Fachkräftemangel

Referentin: So findet man heute Fachkräfte

Zusana Blacek vom Insitut der Deutschen Wirtschaft war als Referentin zum Thema Fachkräftemangel vor Ort im Wülfingmuseum.
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Zusana Blacek vom Insitut der Deutschen Wirtschaft war als Referentin zum Thema Fachkräftemangel vor Ort im Wülfingmuseum.

Im Wülfingmuseum trafen sich Rader Unternehmerinnen und Unternehmer zum Workshop.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Der Fachkräftemangel ist auch in Radevormwalder Unternehmen ein großes Thema. Das haben Marie Steinhauer, Wirtschaftsförderin der Stadt, und Burkhard Klein, Leiter des Bauverwaltungsamtes, bei ihren Besuchen in den Firmen erfahren. Seit Oktober 2021 gehen sie in die örtlichen Unternehmen, wollen herausfinden, wie es der Wirtschaft vor Ort geht. „Über 30 haben wir bereits besucht“, berichtet Marie Steinhauer. Weitere Besuche stehen an. In offenen Gesprächen erfahren sie von Problemen und Sorgen.

„Die Unternehmen sehen sich derzeit einer multiplen Krise gegenüber: Energiekrise, Lieferschwierigkeiten, Preissteigerungen und dem Fachkräftemangel,“ fasst es die Wirtschaftsförderin zusammen. Den städtischen Mitarbeitern geht es aber nicht nur um eine Bestandsaufnahme – sie wollen unterstützen.

Um den Fachkräftemangel ging es daher nun in einen Workshop, den die Stadt in Kooperation mit dem Fachkraftwerk Oberberg und der IHK Köln den Radervormwalder Unternehmern und Unternehmerinnen anbot. Die Resonanz war riesig, die 15 Plätze schnell ausgebucht. „Wir hatten eine Warteliste“, berichtet Marie Steinhauer.

Gemeldet haben sich kleinere Handwerksbetriebe wie auch Großfirmen. In der vergangenen Woche startete der Workshop unter dem Motto „Fachkräfte finden (un)möglich?“ mit einem Online-Seminar, am vergangenen Mittwoch trafen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen nun in Präsenz im Café des Wülfingmuseums in Dahlerau.

Während es im Webinar um die theoretische Frage ging, wie es zum Fachkräftemangel kommen konnte – ein fatale Entwicklung, vor der bereits in den 1980er Jahren gewarnt wurde –, geht es Referentin Zuzana Blazek vom Institut der Deutschen Wirtschaft im historischen Firmenambiente des Wülfingmuseums um den internen Austausch und die gemeinsame Erarbeitung von Strategien, wie man dem entgegentreten kann.

Wirtschaftsförderin Marie Steinhauer mit einem Playmobilmännchen - eine solche Figur stellten die Teilnehmer auf eine „Landkarte der Emotionen“.

Bevor die Gruppenarbeit begann, traten die Teilnehmer an die „Landkarte der Emotionen“ heran – die gespickt war mit Schlagwörtern wie „Gratwanderung“, „Ruhefels“, „Rettungsring“, „Sprung ins kalte Wasser“ und „Kletterwand“. Eine ihnen zur Verfügung gestellte Figur stellen sie dorthin, wo sie das eigene Unternehmen gerade sehen. Dabei zeigt sich: Hier gibt viele verschiedene Standorte, verdichtet aber stehen die Figuren bei der „Kletterwand“.

Zuzana Blazek möchte die Unternehmer am Morgen bestärken, neue Ideen zu entwickeln. „Geht nicht, gibt’s nicht“, betont sie. Wichtig: In der heutigen Zeit gebe es nicht mehr einen Arbeitgebermarkt, sondern den Arbeitnehmermarkt. Im Fokus stehe die Mitarbeiterzufriedenheit.

Auch Marie Steinhauer unterstreicht: „Mitarbeiter sind mit die wichtigsten 'Headhunter', auch durch sie finden Unternehmen weitere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen.“ 80 Prozent einer Stellenanzeige müsse darauf entfallen, was das Unternehmen dem Arbeitnehmer biete. 20 Prozent gehöre dem Anforderungsprofil.

Die Suche nach Fachkräften lässt sich nicht ad hoc lösen. Zuzana Blacek vergleicht sie mit ihrer Anfahrt zum Wülfingmuseum – das derzeit aufgrund der Baumaßnahme an der Stützmauer an der Wülfingstraße nur übers Schnellental zu erreichen ist. Auch für die Suche nach Personal gelte es manchmal einen Umweg zu nehmen. Strategien für die Mitarbeiterwerbung müssen erarbeitet werden, sie müssen wachsen, bis sie sich entfalten. Dabei solle man die Gesellschaft im Auge behalten. Stichwort: Wertewandel. Ein Beispiel: „Junge Leute wollen heute wieder mehr Sicherheit.“ Und damit keine Zeitverträge.

Hintergrund

Der Workshop zum Fachkräftemangel ist ein Angebot des Fachkraftwerk Oberberg, dahinter stehen die Wirtschaftsförderung des Kreises und weitere Partner. Es soll 2023 weitere Workshops geben. Marie Steinhauer und Burkhard Klein schauen, zu welchen Themen der Bedarf an Infos für die Rader Unternehmen groß ist.

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