Weihnachten

Sie hoffen auf ein gutes Weihnachtsgeschäft

Folko Alexander Sensen und Ehefrau Inga Sensen von der Vinothek „Korkenzieher“ am Matt bieten auch Weine (Regional) und mallorquinisches Meersalz mit regionalen Gewürzen und Kräutern an.
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Folko Alexander Sensen und Ehefrau Inga Sensen von der Vinothek „Korkenzieher“ am Matt bieten auch Weine (Regional) und mallorquinisches Meersalz mit regionalen Gewürzen und Kräutern an.

Viele Händler blicken mit gemischten Gefühlen auf die kommenden Wochen.

Von Cristina Segovia-Buendía

Radevormwald. In 38 Tagen ist Heiligabend – Überlegungen zum Festtagsmenü laufen, die heimischen vier Wände werden weihnachtlich geschmückt. Einige kümmern sich schon um erste Weihnachtsgeschenke. So war es bislang bei Armin Werker in seinem Geschäft zu spüren. „Mit dem Martinsmarkt beginnt für uns normalerweise das Weihnachtsgeschäft mit der Eröffnung unseres Adventszimmers“, berichtet der Einzelhändler. Auch in diesem Jahr wurde das Themenzimmer vorbereitet, allerdings hat er mit seiner Frau Conny aufgrund der Herbstflaute Vorkehrungen getroffen. „Wir können nicht einschätzen, wie die Kunden reagieren werden, und haben weniger bestellt und eingekauft.“ Die Stimmung sei schlechter als zur Hochzeit-Zeit der Pandemie.

Seit Sommer sei der Umsatz in seinem Geschäft stetig zurückgegangen. Umsatzeinbußen von bis zu 40 Prozent musste er verbuchen. „Das macht uns schon Angst“, sagt er. Zumal für Werkers das Weihnachtsgeschäft bislang immer die umsatzstärkste Saison war. Doch schon jetzt zeichne sich ab, dass es dieses Jahr erstmals seit sieben Jahren nicht so sein wird.

Viele Firmenkunden, die sonst Mitarbeiter- und Kundenpräsente für Weihnachten bestellten, würden davon absehen oder ihr Budget reduzieren. Dennoch hegt Werker die Hoffnung, dass der Umsatz wieder etwas steigt. Grund für dieses Gefühl habe der Martinsmarkt gegeben. „Der verkaufsoffene Sonntag lief einfach super. Die Stadt war voll, viele Menschen kamen. Das hat schon einen Aufschwung gebracht.“

Einzelhändlerin Conny Werker (r.) im Gespräch mit Stammkundin Steffi Gecks, die Wein für ihr Grünkohlessen bestellt hat.

Dass Aktionen und Aktivitäten, mehr Kunden in die Geschäfte lockt, weiß er aus Erfahrung, daher freut er sich auf die kommenden Aktionen in der Stadt, wie Weihnachtsmarkt oder der Adventskalender, aber auch die Weihnachtsverlosung der Werbegemeinschaft. Dass solche Aktionen wichtig sind, wissen auch die Tourismusbeauftragte Kirsten Hackländer und Marie Steinhauer von der Wirtschaftsförderung. „Vor dem Martinsmarkt hatten viele Händler zu kämpfen, was sehr belastend für sie war“, sagt Steinhauer. Mit dem Martinsmarkt sei ein Knoten geplatzt. „Das war ein voller Erfolg“, bestätigt Hackländer. „Besonders gefreut hat uns, dass alle mitgemacht haben und auch viele Vereine vertreten waren.“ Auch der Weihnachtsmarkt vom 9. bis 11. Dezember erhalte einen „riesigen Zuspruch“. Viele Vereine hätten sich schon für einen Stand angemeldet. Auch der Adventskalender, der 2021 Premiere feierte, werde gut angenommen.

Die Ausgangslage für das Weihnachtsgeschäft schätzen Hackländer und Steinhauer als schwierig ein. „Das ist ein bundesweites Phänomen, dass die Menschen zurückhaltender konsumieren. Auf das Radevormwalder Weihnachtsgeschäft blicke ich dennoch optimistisch, weil die Rader sehr treue Kunden sind“, sagt Hackländer. Wenn die Weihnachtsbeleuchtung erstmal angeknipst und die Weihnachtsbäume die Straßen schmücken, ist sie fest davon überzeugt, dass auch die Kunden in Stimmung kommen.

Davon geht auch Kundin Steffi Gecks aus: „Die Lebenshaltungskosten drücken auf die Stimmung, und man schränkt sich schon hier und da ein, aber Weihnachten werden wir trotzdem feiern.“ Am Festtagsmenü werde nicht gespart, eventuell aber an den Geschenken, zumindest jene für Erwachsene. „Die Kinder werden ganz normal beschenkt.“

Bei Radsport Nagel: Winterpause statt Weihnachtsgeschäft

Einen Rückgang von Kunden und Umsatz kann Folko Sensen von der Vinothek „Korkenzieher“ nicht feststellen. „Wir haben den großen Vorteil, dass die Leute derzeit wohl eher zu Hause bleiben, statt ins Restaurant zu gehen, und sich zu Hause mit Delikatessen und Feinkost verwöhnen.“ So stellt er fest, dass die Nachfrage an Präsentkörben zunimmt. Einige Unternehmen hätten bereits ihre Bestellungen übermittelt. Eine steigende Nachfrage kalkuliert Sensen bei seinen Salzmischungen ein, mit personalisierten Etiketten.

Winterpause statt Weihnachtsgeschäft scheint das Gefühl bei Radsport Nagel zu sein. „Ein klassisches Weihnachtsgeschäft gibt es bei uns schon lange nicht mehr“, berichtet Geschäftsführer Sven Schreiber. Die Zeiten, in denen das Kinderfahrrad unterm Tannenbaum für Freude sorgte, ist vorbei. Zudem kommt hinzu, dass die starke Nachfrage zu Corona in Kombination mit den Lieferschwierigkeiten und der nun steigenden Inflation dazu geführt haben, dass „die Lager aktuell voll sind und wir jetzt auf Kundschaft warten.“

Einziges Nebengeschäft sei derzeit der Verkauf von Winterhandschuhen und Hosen für Ganzjahresfahrer. Den Winter für Reparaturen nutzen nur die wenigsten, wobei ausgerechnet jetzt die Werkstätten Zeit dafür hätten. „Jetzt bekommt man noch viele Termine, im Frühjahr, wenn alle ihr Rad für die neue Saison vorbereiten wollen, wird es wieder eng“, sagt Schreiber.

Hintergrund

Schmücken: In den kommenden Wochen wird die Stadt 25 Bäume vor den Geschäften der Innenstadt postieren, die Händler, aber auch Privatpersonen als Baumpaten gerne schmücken dürfen.

Adventskalender: Ab 1. Dezember verwandeln sich Geschäfte, Vereine und Institutionen in einen lebenden Adventskalender.
Jeden Tag öffnet sich an einer anderen Stelle ein Türchen. Angeboten werden Giveaways, Puppenspiele, Lesestunden, Kaffee und Kuchen, die für die Kunden und Besucher kostenlos sind.

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