Kunst

Leuchtende Kugeln wehen über dem Kreisverkehr

Regine Schumann gestaltete die Fahnen. Foto: Fabio Mantegna
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Regine Schumann gestaltete die Fahnen.

Neue Fahneninstallation zeigt Motive der Kölner Künstlerin Regine Schumann.

Von Claudia Radzwill

Wer am Kreisverkehr Hohenfuhr-, Kaiser- und Uelfestraße vorbeikommt, dem fällt sofort auf: Die Installation „Acht Fahnen“ zeigt neue Motive. Leuchtende Kugeln mit Linien und Kreisen fallen ins Auge – in Weiß-, Pink-, Lila- und Blautönen. Die Fahnenmotive entstammen einer Kooperation zwischen der international renommierten Künstlerin Regine Schumann und Fotografin Sabine Winnemuth.

Bei der Ausstellung „Light Art Weekends“ in der Alten Münzprägeanstalt in Berlin zeigte die Kölnerin Schumann 2018 ihre unter UV-Licht fluoreszierenden Kugeln aus Acrylglas. Winnemuth hielt sie mit der Linse fest. „Bildausschnitte der auf dieser Ausstellung entstandenen Bilder sind nun auf den Fahnen zu sehen“, erklärt Bernd Freudenberg von der Kunst-Initiative, der immer mit renommierten Künstlerinnen und Künstlern für die Fahneninstallation im Gespräch ist.

Installation am Kreisverkehr ist überregional bekannt

Regine Schumann war bereits 2006 beim Projekt „Das Leuchten“ dabei, das die Kunst-Initiative initiierte. Die Künstlerin illuminierte die reformierte Kirche. „Der Gestaltung der Fahnen haben Regine Schumann und Sabine Winnemuth spontan zugesagt“, erzählt Freudenberg. Das war im Sommer. Die fluoreszierenden Kugeln hatte Freudenberg selbst bereits zuvor bei einer Ausstellung im Kloster Engen am Bodensee in natura erleben dürfen. In den letzten Monaten erarbeiteten Künstlerin und Fotografin dann die Druckvorlagen für die nun wehenden Motive.

Seit einigen Tagen wehen neue Fahnen am Kreisverkehr. Sie zeigen im Schwarzlicht fluoreszierende Kugeln der Künstlerin Regine Schumann.

Ihm sei es wichtig, dass zeitgenössische Kunst, die oft mit Ablehnung und Unverständnis zu kämpfen habe, auf die Öffentlichkeit trifft und zur Auseinandersetzung und zum Gespräch einlädt, sagt Bernd Freudenberg. „Die immer wieder wechselnde Installation ,Acht Fahnen’ dient dazu, zeitgenössische Kunst im allgemeinen visuellen Bewusstsein zu verankern.“

Und es gelingt. Er werde oft angesprochen, wenn im Halbjahreswechsel neue Fahnenmotive am Kreisverkehr wehen. Einige Künstler, wie zuletzt Michael Jäger, entwickeln jede Fahne als Einzelmotiv. Andere, wie zuvor Walter Eul, schufen auf den Fahnen eine fortlaufende Geschichte. Noch andere Künstler ließen ein zusammenhängendes Gesamtkunstwerk entstehen. Auch die Motive von Regine Schumann bilden eine Einheit, die man aus verschiedenen Perspektiven entdecken kann. Je nach Betrachterstandpunkt, nach Windrichtung und Lichtstand, entfalten sie eine andere Wirkung. In Assoziation mit dem Kreisverkehr und in der Abenddämmerung können die Kreise und Linien mit Autolichtern in Verbindung gebracht werden. Aber auch Ballons und Seifenblasen vor blauem Himmel lassen sich in ihnen sehen. Das sei das Schöne an der Kunst: „Jede und jeder kann sie auf sich wirken lassen und etwas eigenes für sich daraus ziehen“, erklärt Freudenberg.

Von Beginn an sitzt die Radevormwalder Firma Aurich bei der Kunstinstallation mit im Boot. „Die Firma wollte das Projekt zunächst ein Jahr lang unterstützen. Daraus ist eine langfristige Zusammenarbeit geworden“, sagt Freudenberg, der dafür sehr dankbar ist. Das Unternehmen sponsert Druck und Stoffe. Um das Aufhängen der Fahnen kümmern sich die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes.

Die Fahneninstallation rief die Kunst-Initiative 2017 ins Leben. Die Installation am Kreisverkehr ist überregional bekannt. Erst vor kurzem hat sie mit weiteren öffentlichen Kunstwerken der Bergstadt in der Publikation „Kunst im öffentlichen Raum – Eine fotografische Entdeckungsreise im Oberbergischen Kreis“ Beachtung gefunden.

Hintergrund

Halbjährlich wehen neue Motive an den Masten am Kreisverkehr Hohenfuhr-, Uelfe- und Kaiserstraße. Gegestaltet werden sie von renommierten Künstlern aus dem In- und Ausland. So waren bis Dezember 2021 Motive vom Michael Jäger zu sehen. Zuvor gestaltete Robert Swain die vier Meter langen, 1,20 Meter breiten wehenden Flächen. Ab Juni 2022 werden Motive des Künstlers Christoph Dahlhausen zu sehen sein.

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