Schwätzbänkle in Rade

„Tüötersbängksken“ am Kreisverkehr

Das erste Schwätzbänkchen in Radevormwald wurde nun eingeweiht (v.l.): Volker Grossmann, Bürgermeister Johannes Mans und Kyra Springer.
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Das erste Schwätzbänkchen in Radevormwald wurde nun eingeweiht (v.l.): Volker Grossmann, Bürgermeister Johannes Mans und Kyra Springer.

Wer ein Schwätzchen halten möchte, ist auf der Bank am Sparkassen-Kreisel richtig.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Radevormwald. Es gibt Bänke, die vor allem dazu dienen, den Menschen die Gelegenheit zu bieten, einander zu begegnen, in den Austausch zu kommen – oder ganz einfach ein Schwätzchen zu halten. Eine solche gibt es auch in Radevormwald. Sie steht am Sparkassen-Kreisverkehr, direkt an der Ecke, an der die Straße in Richtung Schlossmacherplatz führt. Und sie ist tatsächlich auch genau als solche per Schild ausgewiesen: „Rüötsches Tüöterbängksken“ steht auf dem Schild direkt hinter der Bank.

Für alle des ursprünglichen Radevormalder Platts nicht Mächtigen, hat Kyra Springer vom Verein „aktiv55plus“ die Übersetzung parat: „Das ist die Übersetzung von Schwätzbänkle, also einer Bank zum Miteinanderreden.“ Das Schild ist jetzt von Kyra Springer, Bürgermeister Johannes Mans und Volker Grossmann, Amtsleiter für Soziales, enthüllt worden.

„Die Grundintention dahinter ist es, eine Bank in der Stadt auszuweisen, zu der man gehen kann, wenn man ins Gespräch kommen mag“, sagt Mans. Das Schild als nach außen hin sichtbares Zeichen dafür soll ein wenig die Hemmschwelle senken. „Es ist wichtig, dass wir alle daran arbeiten, nach der langen Corona-Zeit wieder vermehrt ins Gespräch miteinander zu kommen“, sagt Mans.

Elke Steinkamp (HVV)lieferte die Übersetzung

Die Idee sei Kyra Springer gekommen, als sie im Fernsehen einen Beitrag über die „Schwätzbänkle“ in Süddeutschland gesehen habe. „Ich habe mir gedacht, dass das doch hier genauso möglich sein könnte – und wir brauchten nur eine Übersetzung ins Rader Platt“, sagt sie. Dabei habe Elke Steinkamp aus dem Heimat- und Verkehrsverein Radevormwald (HVV) weiterhelfen können.

„Sie hat Rader Schwätzbänkle ins Platt übersetzt – und auch den Satz, der auf dem Schild darunter steht: Nehmen Sie hier Platz, wenn Sie ins Gespräch kommen möchten. Aber dann haben wir gedacht, dass das dann vielleicht nicht mehr jeder verstehen würde. Also ist das Schild ,zweisprachig‘ gehalten“, sagt Kyra Springer. Sie beobachte im Begegnungscafé von „aktiv55plus“ immer wieder, dass der Gesprächsbedarf bei den Menschen vorhanden sei.

Wenn es nach Sozialamtsleiter Grossmann geht, bleibt es nicht bei dem ersten „Tüötersbängksken“. „Wir wollten erst einmal mit einer Bank anfangen – und sind aber offen dafür, noch weitere Bänke als Gesprächsbänke auszuweisen“, sagt er.

Dabei sei man in der Verwaltung offen für entsprechende Vorschläge. Man wolle das nicht vorgeben, sondern die Bürger sollten selbst ihre Ideen äußern können.

Bürgermeister Mans möchte die Bank nun möglichst umfassend bekannt machen. „Ich werde die Bürgermeistersprechstunden wieder anlaufen lassen – und es wird auf jeden Fall eine am Tüötersbängkseken geben“, verspricht Rades erster Bürger.

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