Schulturnier

Sportschuhe statt Nikolausstiefel am THG

Gute Stimmung herrschte beim Schulturnier am Nikolaustag – hier ist die Klasse 5c am Ball.
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Gute Stimmung herrschte beim Schulturnier am Nikolaustag – hier ist die Klasse 5c am Ball.

Alle Klassen des Theodor-Heuss-Gymnasiums erprobten sich bei einem Turnier in verschiedenen Ballsportarten

Von Cristina Segovia-Buendía

Radevormwald. Das Dribbeln der Basketbälle schallt durch die Sporthalle der Hermannstraße. Während sich die Jungs der Oberstufe auf dem Platz eine hart umkämpfte Partie liefern, feiern die Zuschauer auf den Rängen mit Jubelrufen jeden Korb. Auch bei den Fußballspielen der Unterstufe herrscht Turnierstimmung in der Halle. „Einige haben sogar mit einem Megafon angefeuert“, berichtet Fabian Stendtke amüsiert.

Mit Nikolausmütze auf dem Kopf hat der Sportlehrer des Theodor-Heuss-Gymnasiums zu diesem Zeitpunkt noch gut lachen. Doch auch er sieht seinen sportlichen Einsatz näher rücken. Wie die Jahre zuvor wird sich der Gewinnerjahrgang der Oberstufe im Volleyball wieder einem Lehrerteam stellen. Beim Anblick der Leistung seiner Schüler an diesem Vormittag, kombiniert mit dem gewachsenen Ehrgeiz, sich mit ihren Lehrern zu messen, befürchtet Stendtke eine peinliche Niederlage für die Sportlehrer. Doch traurig stimmt ihn das nicht. Er lacht: „Wenn sie uns beim Volleyball schlagen, dann heißt es ja nur, dass wir ihnen das gut beigebracht haben.“

Die Stimmung in der Halle ist ausgelassen: Auf den Gängen zwischen den Umkleiden wird viel gelacht, in der Halle geschwitzt und auf den Rängen lauthals angefeuert. Nach drei Jahren ist es das erste Nikolausturnier seit Ausbruch der Pandemie, stellt Stendtke fest. Und es kommt zu einem guten Zeitpunkt, denn traditionell fördere das Winterturnier der Schule nicht nur die sportliche Bewegung der Schüler, die sich Wochen vorher schon auf das Ereignis vorbereiten, es stärkt auch die Klassengemeinschaft. Nach langen Phasen des Homeschoolings ein wichtiges Thema für die Pädagogen. „Der Zusammenhalt der Schüler ist deutlich zu spüren. Das funktioniert“, sagt Stendtke.

Das findet auch Ege-Mert Karagöz. Sein letztes Nikolausturnier spielte der Oberstufenschüler 2019, als er in der siebten Klasse war. „Es ist einfach wieder schön, dass das Turnier stattfindet. Das bringt uns alle näher zusammen.“ Die Stimmung erinnere ihn an jene vor der Pandemie. „Hätte das Turnier letztes Jahr stattgefunden, wäre die Stimmung möglicherweise angespannter gewesen.“ Besonders freut es ihn, dass neben Fußball und Volleyball wieder Basketball als Disziplin mitaufgenommen wurde. Weichen musste dafür Ultimate Frisbee, das in den Jahren zuvor gerne gespielt wurde. „Basketball ist aber jetzt wieder stärker gefragt“, stellt Stendtke fest.

Für Miguel ist es das erste Nikolausturnier und die Freude darüber ist dem 18-Jährigen buchstäblich ins Gesicht geschrieben: „Ich finde es einfach super“, sagt er nach einer harten Basketball-Partie und noch etwas aus der Puste. Er genießt den etwas anderen Schultag.

Während sich die Unterstufe innerhalb ihres Jahrgangs beim Völker- und Brennball misst und sich optional zusätzlich eine weitere Sportart (Fußball, Volleyball und Basketball) aussuchen kann, kämpft die Oberstufe jahrgangsübergreifend in den verschiedenen Sportarten um den Titel. Der Ehrgeiz ist riesig, schließlich will jeder als Sieger vom Platz gehen, vor allem die Volleyballer, die am Ende gegen die Lehrer auftrumpfen wollen.

Doch daraus wird nichts, wie Sportlehrer Fabian Stendtke nach dem Turnier berichtet. „Die Lehrer hatten heute einen Sahnetag und haben das Volleyballspiel gegen die Schüler der Stufe 12 endlich mal wieder gewonnen.“ Mit 25:15 und 25:21 setzten sich die Pädagogen schließlich durch.

Hintergrund

Anders als die DFB-Elf bei ihrem Gedöns mit der One-Love-Binde bei der Fußball-WM in Katar setzten die sechs Sportlehrer des Theodor-Heuss-Gymnasiums bei ihrem Nikolausturnier ein deutlich sichtbares Zeichen für Toleranz und trugen eine bunte Binde mit den Regenbogenfarben am Arm.

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