E-Sport

Spannung beim virtuellen Fußballspiel

Spannende Unterhaltung: Beim E-Sports-Turnier im Bürgerhaus spielten auf der Bühne Christoph Schröder (l.) gegen Mikail Akay das Eröffnungsspiel Paris Saint-Germain gegen den FC Bayern München.
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Spannende Unterhaltung: Beim E-Sports-Turnier im Bürgerhaus spielten auf der Bühne Christoph Schröder (l.) gegen Mikail Akay das Eröffnungsspiel Paris Saint-Germain gegen den FC Bayern München.

SC 08 lud zum zweiten Fifa-Fußballturnier an der Playstation ein und lockte mehr als 50 Konsolenfans ins Bürgerhaus.

Von Cristina Segovia-Buendía

Radevormwald. Gebannt schauen die Besucher auf den Rängen zur Leinwand, während sich zwei Jungs auf der Bühne eine hartumkämpfte Partie zwischen dem französischen Fußballclub Paris Saint-Germain (PSG) und dem deutschen Rekordmeister FC Bayern München an der Konsole liefern. Ein entscheidendes Gruppenspiel. Es geht um den Einzug in die K.-o.-Runde. Der Zeitmesser rast, wie es die kleinen Spieler auf dem Feld tun, gesteuert über die Controller in den Händen von Christoph Schröder und Mikael Akay. Keine Schweißperle zu sehen. Nahezu emotionslos, konzentriert und auf den Bildschirm vor ihnen starrend, gänzlich auf das Spielgeschehen fokussiert, nehmen sie das bunte Treiben im Saal nicht einmal wahr.

An neun weiteren Spielstationen zeichnet sich ein nahezu identisches Szenarium ab. Nach sechs Minuten ist die erste Halbzeit vorbei, doch lange Zeit zum Verschnaufen gibt es nicht, weder bei den beiden Kontrahenten auf der Bühne, noch an den übrigen Stationen. Einen kurzen Knopfdruck später pfeift der virtuelle Schiri auf dem Bildschirm zur zweiten Hälfte. Nach insgesamt zwölf Minuten steht es bei Schröder und Akay 1:1. Der einzige Punkt für beide in der Gruppenphase. Sie scheiden vor der K.o.-Runde aus.

Für Mikael Akay dennoch ein gelungenes Event: Er spielt beim SC 08 Fußball in der A-Jugend, trainiert regelmäßig. An der Konsole, sagt er, spielt er eher selten und nur mit Freunden. Trotzdem würde er sich grundsätzlich auch für eine eSports-Abteilung in seinem Verein interessieren. „Warum nicht?“

Doch längst sind nicht nur SC 08-Fußballer im Bürgersaal. Aus der näheren und weiteren Umgebung, sogar aus Hilden, sind die Teilnehmer gekommen. „Ich hatte auf der Seite von FLVW nach dem nächsten Turnier geschaut und mich gleich angemeldet“, erzählt David do Vale Aguiar. Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) kooperiert mit vielen Vereinen und stellt ihnen die Konsolen für das Event zur Verfügung, so auch in Radevormwald. Der 17-jährige Hildener hat sich mit der portugiesischen Nationalelf als Gruppenerster für die K.o.-Phase des Turniers qualifiziert. Kein Neuling. Zwar spiele er auch selbst im Verein Fußball, doch an der Konsole mache ihm der Sport ebenfalls viel Spaß, ganz gleich ob alleine oder mit Freunden.

Das Turnier hätte sich bequem auch als Online-Wettkampf austragen lassen, jeder von zu Hause aus, an der eigenen Konsole. Kaum Aufwand für den SC 08, der mit etwa zehn Mitgliedern die ganztägige Veranstaltung stemmte. Doch das kam für den Verein weder im vergangenen Jahr noch in diesem Jahr infrage. „Ziel und Zweck war es, nach der Pandemie endlich wieder zusammenzukommen, sich auszutauschen“, erklärt Geschäftsführer Björn Schmitz.

Zielgruppe ist für den SC 08sehr interessant

Die Idee zum Event brachte damals sein Sohn Nico ein, der ebenfalls begeisterter eSports-Fan ist. Die Premiere 2022 war ein großer Erfolg, so dass der Verein das Event auch in diesem Jahr auf die Beine stellte. 64 Spieler hatten sich im Vorfeld angemeldet. Am Ende kamen 52. Hauptsächlich Jungs ab zwölf Jahren. Eine Zielgruppe, die auch für den SC 08 interessant ist.

Seit längerer Zeit ist der Verein daher bemüht, eine eSports-Abteilung innerhalb des SC 08 auf die Beine zu stellen. Das würde möglicherweise eine neue Zielgruppe anlocken, grundsätzlich aber wohl die eigenen Spieler und Vereinsmitglieder stärker an den Verein binden, glauben Schmitz und Kollege Marcel Klausing, zuständig im Verein für Social Media, Marketing und eSports. Ob das Event im vergangenen Jahr dem Verein neue Mitglieder gebracht habe, könne Schmitz nicht beurteilen. Es habe auf jeden Fall eine höhere Aufmerksamkeit gebracht. Das Interesse an eSports sei groß, bestätigen auch die Teilnehmer.

Doch einfach umsetzen lässt sich das Vorhaben nicht, erklärt Klausing. Dem Verein könnte möglicherweise die Gemeinnützigkeit aberkannt werden, weil eSports noch nicht als echter Sport im Fußballverein anerkannt ist. Zudem fehlen dem Club derzeit noch die passenden Räumlichkeiten. „Uns wäre wichtig, dass es einen Raum in Sportplatznähe gebe“, sagt Schmitz.

Nach knapp sieben Stunden steht der Sieger fest: Arda Gün (18) konnte sich mit PSG im Finale gegen Freund Ilker Costur (17), der mit Fenerbahçe spielte, durchsetzen. „Ich wäre auf jeden Fall dabei, wenn der Verein eSports anbietet“, sagt Arda Gün.

Und auch Ilker Costur ist trotz Finalniederlage Feuer und Flamme. „Wir zocken häufig im Freundeskreis und hatten schon im letzten Jahr sehr viel Spaß bei diesem Turnier. Klar wäre ich auch dabei, wenn der SC eine eSports-Abteilung eröffnet“, sagt er.

Hintergrund

Sieger: Unter den insgesamt 52 Teilnehmern kämpften sich Arda Gün, Ilker Costur und David do Vale Aguiar an die Spitze und belegten die drei ersten Plätze.

Preise: Neben einer Trophäe und Werbegeschenken des Vereins von Sponsoren gab es für die besten drei einen Gutschein des Rader Unternehmens eCooler.

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