Hochzeit

Schicksalsschläge schweißen sie zusammen

Hannelore und Hans Musial genießen das schöne Wetter am liebsten auf ihrem äußerst blumenreichen Balkon.
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Hannelore und Hans Musial genießen das schöne Wetter am liebsten auf ihrem äußerst blumenreichen Balkon.

Hans und Hannelore Musial feiern ihre Dreifach-Hochzeit vor 60 Jahren jetzt im Doppelpack

Von Heike Karsten

Radevormwald. An ihr Kennenlernen im Tanzlokal „Burger Bahnhof“ in Unterburg denken Hannelore und Hans Musial mit einem Lächeln zurück. Sie stand damals hinter der Theke, während er Gast war. „Ich kam mit dem Motorrad, wir haben uns beschnuppert und sie gefiel mir einfach“, sagt der heute 83-jährige Radevormwalder. Aus Sympathie wurde Liebe. Am Montag blickt das Jubelpaar auf 60 gemeinsame Ehejahre zurück. Doch es gab nicht nur schöne Momente, sondern auch mehrere Schicksalsschläge, die das Paar zusammen durchstehen musste.

Davon ahnte das junge Brautpaar bei seiner Hochzeit am 22. August 1962 nichts. Standesamtlich hatte das Paar in Remscheid geheiratet. Die kirchliche Hochzeit fand einen Tag später in Freeren-Andervenne, einer kleinen Gemeinde im Emsland in Niedersachsen statt, in der Hannelore Musial aufgewachsen ist. Mit dem VW-Bus war man samt Eltern und Freunden Richtung Norddeutschland gefahren. Dort gab es eine Dreifach-Hochzeit, denn die ältere Schwester und der Bruder von Hannelore Bajohr, wie sie damals noch hieß, standen ebenfalls vorm Traualtar. „Das ganze Dorf hatte sich hinter uns versammelt. Sowas hatte es noch nie gegeben“, erinnert sich die 81-jährige Jubilarin. Für die anschließende Feier hatten ihre Eltern ein großes Zelt gemietet.

Nach der Hochzeit ging es für das Paar zurück ins Bergische Land, wo auch die ältere Schwester von Hannelore Musial lebte. Das frisch vermählte Paar kam zunächst bei den Eltern des Bräutigams in Remscheid unter. Seine erste Wohnung bezog es in Hasten, später ging es nach Lüttringhausen. 1967 kam Sohn Frank, 1968 der zweite Sohn Guido zur Welt.

Beruflich wandten sich die Hausfrau und Mutter und der gelernte Dreher der Gastronomie zu. Sie betrieben von 1967 bis 1971 die Gaststätte „Dunkel“ in Remscheid und eröffneten später die Gaststätte „Am Eisernstein“ in Lüttringhausen, die sie von 1971 bis 1986 betrieben. „Die Gaststätten waren auch gleichzeitig unser Hobby. Wir waren jeden Tag da. Und wenn mittwochs Ruhetag war, haben wir die Bücher gemacht“, erinnert sich Hannelore Musial an diese arbeitsreiche Zeit. „Meine Eltern haben damals unsere Kinder mit großgezogen“, fügt Hans Musial hinzu.

Ein schwerer Unfall 1984 stellte einen Wendepunkt im Leben des Paars dar, als Hans Musial als Fußgänger vor dem Lüttringhauser Rathaus von einem Lastwagen angefahren wurde. Der Lkw hatte ihm bei dem Zusammenstoß mit dem Außenspiegel eine Gesichtshälfte weggerissen, wobei er sein Augenlicht auf dieser Seite verlor. Viele rekonstruierende Operationen und ein 15 Jahre langer Prozess sollten folgen. „Ich war vorher gut aussehend und nicht schüchtern, ein richtiger Draufgänger und ein Hans Dampf in allen Gassen. Doch nach dem Unfall fühlte ich mich entstellt und konnte nicht mehr unter Menschen gehen“, erzählt der 83-Jährige. An eine Arbeit in der Gastronomie war nicht mehr zu denken.

Ihre kirchliche Hochzeit feierten Hans und Hannelore Musial in Niedersachsen.

Dreimal wollte er seinem Leben ein Ende setzen. Seine Frau musste ihn immer wieder aufbauen und hatte in all der Zeit zu ihm gestanden. „Das schweißt zusammen“, sind die Jubilare überzeugt. Hans Musial ging zurück in seinen alten Beruf als Dreher und fand eine Arbeitsstelle bei der Firma Barmag in Lennep. Seine Ehefrau arbeitete eine Zeit lang in einem Blumenladen und betrieb später in Lennep eine Heißmangel.

„25 Jahre haben wir in Lennep gewohnt“, sagt der Jubilar. Seit zwölf Jahren lebt das Paar nun in Rade. Sohn Guido hatte seine Eltern in die Stadt auf der Höhe geholt, als eines von insgesamt drei Enkelkindern unterwegs war.

Ein weiterer Schicksalsschlag, den die Wahl-Radevormwalder durchstehen mussten, war der frühe Krebstod des ältesten Sohnes mit gerade einmal 50 Jahren.

Gute Erinnerungen hat das Paar an seine Urlaube auf Ibiza, Mallorca und Gran Canaria. Besonders schön sei die Rundreise in Indonesien gewesen, von der die beiden lange gezehrt haben. „Es war traumhaft und wenn ich könnte, würde ich es sofort wieder machen“, schwärmt der 83-Jährige. Gesundheitliche Einschränkungen lassen weite Reisen jedoch nicht mehr zu.

„Ich fühle mich aber topfit“, betont der 83-Jährige, der weder Alkohol trinkt noch raucht. Der größte Wunsch der Jubilare für die Zukunft ist daher auch Gesundheit. Ihre Diamantene Hochzeit wird das Paar im Doppelpack in Wermelskirchen feiern, zusammen mit der älteren Schwester von Hannelore Musial und deren Mann. „Mein Bruder, der damals mit uns geheiratet hat, ist schon verstorben“, bedauert die Jubilarin.

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