Runder Tisch gegen Rechts startet neu

Fritz Ullmann referierte bei der Informationsveranstaltung im Mehrzweckraum des Bürgerhauses.
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Fritz Ullmann referierte bei der Informationsveranstaltung im Mehrzweckraum des Bürgerhauses.

Informationsabend des Linken Forums.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Radevormwald. Die Aktivitäten des sogenannten „Freundeskreises Radevormwald“, der 2013 als kriminelle Vereinigung verboten wurde, standen im Mittelpunkt eines Diskussions- und Vortragsabends im Bürgerhaus am Mittwochabend. Organisiert hatte den Abend Fritz Ullmann vom Linken Forum, einer politischen Vereinigung, die ebenfalls umstritten ist, hat sie doch Verbindungen zur MLPD, die als linksextremistische Partei vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Wohl ein Grund, warum von Vertretern anderer politischer Fraktionen in Radevormwald an diesem Abend entgegen der Hoffnungen des Veranstalters niemand zu sehen war. Für Ullmann war es der erste größere öffentliche Auftritt in Radevormwald, seit er bei der Kommunalwahl 2020 sein Ratsmandat verloren hatte. Die Teilnehmerzahl war mit zwölf Personen recht überschaubar.

Hintergrund des Abends war der Wunsch, die neofaschistischen Verstrickungen des „Freundeskreises“, der Partei „Die Rechte“, der AfD, den „Querdenkern“ oder „Team Heimat“ in der Stadt auf der Höhe einmal zusammenzufassen. Laut den Ausführungen Ullmanns existieren die rechten Umtriebe in Radevormwald seit mehr als 15 Jahren in personeller und finanzieller Konstanz.

Zuletzt hatten erneut Schmierereien in den Wupperorten Aufsehen erregt, Unbekannte hatten Hakenkreuze und den unter Rechtsextremen beliebten Code „88“ auf Schilder gesprüht. Die oberbergische Polizei hatte den Fall an den Staatsschutz der Kölner Polizeibehörde weitergeleitet.

Auf Anfrage unserer Redaktion teilte deren Pressestelle am Donnerstag mit: „Die Sachbeschädigungen in Form von Anbringen verfassungsfeindlicher Symbolik sind bekannt und Gegenstand laufender Ermittlungen des Kölner Staatsschutzes. Tatverdächtige konnten bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht ermittelt werden.“

Kundgebung gegen Neofaschismus geplant

Für das Linke Forum besteht kein Zweifel, wer hinter den Schmierereien steckt. „Auch wenn der ‚Freundeskreis‘ verboten ist, sind die Strukturen doch nach wie vor vorhanden“, erklärt Fritz Ullmann. Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass das Ignorieren der rechten Parteien im Stadtrat hier nicht funktioniert habe.

Eigentlich, so eine andere Besucherin, müssten die Informationen, die das Linke Forum zusammengetragen habe, indes von einer breiten Bevölkerungsschicht – auch parteienübergreifend – verbreitet werden. „Wo ist denn der Runde Tisch gegen Rechts?“, fragte die Teilnehmerin.

Dessen Abwesenheit liege auch daran, dass sich der Runde Tisch seit der Kommunalwahl in einer Krise befinde. „Wir wollten damals eine Wahlempfehlung abgeben. Dadurch fühlten sich die anderen Parteien übergangen. Und nach dem plötzlichen Tod des Vorsitzenden haben wir nicht zuletzt auch eine personelle Krise“, sagte Ullmann mit Verweis auf den Tod von Frank Marx, dem Geschäftsführer der Linke im Oberbergischen Kreis, der 2019 den Vorsitz des Runden Tisches gemeinsam mit Carsten Lahme übernommen hatte und im Mai 2021 starb.

Dennoch sei er sehr dafür, dass der Runde Tisch neu gestartet werden solle, erklärte Ullmann. „Es ist die Aufgabe aller demokratischen Menschen in unserer Stadt, sich gegen den Neofaschismus in Radevormwald zu positionieren.“ Im November sei geplant, eine Kundgebung des Runden Tisches gegen den Neofaschismus in der Stadt auf die Beine zu stellen.

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