Energiekrise

Stadt will mindestens 15 Prozent Energie sparen

Auch im Rathaus gilt angesichts der Energiekirise ein Sparkonzept, v.l.: Für Simon Woywod (1. Beigeordneter und Geschäftsführung „life-Ness“), Florian Weiskirch (Geschäftsführung Stadtwerke und „life-nes“) und Bürgermeister Johannes Mans gilt: Lampe aus und Monitor bei Nichtgebrauch komplett ausschalten.
+
Auch im Rathaus gilt angesichts der Energiekirise ein Sparkonzept, v.l.: Für Simon Woywod (1. Beigeordneter und Geschäftsführung „life-Ness“), Florian Weiskirch (Geschäftsführung Stadtwerke und „life-nes“) und Bürgermeister Johannes Mans gilt: Lampe aus und Monitor bei Nichtgebrauch komplett ausschalten.

Verwaltung setzt ein mit der Politik abgestimmtes Konzept um.

Von Claudia Radzwill

Die Gaskrise und die Strompreise ziehen an. Auch eine Stadt muss da sparen. Das hob am Donnerstag Bürgermeister Johannes Mans hervor. Im Rathaus wurde über die Energiesparmaßnahmen vor Ort informiert. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mindestens 15 Prozent einzusparen“, sagte Bürgermeister Mans. Die Energieeinsparpotenziale wurden in einem Konzept festgehalten. „In enger Abstimmung mit der Politik“, erklärte er. Dabei gelte es, maßvoll zu bleiben. „Wir wollen nach Corona keine Weltuntergangsstimmung verbreiten“, betonte Mans.

Auch im „life-ness“ wird gespart. Die Sauna schließt, die Wassertemperatur ist abgesenkt, Auch die Beleuchtung am Parkplatz wird „optimiert.“

An so mancher Drehschraube wird nun aber, angesichts der angespannten Situation auf dem Strom- und Gassektor, in den öffentlichen Gebäuden gedreht. Kurzfristig umzusetzende Maßnahmen seien in den städtischen Gebäuden bereits angefasst worden, erklärte Simon Woywod, 1. Beigeordneter. Die Nachtabsenkung der Heizung wird gedrosselt. „Sie springt nur an, wenn die Außentemperatur unter zehn Grad fällt“, erläuterte der 1. Beigeordnete. Untertischgeräte werden außer Betrieb genommen – überall dort, wo sie lediglich zum Händewaschen dienen, was auch prima mit kaltem Wasser gehe. Die Raumtemperatur in den Büros werde auf 19 Grad heruntergesenkt – so wie es die Vorlage der Bundespolitik vorsieht. Woywod errechnete bei Senkung ein Einsparpotenzial von zehn Prozent. Auch in den Sporthallen wird es kälter. Die Stadt peilt 17 Grad an. „Da gibt es aber einen Spielraum bis 19 Grad“, erklärte Natalie Enneper vom Gebäudemanagement.

„Optimiert“ werden soll die Straßenbeleuchtung. „Sie wird später eingeschaltet werden - und wir prüfen, wo es möglich ist, sie komplett abzuschalten“, so Woywod. Er betonte aber: „Das passiert nicht in verkehrstechnisch wichtigen Bereichen und auch nicht dort, wo die Beleuchtung dem Sicherheitsgedanken dient.“ Stichwort: Angsträume. Die Brunnen in der Innenstadt werden einen Monat früher abgeschaltet – bereits Ende September.

Auch im Rathaus selbst wird Energie gespart: Stand-by-Geräte wie Monitore werden am Abend ganz ausgeschaltet. Die Türen sollen geschlossen bleiben, aufs Licht wird geachtet. „Wir werden auch noch schauen, wie die Bürobesetzung optimiert werden kann, um in der Heizperiode zu sparen“, sagt Woywod. Simon Woywod, der auch mit in der Geschäftsführung des „life-ness“ sitzt, ging außerdem auf die Einsparmaßnahmen im Freizeitzentrum ein.

Ab 1. September wird die Sauna für die Dauer der Heizperiode, bis voraussichtlich April 2023, geschlossen. „Die Wassertemperatur ist bereits auf 26,5 Grad gesenkt worden, die Lufttemperatur auf 28,5 Grad. Im Kinderland „Nessi“ wird die Temperatur von 23 auf 21 Grad gesenkt. Ein Zufallsalgorithmus wird zukünftig die Beleuchtung auf der Parkpalette regeln - sie dimmen, sie später an- und ausschalten. Das erklärte am Donnerstag Mario Banse, Betriebsleiter des Freizeitzentrums.

Zum Energiekonzept gehören auch mittel- und langfristige Maßnahmen. Die stehen allerdings schon länger im Fokus. Natalie Enneper und Klimamanager Niklas Lajewski beschäftigen sich seit einiger Zeit damit, die öffentlichen Gebäude im Rahmen des Klimakonzepts energetisch zu sanieren. „Die Krise hat das Thema jetzt noch verstärkt in den Fokus gerückt“, sagte Natalie Enneper. So soll in allen öffentlichen Gebäuden zu LED-Beleuchtung gewechselt und diese durch Bewegungs- und Präsenzmelder optimiert werden. Auch der Austausch alter Heizungsthermostate, wie es sie im Gymnasium noch gibt, steht an.

Sparen kann jeder Einzelhaushalt, appellierte Bürgermeister Johannes Mans. „Jede Kilowattstunde zählt“, unterstrich Florian Weiskirch, Geschäftsführer des „life-ness“ und der Stadtwerke. Aber bitte jetzt nicht zu Heizlüftern greifen. „Es wäre ineffizient, wenn statt mit Gas über Strom geheizt wird“, erklärte er. Auf dem Energiemarkt hänge alles zusammen, und das treibe nur die Stromrechnung hoch.

Hintergrund

Krise: Wenn nötig, könne die Radevormwalder Stadtverwaltung bei den Maßnahmen nachschärfen, sagte Johannes Mans. „Sollte sich die Krise weiter verschärfen, der Worst Case eintreten, werden wir flexibel reagieren müssen.“ Die kurzfristigen Maßnahmen gelten erstmal für die Heizperiode.

Weihnachtsbeleuchtung: Die Stadtverwaltung sucht als nächstes das Gespräch mit der Werbegemeinschaft „Rade lebt“ und dem Heimat- und Verkehrsverein (HVV) bezüglich der Weihnachtsbeleuchtung. „Wir wollen einen Konsens finden“, sagt Bürgermeister Johannes Mans.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Melodienreigen lädt zum Musikcafé ein
Melodienreigen lädt zum Musikcafé ein
Melodienreigen lädt zum Musikcafé ein
Rekord-Ernte auf Herbecker Obstwiese
Rekord-Ernte auf Herbecker Obstwiese
Rekord-Ernte auf Herbecker Obstwiese
Feuerwehrorchester holt Gold bei Bundeswettbewerb
Feuerwehrorchester holt Gold bei Bundeswettbewerb
Feuerwehrorchester holt Gold bei Bundeswettbewerb
So gelingt ein Imagefilm fürs Internet
So gelingt ein Imagefilm fürs Internet
So gelingt ein Imagefilm fürs Internet

Kommentare