Nachruf

Trauer um Naturschützer Dietmar Fennel

So wird man sich an Dietmar Fennel erinnern: Immer im Einsatz für die Umwelt, hier beim Aussetzen einer schwimmenden Nisthilfe am Uelfebad.
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So wird man sich an Dietmar Fennel erinnern: Immer im Einsatz für die Umwelt, hier beim Aussetzen einer schwimmenden Nisthilfe am Uelfebad.

„Radevormwald verdankt ihm sehr viel“, sagt Weggefährtin Kathi Hentzschel über den Verstorbenen. Er wurde 73 Jahre alt.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Trauer um einen der verdienstvollsten Naturschützer der Stadt: Dietmar Fennel, Vorsitzender des Bergischen Naturschutzvereins, ist am Donnerstag im Alter von 73 Jahren gestorben. Das teilte am Freitag Kathi Hentzschel mit, die Geschäftsführerin des Vereins. Fennel hatte seit längerem an einer schweren Krankheit gelitten.

„Radevormwald verdankt Dietmar Fennel sehr viel“, sagt Kathi Hentzschel über ihren langjährigen Weggefährten. „Er war es, der den Anstoß zur Ausweisung der Naturschutzgebiete gegeben hat, etwa die Täler von Uelfe und Wiebach, auch die Wupperschleife, die inzwischen sogar Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) ist.“

Vielerorts in Rade stehen Bäume, die Fennel gepflanzt hat

Die Projekte zum Vogelschutz, die er mit angestoßen hatte, sorgten bundesweit für Anerkennung. „Er hat dafür gesorgt, dass Schleiereule und Schwarzstorch  wieder in Radevormwald heimisch geworden sind“, berichtet die Geschäftsführerin des Naturschutzvereins. Auch die Anregung, die Kirchtürme und Scheunen wieder als Nistplätze für Vögel zu öffnen, ging auf ihn zurück. An vielen Orten der Stadt befinden sich auf Dietmar Fennels Initiative Nistwände, vielfach wurden diese Kitas und anderen Einrichtungen – etwa Kirchengemeinden – zur Verfügung gestellt, ein wichtiges Stück Umwelterziehung.

Vielerorts in Rade stehen Bäume, die Fennel gepflanzt hat. Nicht alle seine Bemühungen waren von Erfolg gekrönt: Kein Rader Baumveteran schaffte es in die Liste der Natur-Denkmäler und auch die Hoffnung, Teil der bundesweiten Alleenstraße zu werden, scheiterte an der geringen Zahl und dem Zustand der Rader Straßenbäume.

Der gebürtige Radevormwalder, der bis zuletzt in seinem Elternhaus in den Wupperorten wohnte, hatte bereits in der Kindheit ein Interesse für die Tier- und Pflanzenwelt entwickelt. „Ein Grund war vermutlich, dass es unter den Verwandten mehrere Jäger gab“, erzählt Kathi Hentzschel. Doch der junge Dietmar, der den Beruf des Industriekaufmanns ergriff, konzentrierte sich mehr auf den Naturschutz. „Und das nicht nur auf dem Gebiet des Vogelschutzes“, sagt Hentzschel.

Unter anderem engagierte sich Fennel auch für Kleinsäuger und Amphibien und machte die zuständigen Behörden auf verborgene Naturschätze wie Orchideenvorkommen aufmerksam. „Er hatte einen Blick für kleine Landschaftseinheiten, die schützenswert waren.“ Was zum Erfolg der von ihm angeregten Maßnahmen beigetragen habe, sei neben seiner ungeheuren Fachkompetenz seine hervorragende Vernetzung gewesen. „Er stand mit Naturschützern aus vielen Ländern in Verbindung, er pflegte auch Kontakte unter anderem nach Israel und Übersee“, erinnert sich Kathi Hentzschel. Es gebe wahrscheinlich kaum ein Naturkundemuseum in Deutschland, mit dem er nicht kooperiert habe. Ebenfalls am Herzen lagen ihm alte bedrohte Haustierrassen.

Zahlreiche Auszeichnungen hat Dietmar Fennel für sein Engagement erhalten, darunter den Rheinlandtaler. Bis zuletzt, trotz der schweren Krankheit, habe er sich für den Naturschutz eingesetzt. „Eines seiner letzten Projekte drehte sich um den Schutz von Kleinsäugern, besonders der Haselmaus“, berichtet Kathi Hentzschel. Sein Ideenreichtum sei außerordentlich, die Zahl seiner Initiativen kaum übersehbar gewesen. Vor seinem Tod habe er noch vieles Unerledigte abgeschlossen und in andere Hände gegeben. „Doch es wird schwer sein, in diese großen Fußstapfen zu treten“, meint Kathi Hentzschel und erwähnt noch eine besondere Eigenschaft des Verstorbenen: „Er hatte einen unnachahmlichen Humor, der auch in seiner letzten Lebenszeit immer noch durchschien.“ 

Tief betroffen zeigen sich auch die Mitglieder der Interessengemeinschaft Wiebachtal über den Tod ihres langjährigen Vorstandsmitglieds: „Dietmar Fennel hat unglaublich viel für den Erhalt des Wiebachtales getan“, sagt Vorsitzende Sabine Fuchs. Bei seinen naturkundlichen Führungen habe er zudem den Menschen spannend und humorvoll Wissen vermittelt.

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