Radevormwald

Universität hätte es fast nicht gegeben

Referat von Dr. Joachim Studberg über 50 Jahre Uni Wuppertal

Von Cristina Segovia-Buendía

 Radevormwald und Wuppertal, insbesondere die Person Johannes Rau, verbindet mehr, als ein erster Blick vermuten lässt, findet zumindest Hans Golombek, Vorsitzender des Bergischen Geschichtsvereins in Rade. Bei seiner Einführung ins Thema „50 Jahre Bergische Universität Wuppertal“ erinnert er daran, dass sich der Bau der Wupper-Talsperre, als Hochwasserschutz für die Nachbarstadt in der Ära Raus als Ministerpräsident von NRW ereignete. „Er ist eigentlich daran schuld, dass Radevormwald seine Eisenbahnstrecke verlor“, sagte er mit einem Augenzwinkern.

Für die bergische Region war die Universität vor der Haustür ein Zugewinn, aber keine Selbstverständlichkeit, wie der Vortrag von Dr. Joachim Studberg, studierter Historiker und langjähriger Archivar der Universität, zeigte. Ein kluger Schachzug und Johannes Rau als Wissenschaftsminister machten den rund eine Milliarde DM teuren Bau erst möglich.
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„Sein Chef Kühn war nicht begeistert davon, in Wuppertal eine Uni einzurichten“, berichtete Studberg. Bereits 1969, noch als Oberbürgermeister Wuppertals, sprach Rau bereits von der Bergischen Universität. Im April 1970 stellte der damalige Ministerpräsident Heinz Kühn klar, dass in Wuppertal keine Uni entstehen würde, gestand der Stadt aber eine Fachhochschule zu. Als Rau im selben Sommer in den Landtag gewählt wurde und das Amt des Wirtschaftsministers einnahm, verkündete er kurz darauf, dass neben Duisburg, Essen, Paderborn und Siegen auch Wuppertal eine Universität erhalten würde.

Einfach war die Etablierung der neuen „Gesamthochschulen“, wie sie zunächst genannt wurden, mit einem deutlich interdisziplinären und praktischeren Ansatz, allerdings nicht. Einige neu angelegte Studiengänge wie etwa die „Delinquenzprophylaxe“ funktionierten nicht. Ehe die neuen Unis Fahrtwind aufnehmen konnten, standen sie fast schon vor ihrem Ende, wären nicht ein junges, dynamisches Wissenschaftsministerium gewesen.

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