Radevormwald

Sechs Gemeinden öffnen nachts ihre Kirchen

: Der Paul-Gerhardt-Chor lud in der lutherischen Kirche zum einem Evensong ein.
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: Der Paul-Gerhardt-Chor lud in der lutherischen Kirche zum einem Evensong ein.

Zum sechsten Mal gab es die Veranstaltung – Das gemeinsame Thema war „Frieden“

Von Claudia Radzwill

Vor den Eingangstüren der lutherischen Kirche flackern Flammen in der Feuerschale, Gitarrenklänge begrüßen die Besucher und Besucherinnen. Die Jugend der Gemeinde macht damit am Freitagabend auf die „Nacht der offenen Kirche“ aufmerksam.

Der Abend steht unter dem Bibelvers „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht“ aus dem Johannes-Evangelium. Sechs Kirchengemeinden machen mit, haben zum Thema „Frieden“ etwas geplant.

Kunstwerke hängenneben Bibelversen

Im Gotteshaus der Lutheraner an der Burgstraße gibt es einen Rundweg mit verschiedenen Stationen. „In den Mittelpunkt haben wir den 'Herzensfrieden' gestellt“, sagt Pfarrerin Manuela Melzer. Der Weg durch den Kirchenraum führt an einer Wand voller mit Bibelversen versehenen Friedenstauben vorbei, weiter zu einer Tauben-Plastik von Bernhard Guski. Daneben steht ein Aquarell des Künstlers. Es zeigt Flüchtlinge, die sich in einem Strudel befinden, die ein „Woher und Wohin“ suchen. „Bernhard Guski hat Flucht, Vertreibung, Elend und Verlust als Kind erlebt. Es prägte sein Handeln, Frieden ist für ihn zum Lebensthema geworden“, sagt Gudrun Henseler, die zum Orga-Team gehört.
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Bei Susanne Fischer können Besucher und Besucherinnen Seidentücher mit kleinen Friedensbotschaften batiken – welche das ist, wird erst nach dem Trockenen zu Hause sichtbar sein, verrät sie. Pastor Philipp Müller lädt zu einem stillen Herzensgebet mit Gott in die Sakristei ein. Ein Höhepunkt: Um 19 Uhr findet mit dem Paul-Gerhard-Chor unter der Leitung von Kirchenmusikerin Angelika Kozinowski-Werler ein Evensong an – ein von der Musik getragenes Abendgebet, das aus Eröffnung, Hymnus, Fürbitte, dem Vater unser und dem Segen besteht. In einige Stücke stimmt auch das Publikum mit ein.

Viele Rader und Raderinnen ziehen am Abend durch alle offenen Kirchen. „Wir sind gerade auf den Weg zum Evensong, wir waren schon in der katholischen und der reformierten Kirche“, erzählt ein Ehepaar beim Eintritt ins lutherische Gotteshaus. Sie finden die Aktion „Nacht der offenen Kirchen“ gut, kennen sie aus früheren Jahren.

In der Kirche St. Marien an der Bischof-Bornewasser-Straße wird an die „vergessenen Kriege in der Welt“ erinnert. „Unser Vorbereitungsteam hat sich mit Bürgerkriegen und Unruhen beschäftigt, die gerade nicht in den Schlagzeilen stehen“, sagt Nika Reinbott. Pfarrvikar Michael Weiler ergänzt: „Es gibt stündlich eine kleine Andacht mit Gesang und Gebeten zum Innehalten.“ Vorne am Altar steht eine Landkarte, Punkte markieren die Krisengebiete. An einer Wand der Kirche hängen Infozettel, versehen mit Flaggen der Krisenländer und kleinen Berichten.

In der lutherischen Kirche gab es einen Rundgang zum Thema Frieden. Auch Werke des Künstlers Bernhard Guski waren zu sehen, die Gudrun Henseler (r.) vorstellte.

„Wir möchten zum Einklang von Gott, Mensch und Natur ermutigen. Der Einklang hilft uns zum Frieden“, erklärt Pastor Dr. Dieter Jeschke in der reformierten Kirche am Markt. Hier gibt es stündlich kurze Bibeltexte zur Schöpfung und zum Frieden sowie Poesie über Bäume und Wald. Darunter auch das Gedicht „Ribbeck auf Ribbeck von Havelland“ - in das einige Zuhörer und Zuhörerinnen gleich mit einfallen. Außerdem kann jeder „entdecken“, mittels einem Erlebnis-Wald-Parcours. In der Martinikirche an der Uelfestraße werden den Abend über Friedenstexte gelesen, verbunden mit einem musikalischem Programm. Pastor Roland Johannes an der kleinen Orgel vorne am Altar musiziert zusammen mit Claudia Braune an der Querflöte.

In In St. Marien wurde an die vergessenen Kriege erinnert. Gebete und Gesang luden zum Innehalten ein.

In den Außenortschaften gibt es zwei weitere offene Gotteshäuser: Eine gemeinsame Aktion bieten in der Kirche St. Josef in Dahlerau die katholische Gemeinde und die evangelische Gemeinde Remlingrade-Dahlerau an - unter dem Motto „Frieden braucht gelebte Gemeinschaft“. In der Freien evangelischen Gemeinde am Grafweg werden Friedenslieder gesungen.

Hintergrund

Alle zwei Jahre findet die ökumenische Aktion „Nacht der offenen Kirchen“ in der Innenstadt und den Außenorten von Rade statt. In diesem Jahr fand sie zum sechsten Mal statt. Geöffnet waren die Kirchen von 18 bis 22 Uhr. Punkt 18 Uhr läuten alle Kirchenglocken und luden zur offenen Kirchennacht ein.

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