Glaube

Die Seelsorge liegt ihr besonders am Herzen

2003 trat Manuela Melzer ihre Pfarrstelle in Radevormwald an – Sie setzte sich gegen 59 Mitbewerber durch. Foto: Claudia Radzwill
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2003 trat Manuela Melzer ihre Pfarrstelle in Radevormwald an – Sie setzte sich gegen 59 Mitbewerber durch.

Vor 25 Jahren feierte Pfarrerin Manuela Melzer ihre Ordination.

Von Claudia Radzwill

Vor 25 Jahren wurde Pfarrerin Manuela Melzer ordiniert. Groß feiern kann die Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Radevormwald das Jubiläum am heutigen Tag wegen der Corona-Pandemie nicht. „Ich hoffe aber, dass im Sommer ein Festgottesdienst möglich sein wird – vielleicht auch Open-Air“, sagt sie.

Mit der Pfarrstelle in Radevormwald trat Manuela Melzer 2003 ihre erste Stelle an. Pfarrer Dietrich Menn ging in den Ruhestand. Auf die vakante Stelle gab es damals 60 Bewerbungen, erinnert sich die Pfarrerin. Manuela Melzer und ihre Familie haben sich in der Bergstadt sofort wohlgefühlt. „Wir wurden herzlich in der Kirchengemeinde aufgenommen und die Stadt gefiel uns von Anfang an“, berichtet sie von ihren Anfängen in Radevormwald.

Schon als Jugendliche gestaltete sie Kindergottesdienste mit

Aufgewachsen ist die Seelsorgerin in Heiligenhaus. Schon als Jugendliche gestaltete sie Kindergottesdienste mit, war aktiv in der Jugendarbeit. 1984 machte sie in Ratingen ihr Abitur, absolvierte anschließend eine kaufmännische Ausbildung. „Der Gedanke, danach Theologie zu studieren war da schon da“, sagt sie.

Die einzige Hürde: Für das Studium braucht man die Sprachen Alt-Hebräisch, Alt-Griechisch und Latein. „Da ich kein Latinum hatte, musste ich gleich drei Sprachen neu lernen. Das schreckte mich noch ein wenig ab.“ Doch die Berufung für die Seelsorge war stärker. „Ich habe in mich hineingehorcht. Habe Gespräche mit anderen geführt. Und das Zwiegespräch mit Gott gesucht,“ sagt sie. Dabei habe sie gespürt, dass die Theologie der richtige Weg sei.

1986 begann sie mit dem Studium an der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal. Es folgten Stationen in Münster und Bonn. 1993 machte sie dann in Wuppertal das erste Examen, 1995 das zweite Examen. Vikariat und Hilfsdienst schlossen sich an. Ihre Einführung ins Pfarramt fand am 4. Februar 1996 in der evangelischen Kirchengemeinde in Essen-Heisingen statt.

Nach ihrer Ordination kehrte Manuela Melzer für fünf Jahre in ihre Heimatgemeinde in Heiligenhaus zurück. „Die Pfarrerin dort richtete eine 10-Stunden-Stelle für mich ein. Ich kümmerte mich um den Kita-Betrieb, um den Konfirmandenunterricht, um Krabbelgottesdienste und Krabbelgruppen,“ blickt sie zurück. Das war vereinbar mit der Familie. Ihre beiden Söhne wurden 1996 und 1998 geboren.

Als Manuela Melzer nach Radevormwald kam, etablierte sie das Angebot „7-Wochen-ohne“. Es geht darum, in der Fastenzeit etwas bewusst zu ändern. 2021 läuft das Angebot unter dem Motto „7 Wochen anders“. Das passe besser, findet die Pfarrerin. „Wir müssen derzeit sowieso schon auf so vieles verzichten.“ Die Lutheraner verzichten derzeit auf die Präsenzgottesdienste. Und auf die Gruppentreffen – die sonst ein fester Bestandteil des Gemeindelebens sind. „Die Gesundheit geht aber ganz klar vor,“ sind sich Manuela Melzer und ihr Kollege Pfarrer Philipp Müller einig. Corona mache aber auch kreativ: Gottesdienste gibt es derzeit im Live-Stream. Auch den Familiengottesdienst gab es schon online. Manuela Melzer rief ihn 2010 ins Leben – er findet eigentlich im Paul-Gerhardt-Haus statt.

„Wir mussten Seelsorgeangebote kürzen. Das fällt nicht leicht.“
Pfarrerin Manuela Melzer über die Reduzierung der Pfarrstellen von drei auf zwei

Als Manuela Melzer in der lutherischen Gemeinde anfing, gab es drei Pfarrerstellen. Heute gibt nur noch zwei. Die Gemeinde wurde kleiner, es wurde umstrukturiert. „Wir mussten Seelsorgeangebote kürzen. Das fällt nicht leicht,“ sagt sie.

Eine der schwersten Entscheidung, die Manuela Melzer mittreffen musste, war der Abriss des Wartburghauses – das finanziell nicht mehr zu halten war. „Zehn Jahre lang befanden wir uns in einer Endlosschlaufe.“ Nun ist beschlossen: An der Stelle des Gemeindehauses an der Andreasstraße baut die Gemeinde neue altengerechte Wohnungen und einen kleineren Gemeinde-Treffpunkt.

Gottesdienste

Mit Beginn der Pandemie im März 2020 war die luthrische Gemeinde Radevormwald eine der ersten vor Ort, die einen sonntäglichen Livestream-Gottesdienst einrichtete – initiert von Pfarrer Philipp Müller. Das Angebot wird seither aufrecht erhalten, auch wenn ein Präsenzgottesdienst stattfindet. Der nächste Livestream-Gottesdienst aus der lutherischen Kirche findet am Sonntag, 14. Februar, um 10 Uhr statt. Den Link gibt es im Internet.

radevormwald-kirche.de

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