller hat sich in der Redaktion gemeldet: „Über einen Radevormwalder Pflegedienst bekomme ich Unterstützung im Haushalt. Der Weg zu mir führt eigentlich über die Wuppertalstraße in die Hardtstraße. Doch jetzt ist am Viadukt Ende.“ Wer aus Rade kommend die dahinterliegenden Häuser an der Hardtstraße und am Hardtbach anfahren will, muss über Lennep fahren - das heißt, den Weg über die Schwelmer Straße und über die Grünentaler Straße nehmen. Ein Umweg, der viel Zeit koste, sagt die 86-Jährige. Zeit, die die Pflegedienste nicht aufholen können.

„Die Touren sind geplant und getaktet. Sonst arbeiten diese nicht wirtschaftlich,“ hat Ingrid Möller durchaus Verständnis. Bis zur Beendigung der Baustelle setze sie nun die Haushaltshilfe aus. „Bei mir wird das irgendwie gehen. Aber was machen Menschen, bei denen es nicht nur um den Haushalt, sondern um richtige Pflegebetreuung geht?“, fragt sie. Auch bei der Lieferung vom Essen auf Rädern gebe es Probleme durch die großflächige Umleitung, hat aus der Nachbarschaft erfahren.

Dass die Kanalarbeiten sein müssten, stehe außer Frage, doch: „Muss es eine Vollsperrung sein?“ Die Baustelle befinde sich nur auf einer Straßenseite. Was spreche gegen eine Ampellösung? Oder man könne doch das Schnellental zeitweise für den Verkehr öffnen, regt Ingrid Möller an.

Für eine Ampellösung sei die Straße nicht breit genug

Ulrich Dippel, Leiter der Technischen Bauamts der Stadt, weiß um diese Probleme. Man habe im Vorfeld alle Lösungen geprüft, versichert er. „Eine Ampellösung ist an dieser Stelle nicht möglich. Die Straße ist einfach nicht breit genug. Während der Arbeiten müssen die Baufahrzeuge die Baustelle anfahren und dort abgestellt werden können. Dafür braucht es dort die zweite Spur.“ In Notfällen, für einen Rettungswagen oder die Feuerwehr, werde natürlich Platz gemacht. „Doch wenn dies öfter am Tag passiert, etwa für Pflegedienste, dann kommt man auf der Baustelle nicht voran.“

Die alte - heute nur noch Fußgängern vorbehaltene - Zuwegstraße durch das Schnellental zu öffnen, auch das hatte man im Tiefbauamt in Betracht gezogen. Vor über zehn Jahren wurde sie bereits kurzzeitig als Umgehungsstraße reaktiviert, während des Neubaus der Wupperbrücke. „Mehrere Teilabschnitte des Weges hätte man zuvor aber erst sanieren müssen“, sagt Dippel. Das sei, angesichts der absehbaren Sperrung in der Hardtstraße, daher verworfen worden.

Ärgerlich sei es gewesen, dass die betroffenen Anwohner erst sehr kurzfristig von der Vollsperrung erfahren haben - und kaum Zeit hatten, sich darauf einzustellen. „Die Briefe waren rechtzeitig in der Post und wurden über eine Woche später zugestellt. Bei kommenden Maßnahmen werden wir selbst rechtzeitig Flyer verteilen“, erklärt Ulrich Dippel.

Für die Bewohner gibt es einen Silberschweif am Horizont: „Die Arbeiten gehen schneller voran als geplant,“ erklärt der Leiter des Tiefbauamtes. Es könne gut sein, dass die Arbeiten schon früher als Ende April abgeschlossen sind.

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