Weihnachtsgeschäft

So läuft der Start des Adventsgeschäfts

Das große Einkaufen vor Weihnachten hat mit dem ersten Adventssamstag eingesetzt – hier ein Bild der Kaiserstraße aus der Adventszeit 2021.
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Das große Einkaufen vor Weihnachten hat mit dem ersten Adventssamstag eingesetzt – hier ein Bild der Kaiserstraße aus der Adventszeit 2021.

Überwiegend zufrieden zeigen sich Einzelhändler mit dem Beginn der Vorweihnachtszeit.

Von Cristina Segovia-Buendía

Radevormwald. Mit Rabatten von bis zu 50, 60 und sogar 70 Prozent versuchte der Black Friday auch in diesem Jahr wieder – online als auch stationär – die Bevölkerung noch vor dem ersten Adventswochenende zum Konsum zu verführen. Für die Bundesrepublik prognostiziert der Handelsverband Deutschland einen Umsatz von 5,7 Milliarden Euro für dieses aus den USA stammenden Verkaufsevent. Er gilt mittlerweile auch hierzulande als Auftakt für die alljährlichen Weihnachtseinkäufe.

Das Weihnachtsgeschäft allerdings scheint in der Region und je nach Branche deutlich unterschiedlich zu verlaufen, denn während der Handelsverband Nordrhein-Westfalen Rheinland nach dem ersten Adventswochenende von einem vielversprechenden Start spricht, sind die Radevormwalder Einzelhändler geteilter Meinung.

„Der erste Advent ist für uns gut angelaufen, aber man merkt deutlich, dass die Kunden verhaltener sind als in den Vorjahren“, berichtet Conny Werker von Garten-Werker nach dem ersten Adventswochenende. „Es wird genauer hingeschaut und zum Teil erfährt man, dass in diesem Jahr nur noch die jüngsten in der Familie beschenkt werden.“

Besonders bitter für Garten-Werker sei der deutliche Rückgang von Großbestellungen. „Da verzeichnen wir in diesem Jahr einen enormen Einbruch. Waren es im vergangenen Jahr noch 1000 Präsente, liegen wir in diesem Jahr bei 14. Solche Entwicklungen bereiten uns dann schon Bauchschmerzen, zumal mein Mann und ich, beide hier vom Geschäft leben müssen.“ Einen positiven Effekt habe die angeknipste Weihnachtsbeleuchtung gebracht, die allerdings nur kurzweilig die allgemeine Grundstimmung in der Stadt aufhellte, berichtet Werker.

Ganz anders bei Oliver Biesenbach, von EP: Biesenbach, Fachhändler für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte auf der Kaiserstraße. „Das Weihnachtsgeschäft ist super gestartet.“ Sowohl der Black Friday als auch die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar hätten ihn mehr Kunden und einen zufriedenstellenden Umsatz beschert. Von Fußball-Boykott könne keine Rede sein, meint Biesenbach. Er habe jetzt zuletzt einige Fernseher verkaufen können. Auch energiesparende Produkte seien gefragt.

Für das Weihnachtsgeschäft geht Biesenbach nun auch davon aus, dass wieder Smartphones als Geschenk unterm Tannenbaum landen könnten. Biesenbach schaut optimistisch auf die kommenden Wochen.

Positiv gestimmt, obwohl es bei ihm bislang noch sehr ruhig war, ist auch Martin Kühn vom Juweliergeschäft in der Rader Innenstadt. „Es regnet zwar nicht, aber es dröppelt“, sagt Kühn. Der erste Adventssamstag sei bei ihm schon immer der stillste gewesen. „Vor allem, wenn der erste Advent noch in den November fällt, merkt man das besonders. Fällt er im Dezember, haben die Leute wieder Geld auf dem Konto und sind dann eher bereit, auch nach Weihnachtsgeschenken zu schauen.“

Zwar geht auch Kühn davon aus, dass der Umsatz in diesem Jahr aufgrund der allgemeinen Lage eher rückläufiger sein wird, „aber es kann ja nicht immer nach oben gehen. Ich sehe das nicht so negativ.“

Er habe durchaus das Gefühl, dass sich die Menschen in diesem Jahr beschenken werden, auch mit Schmuck und Uhren. „Und wenn es nicht so viel Umsatz ist wie die Vorjahre, dann müssen wir uns halt nächstes Jahr etwas mehr anstrengen.“

Hintergrund

Der Handelsverband NRW Rheinland erwartet fürs Weihnachtsgeschäft ein nominales Plus von fünf Prozent. „Das ist zunächst einmal ein Grund zur Freude, was auch von den Wirtschaftsweisen so bestätigt wird“, wird Geschäftsführer Marcus Otto zitiert. „Allerdings bedeutet dies ein reales Minus von vier Prozent.“

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