Sommerfest

Sekundarschule feiert Respekt-Fest

Auf dem Sommerfest gab es auch frisches Popcorn, was reißenden Absatz fand.
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Auf dem Sommerfest gab es auch frisches Popcorn, was reißenden Absatz fand.

Zum Schuljahresende hieß das Motto „Vielfalt leben“.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Radevormwald. In der Sekundarschule an der Hermannstraße wird am Donnerstagnachmittag ein Sommerfest gefeiert, das unter dem Motto „Vielfalt leben“ steht. Und Vielfalt ist es auch, die den Besuchern geboten wird. Das sind die Schülerinnen und Schüler, darunter auch einige, die gerade als erster Jahrgang in der Geschichte der Sekundarschule ihren Schulabschluss bekommen haben. Natürlich sind auch viele Lehrerinnen und Lehrer dabei sowie Eltern und Geschwister, denn auch das gehört zur Vielfalt. Hintergrund des Fest-Mottos ist, dass die Sekundarschule Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ ist.

Für Schulleiterin Sandra Pahl ist es zum Ende des Schuljahres die Gelegenheit, das Geschehen auf sich wirken zu lassen: „Das ist auch mal ganz schön, ich genieße das jetzt ganz gerne.“ Organisiert hat das Fest Lehrer Marcel Klausing. „Es ist eine Kooperationsveranstaltung unserer Schule, des Fördervereins und des SC 08 Radevormwald“, sagt Klausing, der gerade hinter einem Grill steht und Würste wendet. Nachdenklich sagt er: „Das Schuljahr war so sehr geprägt von der Pandemie, dass wir uns gedacht haben, mit einem solchen Fest auch ein wenig die Gemeinschaft wieder aufleben zu lassen, die uns als Schule ausmacht.“

Das Schuljahr war so sehr geprägt von der Pandemie.

Marcel Klausing, Lehrer

Dass das Thema „Vielfalt leben“ sowie die Mitgliedschaft im Netzwerk keine hohlen Phrasen sind, wird gleich am Ausgang zum Schulhof deutlich. Dort steht eine Schokokuss-Wurfmaschine. Aber: Schokoküsse haben früher andere Bezeichnungen gehabt. Dieses potenziell konfliktbeladene Thema wird auf einer Stelltafel daneben behandelt. Die Worte „Negerkuss“ und „Mohrenkopf“ stehen da, daneben Sätze wie: „Darf man das noch sagen?!“, „Ich lass mich doch nicht erziehen!“ oder „Das meine ich doch gar nicht böse!“.

Allerdings geht es um Respekt. Das wird in anderen Sätzen behandelt. „Muss man alles sagen, was man sagen darf?“ oder „Echte Veränderung beginnt im Kopf und findet seine Wege über das Wort.“ Oder einfach: „Zeige Respekt!“

SC 08-Vorstand Fabian Lenhard lobt: „Wir positionieren uns auch gegen Rassismus, deswegen war es für uns klar, dass wir hier beim Sommerfest der Sekundarschule vertreten sind.“ Die Vertreter des SC, Lenhard wird von seinem Kollegen Olaf Reichenberg unterstützt, haben einen Tischkicker aufgebaut. „Eigentlich wollten wir auch einen Parcours aufbauen, aber es war zu heiß“, sagt Lenhard. Reichenberg ergänzt: „Das Ganze ist eine tolle Aktion, die wir sehr gerne unterstützen – und vielleicht hat ja auch der eine oder andere Lust, bei uns mal im Verein vorbeizukommen.“

Dann erklingt plötzlich Gesang, mehrere Lehrer stehen im Schatten und singen zur Begleitung durch Schlagzeug und Gitarre den Pop-Klassiker „California Dreaming“, zum Auftakt hat die Schulband bereits zwei Songs gespielt, und später wird die Theatergruppe noch eine Aufführung darbieten. Die Stimmung ist gut, und das ist natürlich auch der Sinn eines solchen Festes. „Klar geht es auch um das Thema Rassismus, aber uns liegt natürlich auch besonders daran, nach den schwierigen Wochen und Monaten der Corona-Pandemie eine schöne Erinnerung für die Schulgemeinschaft zu schaffen“, sagt Klausing.

Hintergrund

Zum Ende des Sommerfests wurde der Film „Schwarze Adler“ gezeigt, ein Dokumentarfilm über DFB-Spieler mit Migrationshintergrund aus dem Jahr 2021. Der titelgebende „schwarze Adler“ bezieht sich dabei auf das Trikot der deutschen Nationalmannschaft.

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