Aktion

Rotkäppchenprojekt schenkt pflegenden Angehörigen Zeit mit anderen

Bürgermeister Johannes Mans, Volker Grossmann (Amtsleiter Soziales), Kyra Springer und Kristina Scheffels (Trägerverein „aktiv55plus“) und David Truszczynski (Quartiersmanager Wupperorte) stellten am Montag „Café Zuhause - das Rotkäppchenprojekt“ vor. Foto: Claudia Radzwill
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Bürgermeister Johannes Mans, Volker Grossmann (Amtsleiter Soziales), Kyra Springer und Kristina Scheffels (Trägerverein „aktiv55plus“) und David Truszczynski (Quartiersmanager Wupperorte) stellten am Montag „Café Zuhause - das Rotkäppchenprojekt“ vor.

Pflegenden Angehörigen wird in den Wupperorten eine Pause bei Kaffee und Kuchen ermöglicht.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. „Pflegende Angehörige fehlt oft die Zeit für sich, aber auch die Kraft und Energie dafür“, wissen Kyra Springer und Kristina Scheffels vom Trägerverein „aktiv55plus“ aus ihren Beratungsgesprächen. „Pflegebedürftige zu versorgen, bindet ans Haus. Freizeitaktivitäten, die man sonst pflegte, schlafen da öfter ein, und Kontakte brechen ab“, sagte Kyra Springer weiter.

Diese Situation wurde in den vergangenen beiden Jahren durch die Corona-Pandemie noch verstärkt. In den Wupperorten, wo es ohnehin schon weniger Freizeitangebote gebe, möchte der Trägerverein Betroffenen jetzt Zeit mit anderen schenken.

In Kooperation mit dem Quartiersmanagement der Wupperorte und unterstützt von Volker Grossmann, Amtsleiter Soziales bei der Stadt Radevormwald, tritt der Trägerverein an, um den pflegenden Angehörigen Kontakt und Gespräche zu vermitteln. Zusammen ruft man das „Café Zuhause - das Rotkäppchenprojekt“ ins Leben.

„Zum Besuch wird alles mitgebracht - wie bei Rotkäppchen. Kaffee, Milch, Zucker und Kuchen.“

Kristina Scheffels, Trägerverein „aktiv55plus“

Start ist am Freitag, 1. April. Vorgestellt wurde das Projekt am Montagmorgen in der Cafeteria des Hürxthal-Hauses der Begegnung am Schlossmacherplatz.

„Wir möchten Ehrenamtler, die gerne pflegende Angehörige besuchen möchten, und pflegende Angehörige, die gerne Besuch haben möchten, zusammenbringen“, erklärte Kristina Scheffels.

Wichtig sei, so Kyra Springer, dass der Besuch Gelegenheit bietet zu Gesprächen, zum Austausch. „Er soll eine kleine Auszeit aus dem Alltag sein und die Besuchten nicht unter Stress setzen“, ergänzte Kristina Scheffels. „Zum Besuch wird daher alles mitgebracht - wie bei Rotkäppchen. Kaffee, Milch, Zucker und Kuchen.“

Die Ehrenamtler, die den Besuch übernehmen, bekommen vom Trägerverein und dem Quartiersmanagement dafür Körbe mit den ganzen Utensilien wie Thermoskannen, Tassen und Teller, Milch und Zucker gepackt. Der blaue Korb mit der Aufschrift „aktiv55plus“ beinhaltet außerdem Gutscheine für Kuchen und Kaffeepulver.

Der Korb wird kostenlos zur Verfügung gestellt und kann im Bürgerzentrum am Siedlungsweg in Dahlerau oder im Büro des Trägervereins am Schlossmacherplatz abgeholt werden. Dort wird er nach dem Besuch dann auch wieder abgegeben. „Wir kümmern uns dann um das benutzte Geschirr und spülen es“, erklärte Kyra Springer. „Wer möchte, kann aber auch selbst Kuchen backen,“ ergänzte Kristina Scheffels.

Das „Rotkäppchenprojekt“ wird gefördert durch den Verfügungsfonds des Städtebauprojekts NRW. „Der Antrag lief über aktiv55plus, mit Unterstützung des Stadtteilbeirats. Von der Stadt gab es den Zuwendungsbescheid“, erklärte der Quartiersmanager der Wupperorte, David Truszczynski am Montagmorgen. Die Förderungssumme beträgt rund 1600 Euro. Das Projekt laufe bis Ende Dezember. „Wenn es gut ankommt, werden wir überlegen, eine mögliche zweite Förderung zu beantragen“, berichtete er.

Hoffnung auf Netzwerke, die dabei entstehen könnten

Bürgermeister Johannes Mans unterstrich bei der Vorstellung des Projekts, wie wichtig das Engagement für pflegende Angehörige sei. „Es werden Perspektiven eröffnet, das ist entscheidend“, hob er hervor. Wenn sich das Angebot bewähre, werde die Stadt sich erneut dafür einsetzten, es weiterzuführen.

Kyra Springer, Kristina Scheffels und David Truszczynski hoffen, dass sich durch die Besuche auch richtige Netzwerke bilden können, sich quasi eine „Hilfe zur Selbsthilfe“ etabliert. „Es wäre einfach schön, wenn sich durch den Austausch Menschen finden, die gleiche Hobbys haben und dadurch ein Stück weit das soziale Leben der pflegenden Angehörigen wieder auflebt“, wünscht sich Kyra Springer von dem Projekt.

Hintergrund

Die Idee zum „Rotkäppchenprojekt“ wurde im Herbst 2021 geboren, konnte jedoch wegen eines Krankheitsausfalls im Trägerverein erst jetzt an den Start gebracht werden. Insgesamt stehen sechs Körbe zum Entleihen zur Verfügung. Wer mitmachen möchte, als Besucher oder Besuchter: Kontakt bei „aktiv55plus“,  (0 21 95) 92 77 35 3 oder beim Quartiersmanagement der Wupperorte, Tel. (01 51) 11 45 82 94.

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