Offene Kirchen

Radevormwald gedenkt der Corona-Opfer

Gerd Uellenberg sprach zum Gedenktag der Corona-Opfer in der Lutherischen Kirche im Livestream. Foto: Claudia Radzwill
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Gerd Uellenberg sprach zum Gedenktag der Corona-Opfer in der Lutherischen Kirche im Livestream.

Mit dem Angebot der offenen Kirche und einer Andacht soll den Menschen Trost und Hoffnung gegeben werden

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Etwa 80 000 Menschen in Deutschland sind Stand heute mit oder an einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Am vergangenen Sonntag wurde ihrer in Berlin mit einer zentralen Trauerfeier gedacht – unter anderem von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Vor Ort in Radevormwald luden die hiesigen Kirchengemeinden zum Gedenktag ein.

Ab 14 Uhr war am Sonntag die Lutherische Kirche an der Burgstraße geöffnet. „Wir möchten einen Raum zum Gedenken schaffen“, so umschrieb es Pastor Roland Johannes von der Martinigemeinde. Der Gedenktag verbinde alle Menschen deutschlandweit. Auch in der Bergstadt wolle man zum Innehalten, zum Gebet und zum Anzünden einer Kerze einladen. Seelsorger der Kirchengemeinden waren im Gotteshaus, offen für Gespräche mit den Besuchern – wenn sie gewünscht wurden. Beim Besuch des Gotteshauses galten – wie überall – die Corona-Schutzregeln. Desinfektion, Teilnehmerlisten für die Rückverfolgung, Abstand halten.

Jeder und jede von uns kennt Menschen, die leiden.

Manuela Melzer, Pfarrerin der Lutherischen Gemeinde

Mit Öffnung der Kirchtür um 14 Uhr war die Resonanz noch etwas verhalten, später kamen immer mehr Rader und Raderinnen vorbei. Sie verweilen kurz, um den Opfern der Pandemie zu gedenken. Auch Gisela Busch war gekommen. Die Vorsitzende des Presbyteriums der Reformierten Gemeinde zündete eine Kerze an und widmete sie allen Menschen, die durch die Corona-Pandemie auf verschiedenste Art betroffen sind. „Ich denke in diesem Augenblick an die Toten und an die Angehörigen der Opfer, aber auch an die Mitarbeiter in den Krankenhäusern und an all diejenigen, die durch diese Krise in vielerlei Hinsicht belastet werden“, sagt sie. Der Gedenktag sei ein Anlass, auch Flagge zu zeigen. Zu appellieren, weiter zusammenzuhalten und sich an die Regeln zu halten, um so die Pandemie zu überwinden.

Zwei Stunden lang war das Gotteshaus für die Menschen geöffnet. Dann schloss sich die Tür für Besucher. Es begann eine Andacht, die die Gemeinden über ihre jeweilige Homepage im Livestream übertrugen. Die Liturgie übernahmen Pfarrer Albrecht Keller (Evangelische Gemeinde Dahlerau), Diakon Burkhard Wittwer (Katholische Gemeinde St. Marien und Josef) und Pfarrerin Manuela Melzer (Lutherische Gemeinde). Sie stand unter der Überschrift „Weil Hoffnung alles verändert“.

Gott gibt Christen in dieser Zeit Halt

„Die Andacht setzt ein ökumenisches Zeichen, dass wir die Verstorbenen nicht vergessen, dass wir Anteil nehmen am Leid und der Trauer der Angehörigen. Dass wir uns als Christinnen und Christen festhalten an der Hoffnung, die Gott in uns weckt durch seine Liebe und Begleitung“, erklärten die Seelsorger. Musikalisch gestaltet wurde die Andacht von Kantor Martin Scheibner.

Pfarrerin Melzer eröffnete den Stream. Man wolle an diesem Tag den Verstorbenen der Corona-Pandemie gedenken und den Menschen, die die Krise stark belastet, sagte sie. „Jeder und jede von uns kennt Menschen, die leiden.“ Pfarrer Albrecht Keller bezeichnete die Hoffnung als Lebensader: „Weil Hoffnung alles verändern kann, kann sie auch unsere Lebenseinstellung verändern.“ Das Selbstbewusstsein stehe gerade in diesen Zeiten auf dem Prüfstand, das Selbstbild sei erschüttert.

Diakon Burkhard Wittwer gab mit seiner Gitarre und einem Lied von Heinz Martin Lonquich Trost und Zuversicht. „Hoffnung wieder aller Hoffnung; Glauben, dass es danach weitergeht“ – das berührte die Zuschauer vor den Bildschirmen. Gerd Uellenberg, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Radevormwald, überbrachte im Livestream das Grußwort der Stadt. Er erinnerte in seiner Ansprache an Paul Gerhardt, Dietrich Bonhoeffer und Bischof Bornewasser. Alles Namen, eng mit Radevormwald verbunden. Alle haben in schweren Zeiten gelebt. „Doch sie zogen Hoffnung und Zuversicht aus ihrem Glauben“, sagte Uellenberg. „Für uns bedeutet dies, es geht weiter, wenn die Hoffnung bleibt.“

Gottesdienste

Derzeit ist bei Präsenz-Gottesdiensten laut Allgemeinverfügung des Oberbergischen Kreises die Teilnehmerzahl auf eine Person pro zehn Quadratmeter beschränkt, maximal 100 Personen sind erlaubt. Die Dauer des Gottesdienstes darf 50 Minuten nicht überschreiten. Weiter gelten die Corona-Hygieneregeln. In Rade finden Präsenz-Gottesdienste ebenso wie Gottesdienste im Livestream statt oder in Kombination.

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