Handysprechstunde

So klappt es besser mit dem Smartphone

Handy-Sprechstunde im Haus Hürxthal. Rainer Kuhn (links) gibt Detlef Grass Tipps beim Smartphone.
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Handy-Sprechstunde im Haus Hürxthal. Rainer Kuhn (links) gibt Detlef Grass Tipps beim Smartphone.

Zweimal im Monat bietet der Verein „aktiv55plus“ eine kostenlose Handysprechstunde an.

Von Cristina Segovia-Buendía

Radevormwald. Entspannt sitzt Rainer Kuhn (76) im Eingangsbereich vom Begegnungscafé Haus Hürxthal und wartet. Links und rechts von ihm werden heiter Karten und Spielsteine auf- und abgelegt. Spielgemeinschaften, die den kalten Dezembernachmittag in der warmen Stube bei einem heißen Tee und in Gesellschaft verbringen. Kuhn sitzt länger allein, bis der erste Kunde eintrudelt zur Sprechstunde beim Trägerverein „aktiv55plus“ rund um Handy, Smartphone, Laptop und Co.

Detlev Grass zückt sein Smartphone. Zwei Kontakte würde er gerne auf den Instant-Messaging-Dienst Whatsapp übertragen, er bekommt es aber nicht hin. Für Kuhn ein Klacks. Doch der Autodidakt muss sich auf dem Smartphone mit dem Android-System erst einmal zurechtfinden. „Eigentlich sind wir immer zu zweit hier. Meine Kollegin Regine Korten ist für Android zuständig, ich kümmere mich um Apple“, sagt der 76-Jährige. Die Kollegin ist gesundheitlich verhindert. Nach wenigen Klicks ist Kuhn, wo er sein will, im Telefonbuch von Grass‘ Smartphone. „Um die Kontakte auf Whatsapp zu übertragen, müssen Namen und Telefonnummer hier ins Telefonbuch eingepflegt werden“, erklärt Kuhn.

Ein kaputtes Display dürfen sie nicht austauschen

Grass schaut aufmerksam zu. Der 76-Jährige macht es zweimal vor und überreicht dann das Handy an den Lernwilligen, der gleich darauf sein erstes Erfolgserlebnis feiert. Als die Nummern eingespeichert sind, wechselt Kuhn vom Telefonbuch in die Textnachrichten-App, schon erscheinen die neuen Kontakte in der Liste. „Jetzt können sie ihren neuen Kontakten eine Nachricht schicken“, sagt Kuhn. Grass nickt zufrieden, ist dankbar für die Hilfe. Für Kuhn war das eine einfache Übung. Bei Grundkenntnissen laufe die Beratung schnell: „Wir haben aber auch Wiederholungstäter, die häufiger mit demselben Problem kommen.“ Bei vielem können die Ehrenamtler helfen, einiges aber ist ihnen untersagt: „Alles, mit dem Dienstleister Geld verdienen, dürfen wir nicht machen“, erklärt Kuhn. Erklären, wo sich manche Funktionen im Smartphone verbergen oder helfen, Apps herunterzuladen, sei kein Problem. Ein kaputtes Display auszutauschen oder ein Laptop einzurichten, dürfe er nicht.

Margarete Ebinghaus ist die zweite Kundin. Sie kennt sich gut mit dem Handy aus, bedient es sicher. Die Handysprechstunde hat sie dennoch schon häufiger aufgesucht: „Bevor ich was falsch mache, frage ich lieber vorher nach“, sagt die 67-Jährige.

Heute will sie wissen, wie sie die Werbemails aus ihrem E-Mail-Postfach verbannen kann. Kuhn erklärt: „Wenn es sich um abonnierte Newsletter handelt, kann man die meist hier am Ende der E-Mail auf einem Link wieder abbestellen. Andere Werbemails kann man in den Spam-Ordner verschieben. Der lernt dann von selbst.“ Ebinghaus ist mit der Hilfe Kuhns sehr zufrieden: „Normalerweise frage ich sonst auch mal eine Freundin, aber ich komme auch gerne zur Sprechstunde.“ Hier konnte man ihr schon immer unkompliziert helfen.

Kuhn nimmt alle Anfragen ernst. Schonmal habe jemand zu lange auf das Symbol einer App gedrückt, so dass diese auf eine andere Seite geschoben wurde. „Der dachte dann, dass er es gelöscht hatte.“

Die offene Handysprechstunde findet jeden 1. und 3. Donnerstag eines Monats statt, jeweils 16 bis 18 Uhr im Begegnungscafé Haus Hürxthal, Schlossmacherstraße 2.

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