Aktion

Sekundarschüler nehmen an „Juniorwahl“ teil

Marcel Klausing (Mitte) mit Jusra und Alan an der Wahlurne.
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Marcel Klausing (Mitte) mit Jusra und Alan an der Wahlurne.

Jugendlichen soll der Wert von Demokratie vermittelt werden

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Vom Alter her dürfen sie noch nicht zur Wahlurne schreiten. In der Radevormwalder Sekundarschule taten es die Schüler und Schülerinnen der Stufen 7 bis 10 dennoch. Marcel Klausing, pädagogischer Mitarbeiter an der Schule, hatte für sie das Projekt „Juniorwahl 2021“ an ihre Schule geholt und organisiert.

Nun war es so weit: Der große Wahltag fand statt. Die Juniorwahl ist ein bundesweites Angebot, das Schulen vor der Bundestagswahl gemacht wird. Der Prozess der Wahl solle den Schülern näher gebracht werden. Ziel sei es, Jugendlichen bewusst zu machen, was Demokratie für einen Wert hat, erklärte Klausing am Morgen im extra eingerichteten Schul-„Wahllokal“ im Erdgeschoss des Sekundarschulgebäudes am Parkplatz der Hermannstraße. „Daher läuft die Juniorwahl genauso wir eine richtige Wahl ab.“ Es sei quasi eine originalgetreue Simulation der Bundestagswahl 2021 – von der Wahlbenachrichtigung bis hin zur Stimmabgabe in einem Wahlbüro.

In den vorhergehenden Tagen wurden die Wahlbenachrichtigungen in den teilnehmenden Jahrgängen verteilt. Darüber hinaus gab eine Menge Informationen zur Wahl im Fach Gesellschaftslehre. „Antworten gab es auf die Fragen: Wie wählt man? Was ist die Erst- und was die Zweitstimme? Für was stehen die Parteien?“, erläuterte Klausing.

Nick, Alexandra und Leon (v. r.) am Wahlhelfertisch.

Unterstützt wurde er bei der Durchführung der Juniorwahl von sieben jungen Wahlhelfern. Sie hatten sich, kaum war der Aufruf nach der Suche nach Helfern draußen, bei ihm gemeldet. Alexandra und Nick aus der Klasse 10e und Leon, Alan, Jusra, Jacqueline und Rohan aus der 8b waren dafür verantwortlich, dass bei der Wahl alles korrekt ablief. „Am Morgen haben wir die Wahlurnen zunächst gesichert und verplombt“, sagte Klausing. Nach und nach kamen dann die wahlberechtigten Schüler und Schülerinnen, mussten sich bei den Wahlhelfern und Wahlhelferinnen ausweisen, wurden auf der Namensliste abgehakt und bekamen ihren Wahlzettel ausgehändigt. Der war identisch mit dem, den am kommenden Sonntag auch alle volljährigen Bürger und Bürgerinnen zur Bundestagswahl bekommen werden.

„Mir war vorher aber gar nicht klar, wie groß die Parteienvielfalt ist.“

Sekundarschülerin Jusra (13)

Alle bei der „richtigen“ Wahl teilnehmenden Parteien waren darauf zu finden. „Originalgetreu“, erklärte Marcel Klausing. Eine Wahl erlebbar zu machen, das kam bei allen Jugendlichen gut an – bei denen, die wählten, und bei denen, die halfen. Das Interesse war groß. „Man hat auch vieles Politisches erfahren, was man vorher nicht wusste“, sagte Jusra (13). Ihr Vater ist in einer Partei aktiv, erzählte sie. „Und meine Schwester macht am Sonntag als Wahlhelferin mit.“ So hat auch sie sich spontan entschlossen, sich bei der Juniorwahl zu engagieren. Sie findet es wichtig, sich politisch zu informieren und sich zu engagieren. „Mir war vorher aber gar nicht klar, wie groß die Parteienvielfalt ist“, sagte sie. Alan (14) stimmte ihr da zu. Für ihn war die Beschäftigung mit einer politischen Wahl Neuland. „Es ist sehr interessant, wenn man sich damit richtig beschäftigt.“

378 junge Wahlberechtigte nahmen in der Sekundarschule an der Juniorwahl teil. Jetzt wartet nicht nur Marcel Klausing auf das Wahlergebnis, sondern auch die jungen Wähler und Wählerinnen sind gespannt, wie es ausgeht. Morgen werden die Wahlzettel ausgewertet. „Anfang nächster Woche wird dann das Ergebnis verkündet“, erklärte Klausing. Dann steht fest, welche Partei bei der Jugend derzeit hoch im Kurs steht.

Hintergrund

Alle vier Jahre entscheiden die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands neu über ihre Vertretung im Parlament, dem Deutschen Bundestag. Am Sonntag, 26. September, findet Bundestagswahl statt. Einhergehend mit der Wahl wird darüber entschieden, wer der nächster Bundeskanzler oder die nächste Bundeskanzlerin wird. Jeder Staatsbürger ab Volljährigkeit hat das Recht, zu wählen und gewählt zu werden.

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