Sie wollen das Schweigen brechen und Hilfen anbieten

Wollen das Thema „Gewalt gegen Frauen“ in die Öffentlichkeit tragen und schlugen deshalb am Mittwochvormittag einen Stand auf dem Wochenmarkt auf dem Marktplatz auf (v. l.): Daniela Lorenz, Nicole Schneider und Claudia Wahle-Ruzicka. Foto: Jürgen Moll
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Wollen das Thema „Gewalt gegen Frauen“ in die Öffentlichkeit tragen und schlugen deshalb am Mittwochvormittag einen Stand auf dem Wochenmarkt auf dem Marktplatz auf (v. l.): Daniela Lorenz, Nicole Schneider und Claudia Wahle-Ruzicka.

Mitarbeiterinnen der Caritas Oberberg klärten auf dem Wochenmarkt über das Thema Gewalt gegen Frauen auf

Von Flora Treiber

Nicole Schneider, Daniela Lorenz und Claudia Wahle-Ruzicka waren am Mittwochvormittag auf dem Wochenmarkt in Radevormwald unterwegs. Die Mitarbeiterinnen des Caritasverbandes für den Oberbergischen Kreis nahmen das 40-jährigen Bestehen des „Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ zum Anlass, um über ihre Angebote und Hilfen für Frauen zu informieren.

Die landesweite Aktionswoche soll ein Tabuthema in die Mitte der Gesellschaft rücken und das Schweigen von Betroffenen, ihren Freunden und Angehörigen brechen. Auf einem Wochenmarkt Präsenz zu zeigen, ist deswegen ein guter Schritt.

„Gewalt gegen Frauen gibt es überall, und nicht nur die Betroffenen schweigen oft, auch ihr Umfeld bleibt oft still. Im ländlichen Raum haben die Menschen noch mehr das Gefühl einer ‚heilen Welt‘, aber auch hier gibt es Gewalt gegen Frauen“, sagt Nicole Schneider. Sie leitet das Frauenhaus des Caritasverbandes im Oberbergischen Kreis. Das Haus bietet Frauen und Kindern Schutz vor Gewalt und hilft ihnen bei einem Neustart. Außerdem ist sie die Ansprechpartnerin für die Gewaltschutzberatung.

Seit dem Frühjahr gibt es in Radevormwald auch eine Frauenberatungsstelle, die jeden Montag im Caritashaus öffnet. Die Beratung für Frauen in schwierigen Lebenssituationen wird von Petra Donner geleitet. Wenn sie nicht da ist, ist die Ansprechpartnerin vor Ort Claudia Wahle-Ruzicka.

„Ich komme auch zu den Klientinnen.“

Nicole Schneider, Gewaltschutzberatung

„Bei der Frauenberatungsstelle richten wir uns an Frauen, die in einer Krise stecken. In Rade sind Frauen auf uns zugekommen, die zum Beispiel Probleme mit ihren Ex-Partnern haben“, sagt Claudia Wahle-Ruzicka. Bei der Frauenberatungsstelle werden aber auch Probleme, wie Ess-Störungen oder depressive Verstimmungen thematisiert.

Frauen, die Austausch über ihre sexuelle Orientierung suchen, Unterstützung bei Trennungen oder Scheidungen suchen, Stalking erleben oder ein offenes Ohr brauchen, können Kontakt zu der Beratungsstelle aufnehmen. Das Team bietet persönliche Beratungen im Caritashaus an, aber auch über das Telefon. Niederschwellig ist auch das Angebot der Gewaltschutzberatung, für die Nicole Schneider zuständig ist. „Ich komme auch zu den Klientinnen oder treffe mich mit ihnen an einem sicheren Ort“, sagt sie.

Die Signalfarbe Orange trugen die drei Frauen auf dem Marktplatz in Radevormwald nach außen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Das Rathaus an der Hohenfuhrstraße greift diese Farbe mit einer Aktion auf. Im Frauenhaus Oberberg arbeiten fünf Mitarbeiterinnen. Zwei Sozialarbeiterinnen, zwei pädagogische Fachkräfte und eine hauswirtschaftliche Fachkraft kümmern sich um die Frauen und Kinder, die in dem Frauenhaus Schutz suchen. Frauen aus Radevormwald kommen nur selten in dem nahe gelegenen Frauenhaus unter. „Meistens werden Frauen in Frauenhäusern untergebracht, die weiter vom Wohnort entfernt liegen. Aus Schutz vor den Tätern ist das die bessere Wahl“, sagt Nicole Schneider.

Im Frauenhaus im Oberbergischen Kreis gibt es Platz für acht Frauen und maximal zehn Kinder. Dieses Jahr wurden schon 42 Frauen mit 33 Kindern aufgenommen. In Frauenhäusern lernen Frauen, wieder selbstständig und selbstbewusst zu werden, bekommen Hilfe für einen Neustart.

Die 63 Frauenhäuser in NRW werden gebündelt im Internet vorgestellt.

www.frauen-info-netz.de

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