Einsatz

Rentner fuhr betrunken Rad

67-Jähriger hatte mehr als 2,8 Promille.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Alkohol ist ein schlechter Begleiter im Straßenverkehr. Beim Fahrrad und Pedelec gilt man ab 1,6 Promille Blutalkohol als fahruntüchtig. Ein 68-jähriger Radevormwalder wurde mit einem Blutalkoholwert von über 2,8 Promille angetroffen, als er am 5. Mai mit seinem Pedelec auf Neustraße und Kaiserstraße unterwegs war. Er musste sich nun deswegen vor dem Amtsgericht in Wipperfürth verantworten – und auch wenn er zugab, Alkohol getrunken zu haben, sehe er sich doch als das eigentliche Opfer, das von einem Zeugen getreten worden sei.

Dieser Zeuge, selbst Rentner und 67 Jahre alt, schilderte, er sei gegen Mittag auf der Kaiserstraße unterwegs gewesen und habe den Angeklagten auf seinem Fahrrad entdeckt – „er war ganz offensichtlich betrunken und sollte doch eigentlich nicht mehr fahren“. Er sei ihm hinterher gelaufen: „Ich habe währenddessen mit dem Handy die Polizei gerufen.“ Dann habe er den Angeklagten dabei beobachtet, wie er gegen ein geparktes Auto gefallen sei, zwei andere Passanten hätten versucht, ihn am Weiterfahren zu hindern. „Irgendwann habe ich ihn eingeholt, habe ihn dann festgehalten“, sagte der Zeuge. Ob der Angeklagte etwas zu ihm gesagt habe, wollte der Richter wissen. „Er hat behauptet, dass ich ihn geschlagen habe – was ich natürlich nicht getan habe“, so die Antwort.

„Trinken Sie regelmäßig so viel?“, wollte der Staatsanwalt vom Angeklagten wissen. „Nicht immer – aber ich trinke mehr, als gut für mich ist“, räumte der 67-Jährige ein.

Staatsanwalt und Richter glaubten der Attacken-Geschichte nicht. „Ich habe keine Zweifel an der Zeugenaussage – die Erinnerung des Angeklagten wird an der hohen Alkoholisierung gelegen haben“, sagte der Staatsanwalt. Und auch der Richter sagte: „Warum sollte der Zeuge, der Sie nicht kannte, den Sie nicht kannten, Sie angreifen, treten und schlagen?“ Er schloss sich der Forderung des Staatsanwalts an – 70 Tagessätze zu je zehn Euro als Geldstrafe.

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