Pandemie

Schnelltests in Rade – so ist die Lage

Das Testzentrum im Sonnenstudio „Sun One“ bleibt weiter offen. Das Foto entstand nach der Eröffnung, Daniela Di Genua macht einen Nasenabstrich bei Atilla Arzu.
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Das Testzentrum im Sonnenstudio „Sun One“ bleibt weiter offen. Das Foto entstand nach der Eröffnung, Daniela Di Genua macht einen Nasenabstrich bei Atilla Arzu.

Eine eigene Testmöglichkeit für die Wupperorte ist noch nicht in Sicht.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Eine unerfreuliche Überraschung gab es am Donnerstag für manche Radevormwalder, die einen vermeintlich kostenlosen Corona-Schnelltest machen wollten. „Ich war heute selber im Corona-Point in der Schlossmachergalerie“, berichtet Bürger Michael Ruhland. Dort habe er erlebt, dass manche Menschen erbost auf die Nachricht reagiert hätten, dass der Test nun drei Euro kostet. Das war zwar in den Medien angekündigt worden, „aber viele dachten, das würde erst mit dem Monatswechsel kommen“, meint Ruhland. Deshalb sei am 30. Juni der Andrang größer gewesen, vermutet er.

Während die Corona-Inzidenzen auch in Oberberg wieder steigen – laut Mitteilung des Kreisgesundheitsamtes von Dienstag kamen in der Vorwoche 2095 positive Fälle und eine Steigerung der Inzidenz um fast 100 auf 800,9 – schließt zudem am gestiegen 1. Juli eines der offiziellen Testzentren in Radevormwald, jenes der Bergischen Apotheke.

Dr. Ralph Bültmann war der erste, der vor Ort die Tests anbot. Die Schließung kündigt der Apotheker auf seiner Facebook-Seite an. „Vor über einem Jahr haben wir mit dem Testen begonnen“, heißt es dort. Zweimal sei das Zentrum umgezogen, „und die Coronaregeln haben sich mindestens drei Dutzend Mal geändert“. Zurzeit brauche die Stadt keine drei Testcenter mehr, doch sollte sich die Lage zum Herbst wieder verschärfen, sei das Team, dem Bültmann ausdrücklich dankt, wieder am Start.

Allerdings gibt es mit der Schließung des Testcenters der Bergischen Apotheke immer noch drei Testmöglichkeiten in der Stadt. Es gibt das Testzentrum im „Sun One“ (Kaiserstraße 111), die Teststelle Bergerhof an der Lohengrinstraße1 und den genannten Corona-Point in der Schlossmachergalerie. In der offiziellen Auflistung des Kreises ist letzterer derzeit nicht aufgeführt. Ein Versehen, wie Jessica Schöler von der Pressestelle des Kreises einräumt. Das werde nun korrigiert.

Tatsächlich ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten, das Angebot vor Ort ändert sich ebenso wie die Adressen. Auf der Liste, die über die Seite www.radevormwald.de abgerufen werden kann, ist auch noch das Testzentrum in den Wupperorten verzeichnet, das hat jedoch inzwischen geschlossen – auch zum Kummer von Michael Ruhland, der am Donnerstag von den Wupperorten in die Stadt gefahren war, um sich dort testen zu lassen. Er hofft, dass die Menschen im Tal der Wupper bald auch wieder eine Testmöglichkeit vor Ort haben.

Dieses Thema hatte er bereits im vergangenen Jahr öffentlich gemacht, tatsächlich öffnete dann im Januar 2022 im Bürgerzentrum am Siedlungsweg eine solche Anlaufstelle. Das Zentrum wird allerdings derzeit umgebaut. Ruhland hatte bei der Verwaltung nachgefragt, ob es eine Alternative gebe, doch ihm wurde mitgeteilt, es gebe zurzeit keinen Anbieter. „Das war zumindest der Stand vor drei Wochen“, sagt der Wupperaner.

Bürgermeister Johannes Mans teilt auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass die Stadt sich um einen neuen Anbieter in den Wupperorten bemüht: „Wir sind unter anderem in Gesprächen mit dem Eigentümer des Wuppermarktes.“

Andererseits habe die Erfahrung gezeigt, dass das Testzentrum am Siedlungsweg auf wenig Resonanz bei den Bürgern vor Ort gestoßen sei. Daher hätten die Betreiber sich auch zurückgezogen, noch bevor die Baumaßnahmen in den Gebäuden begonnen hätten.

Mans gibt zu denken, dass die Lage vor sieben Monaten auch noch eine andere war: „Es gab ja das Problem, dass die Einwohner der Wupperorte den Bus in die Stadt nur benutzen konnten mit einem gültigen Test.“ In dieser Lage sei der Ruf nach einem Zentrum vor Ort nachvollziehbar gewesen. Die Stadt wolle an dem Thema auf jeden Fall dran blieben.

Wie sich die neue Situation – höhere Fallzahlen aber zugleich neue Kostenpflicht – generell auf die Resonanz bei den Testzentren auswirken wird, könne man derzeit nicht seriös, schätzt Kreissprecherin Jessica Schöler ein. „Offensichtlich warten viele Betreiber noch ab.“

Hintergrund

Neue Regelung: Will man eine Veranstaltung in einem Innenraum aufsuchen oder hat man eine rote Corona-Warn-App, muss man ab Donnerstag drei Euro für einen Schnelltest bei einem Testcenter bezahlen. Der Staat zahlt die Differenz. Wer sich ohne Grund testen lassen will, muss komplett selbst bezahlen. Die Preise muss das Testzentrum draußen anschlagen.

Ausnahmen: Weiterhin ein Anrecht auf einen kostenlosen Test haben Kinder unter fünf Jahren, Schwangere, Besucher von Krankenhäusern, Haushaltsangehörige von Infizierten und Menschen, die sich frei testen wollen.

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