Bürgerbus

Verein erwartet im Mai den 150 000. Fahrgast

Wolfgang Schneidewind, Sprecher des Rader Bürgerbusvereins, vor dem Halteschild Carl-Diem-Straße. Auch dort hält der Bus der Ehrenamtler. Foto: Claudia Radzwill
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Wolfgang Schneidewind, Sprecher des Rader Bürgerbusvereins, vor dem Halteschild Carl-Diem-Straße. Auch dort hält der Bus der Ehrenamtler.

Radevormwalder Bürgerbus steuert bisher gut durch die Corona-Krise.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Der Radevormwalder Bürgerbusverein ist bisher gut durch die Krise gekommen. Zwar zählten die Ehrenamtler mit 3081 Fahrgästen im Jahr 2020 nur gut die Hälfte der Passagiere des Jahres 2019, doch trotz niedrigerer Fahrgastzahlen konnte der Verein ein positives Jahresergebnis erwirtschaften. „Dabei hat sich die Anschaffung des neuen Busses vor knapp zwei Jahren rentiert – so fielen keine Reparaturen an,“ berichtet Sprecher Wolfgang Schneidewind.

Darüber hinaus habe man Kilometer reduziert und spare so Spritgeld ein. „Es gab oft Leerfahrten nach Dahlerau und Honsberg. Beide Linien werden jetzt nur gefahren, wenn sich bis 20 Minuten vor Fahrtantritt Fahrgäste telefonisch beim Fahrer angemeldet haben,“ erklärt Schneidewind. Die Regelung klappe sehr gut.

Im kommenden Mai, so hoffen die Mitglieder, kann der Verein den 150 000. Fahrgast begrüßen. Da im zweiten Lockdown – anders als im ersten im März 2020 – der Bürgerbus weiter unterwegs sei und Passagiere befördere, stehe die Chance gut, dieses Ziel auch zu erreichen, sagt Schneidewind. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass jetzt im zweiten Lockdown die Fahrgastzahlen wieder sinken.

„Einen Pendelverkehr nach Gummersbach können wir nicht leisten.“
Eberhard Wolff, Vorsitzender des Bürgerbusvereins

Auf die verminderten Zahlen hat der Bürgerbusverein allerdings mit einem reduzierten Fahrplan reagiert. Vormittags fährt der Bürgerbus nach dem normalen Fahrplan. Die Nachmittagsfahrten am Montag, Mittwoch und Donnerstag sind vorerst eingestellt. Es sind momentan auch nicht alle Fahrer im Einsatz. „Die meisten von uns gehören der Risikogruppe an. Einige möchten nicht fahren, was verständlich ist,“ sagt Wolfgang Schneidewind.

Im März 2020 stand der Bus von jetzt auf gleich still, erinnert er sich. Im Frühsommer ging es dann wieder los – unter Corona-Auflagen. „Wir haben eine Trennscheibe zwischen Fahrer und Fahrgäste eingebaut und es gilt die Maskenpflicht“, sagt Schneidewind. Derzeit könnte der Bus sieben Personen befördern. „Meist sind es jedoch drei oder vier Fahrgäste, da ergibt sich auch ein großer Abstand von selbst.“

Was in den vergangenen Monaten auffiel: „Die Anzahl der Fahrgäste mit einer Schwerbehinderung ist zurückgegangen. Wegen der Pandemie sind die Menschen vorsichtiger geworden.“ Dennoch ist es dem Verein wichtig, auch in Pandemie- und Lockdown-Zeiten sein Angebot aufrecht zu erhalten. „Ältere, nicht-motorisierte Bürger und Bürgerinnen müssen weiterhin die Möglichkeit haben, zum Einkaufen oder zum Arzt zu kommen“, sagt Schneidewind. „Daher stellen wir den Betrieb nicht ein.“

Vermisst haben er und seine Vereinskollegen und -kolleginnen im Jahr 2020 das gesellige Beisammensein. „Unsere jährliche Wanderung und die Weihnachtsfeier mit den Ehrenamtlichen mussten ausfallen“, bedauert der Vereinssprecher. Das gilt auch für die monatlichen Treffen. Die Fahrereinteilung organisiert sein Kollege Erhard Hombrecher per Telefon und Mail.

Der Bürgerbusverein in Waldbröl hat dort unlängst angeboten, Senioren zum Corona-Impfzentrum nach Gummersbach zu fahren. Auch Rades Senioren müssen – Stand heute – zur Corona-Impfung in die Kreisstadt. Steht der Rader Bürgerbus dafür zur Verfügung? Eberhard Wolff, Vorsitzender des Rader Vereins sieht darin schon ein logistisches Problem: „Jeder muss sich einen Impftermin holen, jeder hat eine andere Zeit. Einen Pendelverkehr nach Gummersbach können wir nicht leisten.“ Er könne sich vorstellen, dass der Bürgerbus Fahrten innerhalb von Rade übernehme, sollten örtliche Arztpraxen die Impftermine für Senioren übernehmen. „Bürgermeister Johannes Mans hat bereits dahingehend angefragt“, berichtet Wolff. Für die Übernahme solcher Fahrten brauche der Verein aber eine Genehmigung der Bezirksregierung.

Bürgerbusverein

Fahrten: Entfallen sind im vergangenen Jahr die Fahrten zu Gottesdiensten und die Fahrten zum Landgasthaus Filde, wo viele Fahrgäste zum Kaffeetrinken einkehrten.

Fahrer: Der Bürgerbusverein sucht immer Fahrer und Fahrerinnen. Infos gibt es bei Eberhard Wolff unter Tel. (0 21 95) 37 57.

Linien: Weitere Informationen rund um den Bürgerbusverein und seine Linien gibt es auf der Website des Vereins.

www.buergerbus-radvormwald.de

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