Prüfung

Sparkasse segelt durch schwere See

Sparkassenvorstand: Michael Kühl (links) und Thomas Palus. Foto: Nico Hertgen
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Sparkassenvorstand: Michael Kühl (links) und Thomas Palus.

Vorstand und politische Gremien unterziehen das Geldinstitut einer Prüfung der Kosten- und Verwaltungsstrukturen.

Von Wolfgang Scholl und Nadja Lehmann

Mitten in Untersuchungen von Verkaufs- und Verwaltungsstrukturen befindet sich derzeit die Sparkasse. Vorstandssprecher Michael Kühl erklärte am Mittwoch, dass auch die Vertriebsstrategien und -ausrichtungen, aber auch alle Kostenstrukturen in seinem Haus eingehend überprüft werden.

Hintergrund dieser Untersuchungen sind die Entwicklungen im Bankensektor hin zu weniger Erträgen, die auch die Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen betreffen. Durch die niedrigen Zinsen sind die Margen für die Banken rückläufig.

Ziel ist unter anderem das Einsparen von Personal

Andere Sparkassen der Region hatten in den vergangenen Monaten bereits auf die Entwicklung reagiert. So hat es zu Jahresbeginn am Niederrhein eine Fusion zwischen mehreren ländlichen strukturierten Sparkassen gegeben, vor etwa zehn Tagen gaben die beiden Stadtsparkassen Remscheid und Solingen bekannt, dass sie ein großes Kunden-Service-Center in Zukunft gemeinsam betreiben wollen. Ziel ist unter anderem das Einsparen von Personal. Weitere Kooperationen bei dem regionalen Service-Center für die Kunden schließen die Vorstände der beiden Häuser aus den größeren Nachbarstädten nicht aus.

Die Sparkasse Wermelskirchen, die zu den erfolgreichsten Häusern im Sparkassenverbund gehört, hatte vor einigen Tagen bekanntgegeben, dass sie drei Filialen schließen muss, weil die Zahl der Besuche in den einzelnen Filialen massiv abgenommen haben und bis zu 92 Prozent der Kundenkontakte elektronisch abgewickelt werden, sei es über Terminals und Geldautomaten oder über Online-Banking.

Auch in Radevormwald und Hückeswagen sind nicht nur der Vorstand, sondern auch die politischen Gremien mit diesen Themen beschäftigt. „Mit Demut auf diese verschiedenen politischen Gremien kann ich derzeit zu Details keine Aussagen über Entscheidungen oder mögliche Entscheidungen treffen“, sagte Michael Kühl. In diesen Tagen gibt es mehrere Gremiensitzungen, unter anderem auch des Sparkassen-Zweckverbandes beider Kommunen.

Die Sparkassenorganisation habe nicht alle Häuser gleichzeitig prüfen können, sagte der Vorstandssprecher. Ob und wann es deshalb zu Entscheidungen kommen wird, dazu wollte Michael Kühl ebenfalls keine Stellung beziehen und Prognose abgeben. „Ich kann sagen, dass wir noch mitten in den Überlegungen sind“, sagte Kühl. Das könne auch einige der von anderen Häusern getroffenen Entscheidungen betreffen. „Wir arbeiten alle uns gestellten Themen zielstrebig und konkret ab“, ergänzte Kühl.

HINTERGRUND

KOSTENMODELLE Im November 2015 hatte die Sparkasse Rade-Hückeswagen neue Kontenmodelle eingeführt. Unter den Titeln „Giro Comfort“ und „Starpac Premium) wollte das Geldinstitut seinen Kunden Servicepakete anbieten, die aber entsprechend zu Buche schlugen. Vorgemacht hatte es die Stadtsparkasse Wuppertal. Inzwischen zogen zahlreiche Finanzhäuser nach. Das Girokonto zum Nulltarif ist die Ausnahme geworden. Durch die Niedrigzinsen werden aber auch die Gewinnmargen der Geldhäuser immer geringer.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Sparkassen-Marketingchef Michael Scholz bekannt, dass die fünf Filialen im Rader und Hückeswagener Stadtgebiet wirtschaftlich kaum noch darstellbar seien. Aber er hatte auch betont, dass die Sparkasse auf dieses Pfund nicht verzichten wolle – nämlich auf die Nähe zu den Kunden, auf das persönliche Gespräch und die persönliche Beratung unter vier Augen.

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