Stellenabbau: Immer weniger Leute sollen´s wuppen

"Wir nehmen die Sorgen des Personalrats ernst", sagt Christian Viebach. Dass die CDU-Fraktion über den Brief beraten wird, den Volker Grossmann den Radevormwalder Ratsmitgliedern schrieb, ist für den Christdemokraten unstrittig. Gleichwohl weist er darauf hin, dass auch Bürgermeister Dr. Josef Korsten diesem Entscheidungspaket im Rat zugestimmt habe.

"Das ist ein Signal, dass er davon ausgeht, die vorhandene Arbeit umverteilen zu können. Sonst hätte er ja dagegen gestimmt." Ähnlich stuft es sein SPD-Kollege Dietmar Stark ein: "Der Rat hat die Maßgabe mit großer Mehrheit beschlossen."

Stellenabbau bei der Stadtverwaltung - das hatte im Vorfeld der Ratssitzung die frisch zusammengefundene Koalition aus CDU und SPD gefordert und durchgesetzt. Dies veranlasste nun den Personalrat im Rathaus, Volker Grossmann, zu einer Replik (wir berichteten). Grossmann machte in seinem Schreiben deutlich, dass er den geplanten Stellenabbau für nicht hinnehmbar hält. Er warnt vor einer Arbeitsbelastung, die künftig auf immer weniger Schultern verteilt werde.

Im Rathaus sollen nach einem Ratsbeschluss in den kommenden Jahren sieben Arbeitsplätze sozialverträglich wegfallen. Allein 4,5 Stellen sollen Finanzwesen und Sozialamt einbüßen.

"Die Arbeitsbelastung hat sich in einigen Bereichen in der Tat sehr verdichtet", sagt auch Bürgermeister Dr. Josef Korsten. Da eine Balance zu finden, ist ihm Verpflichtung: "Das gebietet die Fürsorgepflicht. Immer weniger Mitarbeiter können nicht immer mehr Arbeit erledigen."

Auf der anderen Seite macht Korsten klar, dass er auch dem Wohl des Steuerzahlers verpflichtet ist. Und dem gegenüber seien Einsparungen das Gebot der Stunde: "Da muss auch über den Personalstand im Rathaus diskutiert werden dürfen."

Vorschläge dazu hatte ein externer Gutachter erstellt. Das hatte Grossmann kritisiert, darauf verwiesen, dass das Rathaus dies stets intern geprüft habe. Diese Kritik teilt Korsten nicht: "Es ist gut, wenn jemand von außen drauf schaut", urteilt der Rathaus-Chef. "Darauf möchte ich auch in Zukunft nicht verzichten, weil es ein objektiveres Bild ergibt."

Dass die Rathaus-Mitarbeiter ihr Bestes geben, ist für den Bürgermeister unstrittig. Und das in den festgelegten 40 Wochenstunden: "Mehr müssen sie nicht. Mehr sollen sie nicht." Dass man gewisse Standards nach einem Stellenabbau möglicherweise nicht mehr halten könne, sei logische Konsequenz. Und diese Meinung teilt auch Dietmar Stark: "Dass sich der gewohnte Standard ändert, ist der Preis dafür, dass wir nicht mehr aus dem Vollen schöpfen können."

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