Coronavirus

Senioreneinrichtungen sind gut vorbereitet

Anneliese Kunz (90) und Mitarbeiterin Lilia Stikelmaier stellen eine Besuchssituation nach, bei der der Sicherheitsabstand gewahrt wird. Archivfoto: Jürgen Moll
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Anneliese Kunz (90) und Mitarbeiterin Lilia Stikelmaier stellen eine Besuchssituation nach, bei der der Sicherheitsabstand gewahrt wird.

Besuche sind wieder einfacher möglich – die Gefahr durch das Coronavirus bleibt aber vorhanden.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Zu den Einrichtungen, die während der Corona-Pandemie besonders im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, gehören Seniorenheime. Alte Menschen gelten als stark gefährdet durch das Virus, und auch in der bergischen Region gab es Berichte über Serien von Erkrankungen, die in bestimmten Heimen auftraten.

In Radevormwald sind die Senioreneinrichtungen bislang von solchen Fällen verschont geblieben. „Bislang haben wir großes Glück gehabt“, sagt Rita Zimmer erleichtert. Die Leiterin des Seniorenhauses Radevormwald an der Uelfestraße und ihr Team haben in den vergangenen Monaten alles getan, um die Bewohner vor dem Virus Sars-CoV-2 zu schützen. Besuche von Angehörigen waren längere Zeit nicht möglich, ein schwer erträglicher Zustand für die Senioren und ihren Familien.

„Sie können jetzt auch wieder mit den Besuchern auf der Terrasse sitzen oder kleinere Spaziergänge unternehmen.“

Rita Zimmer, Leiterin des Seniorenhaus es

„Die Lage hat sich inzwischen entspannt“, sagt Rita Zimmer. „Besuche sind nun auch wieder auf den Zimmern der Bewohner möglich.“ Zuvor hatten die Besuche nur in bestimmten Räumlichkeiten stattfinden können.

Das heißt nun nicht, dass die Mitarbeiter sorglos geworden sind. „Nach wie vor müssen die Besucher einen Fragebogen zu ihrem Gesundheitszustand ausfüllen. Die Bögen werden in einer geschlossenen Box verwahrt und nach einem Monat dann vernichtet.“ Und natürlich gelten weiterhin die Vorschriften zu Desinfektion und Masken.

Weil nun der Kontakt zu den Angehörigen wieder regelmäßig möglich ist, hat sich der psychische Druck auf die Bewohner verringert. „Sie können jetzt auch wieder mit den Besuchern auf der Terrasse sitzen oder kleinere Spaziergänge unternehmen“, schildert die Leiterin der Radevormwalder Einrichtung. Auf den Zimmern selber dürfen maximal zwei Besucher anwesend sein. Masken sind weiterhin vorgeschrieben. Die meisten Besucher akzeptierten diese Hygiene-Regelungen ohne Beschwerden.

Anna Horvath, die Verwaltungsleiterin in Haus Thiele in den Wupperorten, bestätigt ebenfalls, dass sich die Lage in den Senioreneinrichtungen der Stadt mittlerweile entspannt hat.

Im Johanniter-Heim ist man weniger zufrieden

Eine telefonische Anmeldung der Besucher sei nicht mehr nötig, es gelten vielmehr bestimmte Besuchszeiten, nämlich montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr und sonntags beziehungsweise feiertags von 13 bis 17 Uhr.

Auch in der Einrichtung am Siedlungsweg müssen Besucher ein kurzes „Gesundheitsscreening“ durchlaufen. „Das geht aber relativ schnell“, versichert Horvath. Zudem wird die Temperatur der Personen gemessen, auch das geht mit einem modernen Gerät schnell und ohne Aufwand. „Die Besucher müssen unterschreiben, dass sie in den vergangenen 14 Tagen keinen Kontakt zu Covid-19-Patienten hatten.“ Diese Maßnahmen würden meist von den Betroffenen akzeptiert, „und bislang war auch jeder Besucher symptomfrei“.

Weniger zufrieden zeigt sich Gerda Nussbaumer, die Leiterin des Johanniter-Heims am Höhweg in Radevormwald. Die Corona-Schutzmaßnahmen würden viel Kapazitäten der Mitarbeiter binden, erklärt sie. Das Ausfüllen und Fiebermessen dauere halt seine Zeit, etwa zehn Minuten. „Und es gibt leider auch Menschen, die sich renitent zeigen“, berichtet die Leiterin der Radevormwalder Einrichtung von den Erfahrungen.

Nussbaumer hält es daher für nicht ausgeschlossen, dass in den kommenden Wochen durch Bund und Land wieder verschärfte Regelungen für die Senioreneinrichtungen verhängt werden könnten – zum Schutz der Bewohner vor einer Infektion.

Johannesstift

Über Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus in Einrichtungen für alte Menschen, wie Seniorenheime, wurden in den vergangenen Monaten immer wieder berichtet. Auch die Senioreneinrichtung Johannesstift in Hückeswagen hatte mit der Covid-19-Erkrankung zu kämpfen. Dort traten insgesamt 23 Fälle einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 auf.

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