Schulbeginn

Sechs neue Lehrer fürs neue Schuljahr begrüßt

Neue Lehrer fürs neue Schuljahr an der Sekundarschule (sitzend von l.): Alina Dettlaff, Barbara Moraidis, Casmu Erol. Stehend (v.l.) Leo Finkensieper, Olaf Hofmeister, Paul Kandelhardt.
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Neue Lehrer fürs neue Schuljahr an der Sekundarschule (sitzend von l.): Alina Dettlaff, Barbara Moraidis, Casmu Erol. Stehend (v.l.) Leo Finkensieper, Olaf Hofmeister, Paul Kandelhardt.

Pünktlich zum Schulbeginn am Mittwoch stockt die Radevormwalder Sekundarschule erneut ihr Personal auf.

Von Cristina Segovia-Buendía

Für Schulleiterin Sandra Pahl ist es beinahe schon Standard, nach den Sommerferien neue Lehrer an der Sekundarschule willkommen zu heißen. „Wir haben in den vergangenen Jahren immer fünf bis sechs neue Lehrer dazubekommen, weil wir uns im Aufbau befunden haben“, sagt sie. Jeden Sommer kam ein neuer Jahrgang dazu, so dass mehr Pädagogen für den Schulbetrieb gebraucht wurden. Seit vergangenem Jahr sind nun alle Jahrgänge von der fünften bis zur zehnten Klasse vertreten. Dieses Jahr feierte der erste Jahrgang seinen Abschluss – und dennoch darf sich Pahl erneut über neue Kräfte im Kollegium freuen. „Wir sind sehr froh, dass es nochmal geklappt hat und wir durch das NRW-Sonderprogramm ‚Aufholen nach Corona‘ zusätzliche Unterstützung für unsere Schüler erhalten.“ Mit den sechs neuen Zugängen wächst das Lehrerkollegium auf 49 Pädagogen an, die den mittlerweile 500 Schülern zur Verfügung stehen.

Bei Leo Finkensieper (20) und Paul Kandelhardt (21) handelt es sich um zwei junge Studenten aus Radevormwald, die sich seit wenigen Semestern an der Bergischen Universität Wuppertal für den Lehrerberuf ausbilden lassen und jetzt über das Sonderprogramm der Landesregierung mit jeweils neun Wochenstunden als Unterstützung dazu stoßen. Finkensieper studiert Englisch und Spanisch, Kandelhardt Sonderpädagogik mit der Fächerkombination Deutsch und Sachunterricht. Klassisch unterrichten werden sie nicht, sondern vielmehr den Schülern mit zusätzlichen Fördereinheiten zur Seite stehen, erklärt Pahl. „Sie werden sicherlich auch im Unterricht dabei sein, vielleicht in kleineren Gruppen mit den Kindern, die es brauchen, arbeiten. Die Fünftklässler, die jetzt frisch von der Grundschule kommen und während Corona einiges versäumt haben, werden es sicherlich brauchen.“

Doch auch älteren Schülern könnten sie helfen, indem sie Orientierung und Beratung bieten, etwa, wie man sich auf Prüfungen oder den Wechsel aufs Gymnasium vorbereitet, welche Studienmöglichkeiten es gibt. Im Zuge des Sonderprogramms stehen Finkensieper und Kandelhardt bis Ende des Jahres unter Vertrag. Doch auch darüber hinaus, plant Pahl, die angehenden Lehrer als Hilfskräfte beizubehalten. „Ich finde es wichtig, dass die jungen Menschen viel Praxiserfahrung sammeln“, sagt die Schulleiterin überzeugt und beide Studenten nicken. Auch sie nutzen diese Möglichkeit, um Erfahrungen zu sammeln und im Praxisalltag zu klären, ob ihnen dieser Beruf liegt.

Alisa Dettlaff hat all das schon hinter sich. Die 30-Jährige hat unter anderem an der Universität zu Köln Deutsch und Französisch auf Lehramt studiert, Auslandserfahrungen in Kanada gesammelt und war zuletzt in Euskirchen und Lindlar im Schuldienst. Ihr Referendariat hat sie frisch beendet und kommt nun als neue Klassenlehrerin der 9a an die Sekundarschule. „Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe als Klassenlehrerin“, sagt sie freudestrahlend. Radevormwald kennt sie noch nicht. Anders Camsu Erol. Die 33-jährige Pädagogin ist in Radevormwald aufgewachsen, besuchte die Realschule und zog dann mit ihrer Familie in die Türkei, wo sie ihr Studium als Pädagogin absolvierte und Deutsch als Fremdsprache (DaF) unterrichtet. Vor einigen Jahren kehrte sie in ihre alte Heimat zurück und half bislang als Teilzeitkraft an der Sekundarschule aus, kümmerte sich um Flüchtlingskinder. Ab diesem Sommer tritt sie eine Vollzeitstelle an und wird weiterhin Kindern die deutsche Sprache beibringen. Insgesamt werden an der Sekundarschule im neuen Schuljahr 22 Flüchtlingskinder unterrichtet, davon derzeit 16 Ukrainer. Weitere wurden angekündigt.

Die beiden letzten in der neuen Runde sind lebenserfahrener, aber nicht minder motiviert. Barbara Moraidis (57) unterrichtete viele Jahre an Gymnasien und Berufskollegs, war zuletzt an einer Privatschule aktiv und davor 15 Jahre lang selbstständige Theaterleiterin. Ihre Fächer sind Biologie, Musik und Theater, und ihr Wunsch ist es, Theaterpädagogik in alle Bereiche der Schule einzubinden. Sie bringt nicht nur viel theoretisches Wissen mit, sondern auch Praxiserfahrung, die sie den Schülern vermitteln will. Ihre Kollegen des Unterrichtsfaches Darstellung und Gestaltung kennt sie zwar noch nicht, freut sich aber auf die neue Tätigkeit.

Olaf Hofmeister (53) bringt ebenfalls viel Erfahrung mit und ist kein Unbekannter an der Radevormwalder Sekundarschule: Bereits in der Vergangenheit arbeitete der studierte Ingenieur in Elektrotechnik hier als Integrationshelfer, absolvierte zuvor über den zweiten Bildungsweg die Qualifikation als Lehrkraft und unterrichtete zuletzt an der Nelson-Mandela-Sekundarschule in Remscheid. Seine Fächer sind Mathematik und Technik. An der Sekundarschule wird er als Klassenlehrer Verantwortung für die 8c übernehmen. Was der Wahl-Rader seinen Schützlingen mit auf den Weg geben will? „Selbstwert, Selbstwirksamkeit und Emanzipation.“

Hintergrund

Mit Unterstützung des Bundes stellt die Landesregierung im Zuge des Aktionsprogramms „Ankommen und Aufholen“ 430 Millionen Euro zur Verfügung, um Schulen bei der Aufarbeitung der Pandemiefolgen zu unterstützen. Bis zum 31. Dezember 2022 haben Schulen so die Möglichkeit, „individuelle Förderangebote auf- und auszubauen, zusätzliches befristetes Personal einzustellen und Kooperationen mit außerschulischen Partnern zu organisieren“, um pandemiebedingte Lernrückstände zu schließen, heißt es auf der Seite des Schulministeriums.

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