Vandalismus

Unbekannte wüten auf Friedhof St. Marien

Ein großes Grabkreuz liegt quer über einer Grabstelle.
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Ein großes Grabkreuz liegt quer über einer Grabstelle.

„Eine Schändung der Totenruhe“, sagt Pastor Marc D. Klein.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Auf dem Katholischen Friedhof St. Marien an der Blumenstraße bot sich am Donnerstagmorgen ein Bild der Zerstörung: beschädigte Gräber, umgestoßene Grabplatten, eine kaputte Brunnenpumpe. Die Vandalismus-Spur zog sich vom Eingang über eine komplette Grabreihe hinweg. Grablichter wurden samt Verankerung herausgerissen, auf Gräbern wurde herumgelaufen, Blumenbeete zerstört. Ein großes Grabkreuz lag quer über einer Grabstelle.

Besonders schlimm ist es für die Angehörigen

„Da gehört einiges an Kraft und Zerstörungswillen dazu“, sagt Lena Rummenhöller vom gleichnamigen Grabpflegeunternehmen, die für die Friedhofsverwaltung zuständig ist. Sie sei bestürzt darüber, wie die Totenruhe auf einem Friedhof nicht respektiert werde. „Für mich ist das unverständlich und sehr traurig“, sagt sie. Die Polizei sei schon vor Ort gewesen. Strafanzeige gegen Unbekannt wurde gestellt.

Auch Pastor Marc D. Klein ist entsetzt angesichts der Taten. „Es ist eine Schändung der Totenruhe – und besonders schlimm für die Angehörigen“, sagt er. Sie seien dem hilflos ausgeliefert, und das mache betroffen. Es gehe hier nicht nur um eine Beschädigung mit materiellem Schaden. Er fragt sich, was dahinter steckt: „Langeweile? Mutprobe? Hass?“ Wie hoch der materielle Schaden insgesamt ausfällt, sei derzeit noch nicht zu beziffern, sagt Lena Rummenhöller. Die Pumpenstation, die einer historischen Wasserpumpe nachempfunden wurde, die die Gemeinde vor rund einem Jahr erst installiert hat, habe damals rund 3000 Euro gekostet. Diese muss nun ersetzt werden. Die Schäden an den Gräbern tragen die Angehörigen.

Auch Grablampen wurden von Unbekannten aus der Verankerung gerissen.

Es war nicht das erste Mal, dass es auf dem Friedhof zu Vandalismus kam. Das letzte Mal liege jedoch schon etwas länger zurück, sagt Pastor Marc D. Klein. Häufiger allerdings komme es zu Diebstählen, erklärt Lena Rummenhöller. Ohne Rücksicht auf Pietät gegenüber den Verstorbenen. „Frische Blumen werden entwendet, manchmal auch Gießkannen und Kerzen.“ Aber auch Saisonpflanzen, frisch eingesetzt, verschwinden.

Von Gemeindemitgliedern kam daher bereits die Nachfrage nach einer Kameraüberwachung. Oder dass der Friedhof nachts abgeschlossen werde. Ob das mögliche Optionen seien, damit werden sich Kirchenvorstand und Friedhofsausschuss befassen, sagt Pastor Klein.

Hinweise an das Kriminalkommissariat in Wipperfürth unter Tel. (0 22 61) 89 19 90.

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