Sechs Männer in Önkfeld festgenommen

"Wir müssen reagieren, wenn sich bestimmte Vorkommnisse häufen", sagt Hubert Kraus. Der Kriminalhauptkommissar arbeitet beim Kölner Staatsschutz und hat in letzter Zeit den Namen "Radevormwald" öfters hören müssen - wenn es um Randale und Streitigkeiten mit rechtem Hintergrund ging.

Erst im April war es zu Auseinandersetzungen am Dahlerauer Bahnhof gekommen (wir berichteten). "Daraufhin hatten wir uns mit den Gummersbacher Kollegen zusammengesetzt, weil wir den 1. Mai als prädestiniert für Randale empfanden", sagt Kraus.

Ein Großaufgebot zeigte somit in der Mainacht Präsenz. Bereitschaftspolizei sei ebenso dabei gewesen wie Beamte aus Köln und Gummersbach, Zivilkräfte und der Staatsschutz selbst - unter Leitung der oberbergischen Polizeibehörde.

Das Bauchgefühl trog die Beamten nicht: In Önkfeld, wo man friedlich die "April-Ski-Party" feierte, kam es zu einer Schlägerei: Sechs Tatverdächtige stritten zunächst verbal, dann auch mit den Fäusten mit einem 18-jährigen Radevormwalder. "Dabei sind auch fremdenfeindliche und rassistische Äußerungen gefallen", sagt Hubert Kraus.

Weil die Polizei in dieser Nacht nun ohnehin unterwegs war, erreichten die ersten Einsatzwagen Önkfeld schon "eineinhalb Minuten" nach Beginn der Streitigkeiten, wie Kraus beschreibt. Die sechs Tatverdächtigen, allesamt Männer aus Rade im Alter von 17 bis 25 Jahren, wurden festgenommen. "Der 18-Jährige wurde bei der Auseinandersetzung leicht verletzt und ambulant im Krankenhaus behandelt."

Auf den Staatsschutz, der für den Ermittlungsbereich zuständig ist, wartet nun Arbeit. "Wir haben die Tatverdächtigen vernommen, das ist noch nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Köln hat ein Strafverfahren eingeleitet", berichtet Kraus. Zeugen werden angehört, Details geprüft. "Das wird uns noch eine Zeitlang beschäftigen."

Präsenz zeigen, rasch für Deeskalation sorgen: Das sei dem Staatsschutz wichtig, beschreibt Hubert Kraus, ein "Ihr könnt nicht machen, was ihr wollt" die klare Ansage.

Im "Fall Önkfeld" waren die sechs Tatverdächtigen alkoholisiert. "Aber eher im leichten Bereich", sagt Kraus und räumt mit dem Vorurteil auf, dass Alkohol und Aggressivität zwingend zusammengehören. "Wer auf Krawall aus ist, will handlungsfähig bleiben - das sieht man beispielsweise auch bei Hooligans."

Man wollte ein deutliches Zeichen setzen Radevormwald behält der Staatsschutz im Blick. "Gemeinsam mit den Kollegen vor Ort, die ihre Stadt und Region aus dem Effeff kennen", betont Kraus. "Mit unserem Einsatz wollten wir ein deutliches Zeichen setzen." Und dafür hatten sie sich auch stark gemacht: "Denn beim Ministerium so viel Personal für ländlichen Raum wie Oberberg locker zu machen, ist alles andere als leicht."

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