Demokratie

So läuft die Wahl des Jugendbeirats ab

Bei einem Termin in der Sekundarschule Radevormwald wurde auch die Flyer-Kampagne für die Wahl vorgestellt.
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Bei einem Termin in der Sekundarschule Radevormwald wurde auch die Flyer-Kampagne für die Wahl vorgestellt.

Bis 27. Januar können sich Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren als Kandidaten bewerben.

Von Cristina Segovia-Buendía

Nachdem der Stadtrat vor Jahreswechsel der Einrichtung eines Jugendgremiums zugestimmt hatte, laufen nun die Vorbereitungen für Radevormwalds erste Jugendbeiratswahl an. Die ersten Kandidaten, neun an der Zahl, haben sich bereits gefunden, weitere werden gebraucht, um eine demokratische Wahl durchführen zu können. Insgesamt 13 Plätze gilt es im neuen Jugendbeirat zu besetzen, bestehend aus engagierten und interessierten Jugendlichen, die zum Zeitpunkt der Wahl im kommenden März, zwischen zwölf und 17 Jahre alt sind. Politische Vorkenntnisse oder Erfahrung in der Kommunalpolitik braucht es für das Amt nicht. Nicht mal ein besonders rhetorisches Können, beruhigt Bürgermeister Johannes Mans potenzielle Kandidaten: „Wichtiger ist es, dass ihr gute Ideen mitbringt.“ Die Stadt brauche politisch engagierte Jugendliche, sagt Mans: „Ihr bringt eine Sichtweise mit, die wir brauchen, um besser zu werden.“

Denn viel zu häufig werden Entscheidungen für Kinder und Jugendliche – zwar im besten Sinne, aber über deren Köpfe – getroffen, weil in den Gremien naturgemäß erwachsene Menschen sitzen, die sich, trotz aller Bemühungen, nicht wirklich in die Lage der Jugendlichen hineinversetzen können. Leander (15) saß in den vergangenen Wochen und Monaten im Arbeitskreis, der das Projekt Jugendbeirat angestoßen und vorbereitet hat. Der 15-Jährige ist Mitglied in der Grünen Jugend und würde gerne für den Jugendbeirat kandidieren. Parteipolitik soll aber, sofern er ins Gremium gewählt wird, keine Rolle spielen. Ihn geht es um konkrete Sachpolitik fernab irgendwelcher Parteifarben. Als Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums weiß er beispielsweise nur zu gut, dass etwa die Internetverbindung an der Schule dringend optimiert werden müsste. „Erst heute saßen wir wieder im Informatikunterricht und konnten wieder einmal nicht auf den Server zugreifen, weil die Internetverbindung abgebrochen ist.“ Die vielen modernen Whiteboards in der Schule seien zwar schick, „aber wir haben nur einen Trinkwasserspender, der im Sommer einfach nicht ausreicht.“

Karim (17) hat als Schülersprecher bereits Erfahrungen darin, Verantwortung für eine Gruppe zu übernehmen und dessen Belange als Sprachrohr weiterzutragen. Kommunalpolitisch verfolgt er als Mitglied der Jusos das Geschehen in der Stadt. „Ich möchte aber nicht über Politik diskutieren, sondern gemeinsam etwas für Jugendliche erreichen. Ich möchte mich im Jugendbeirat für mehr Freizeitaktivitäten engagieren und mich für einen Volleyballplatz einsetzen“, sagt der Gymnasiast. Ohne jegliche politische Vorerfahrung wirft Bleata (16) ihren Hut in den Ring. „Ich möchte Jugendlichen eine Stimme in der Stadt geben und wünsche mir von der Politik, dass man uns besser zuhört.“ Das reizt auch Anastasia (17), die sich ebenfalls als Kandidatin aufstellen lassen will. „Der Jugendbeirat ist eine tolle Chance und bietet uns neue Möglichkeiten, dass Erwachsene uns endlich zuhören. Denn unsere Generation hat ganz andere Probleme als die Generation von Herrn Mans zum Beispiel“, sagt sie offen. Mans lacht, muss aber einsehen, dass die 17-Jährige durchaus Recht mit ihrem Vorwurf hat.

Es liegt nun in den Händen der Jugendlichen, sich zu engagieren und für einen Platz im Gremium zu bewerben. Für die anstehende Wahlkampagne werden sich die Kandidaten möglicherweise mit Foto oder einem kurzen Bewerbervideo in den sozialen Netzwerken vorstellen und auch in den Schulen um Unterstützung werben, verrät Sarah Behr von der städtischen Jugendförderung. Gemeinsam mit Britta Hallek wird sie sich um die Wahl und im weiteren Verlauf um den Jugendbeirat kümmern.

Bewerbungen

Ablauf: Bewerbungsunterlagen sind auf der Homepage der Stadt Radevormwald, sowie auf den Homepages des Theodor-Heuss-Gymnasiums und der Sekundarschule erhältlich. Außerdem können die Unterlagen auch in den Sekretariaten der Schule abgeholt, oder per E-Mail angefragt werden.

sarah.behr@radevormwald.de

Stichtag: Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 27. Januar. Bis dahin müssen die Bewerbungsunterlagen in schriftlicher Form im Amt für Jugend, Schulen, Kultur und Sport bei Sarah Behr, Kaiserstraße 140, abgegeben worden sein.

Wahl: Die Wahl wird vom 15. bis 17. März an allen weiterführenden Schulen der Stadt Radevormwald durchgeführt sowie zusätzlich an einem neutralen Ort für alle Jugendlichen, die keine Radevormwalder Schule besuchen oder sich bereits in der Ausbildung befinden.

Allen Wahlberechtigten wird zeitnah zu dieser Wahl auch eine Wahlbenachrichtigung zugeschickt.

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