Für die Jugendarbeit kann mehr getan werden

Jugendamtschef: Weggang wird ganz unterschiedlich bewertet

Peter Horn gibt nach zwei Jahren die Führung des Jugendamtes auf. Auf entsprechende Modalitäten hatten sich die Radevormwalder Verwaltungsspitze und Behördenleiter geeinigt. Archivfoto: Jürgen Moll
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Peter Horn gibt nach zwei Jahren die Führung des Jugendamtes auf. Auf entsprechende Modalitäten hatten sich die Radevormwalder Verwaltungsspitze und Behördenleiter geeinigt. Archivfoto: Jürgen Moll

Jugendamtschef Peter Horn verlässt am 31. Oktober die Stadtverwaltung.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Der Weggang von Peter Horn, dem Leiter des Radevormwalder Jugendamtes, hat in der Stadt unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Während manche die Arbeit des 62-Jährigen in den vergangenen zwei Jahren loben, zeigen sich andere weniger überzeugt.

Mit Bedauern hat Reiner Klausing, Vorstandsmitglied des Kinder- und Jugendrings der Stadt, auf die Nachricht von Horns Abschied reagiert: „Er hat frischen Wind ins Jugendamt gebracht und neue Ideen entwickelt.“ Der Ansatz des Behördenchefs sei kreativ gewesen, nun drohten bei seinem Weggang manche Prozesse ins Stocken zu geraten.

Der Kinder- und Jugendring hatte bereits mehrmals in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass aus seiner Sicht mehr für die Jugendarbeit in der Stadt getan werden könnte. Zwar gebe es inzwischen eine halbe Stelle zur Jugendförderung, doch die geforderte zweite Hälfte stehe noch immer aus, bemängelt Klausing.

Seit dem Frühjahr fehlt das Vertrauensverhältnis zum Bürgermeister

Peter Horn wird mit dem 31. Oktober seine Stelle als Jugendamtsleiter beenden. Seine Motive für diese Entscheidung hatte er in einer Mail an die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses erläutert. Darin hebt er hervor, dass spätestens seit dem Frühjahr kein Vertrauensverhältnis mit Bürgermeister Johannes Mans existiere. Die Verwaltungsspitze selber hatte auf Anfrage erklärt, zu Personalangelegenheiten äußere man sich nichtöffentlich.

In der erwähnten Mail hatte Horn sich auch bei mehreren Personen für eine gute Zusammenarbeit bedankt, darunter auch bei Dr. Jörg Weber (CDU), den Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses. Dieses Kompliment gibt Weber zurück: „Die Zusammenarbeit war vertrauensvoll und angenehm.“ Er bedauere, dass sich Horn entschieden habe, seine Tätigkeit in Radevormwald zu beenden, erklärt der Ausschussvorsitzende. „Ich habe unter anderem geschätzt, dass er stets die Perspektive der freien Träger berücksichtigt hat.“ Nun müsse man die kommende Sitzung des Jugendhilfeausschusses abwarten, in der Bürgermeister Johannes Mans darlegen werde, wie er sich die Zukunft des Jugendamtes vorstelle.

Weniger angetan von der Arbeit des scheidenden Jugendamtsleiters hatte sich dagegen schon in der Vergangenheit die AL-Fraktion gezeigt, die unter anderem die Pläne für den Jugendfreizeitplatz am „Life-ness“ als unzureichend kritisiert hatte. „Was Peter Horn vorgetragen hat, war oft zu wenig konkret“, tadelt Rolf Ebbinghaus, der AL-Fraktionsvorsitzende.

„Das Jugendamt muss in städtischer Hand bleiben.“

Annette Pizzato, FDP-Fraktionsvorsitzende

Dass es gewisse Unstimmigkeiten zwischen dem Jugendamtsleiter und der Verwaltungsspitze gegeben habe, seit einiger Zeit bekannt gewesen, berichtet Dietmar Stark, der Fraktionschef der SPD. Dass durch die aktuelle Situation das Jugendamt an sich zur Disposition stehen könnte, hält er allerdings für ausgeschlossen. „Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt, wie wichtig es ist, diese Leistungen nicht einfach aus Gummersbach zu beziehen.“ Auch Annette Pizzato, die Fraktionsvorsitzende der FDP, erklärt: „Das Jugendamt muss in städtischer Hand bleiben.“

„Für die Kontinuität der Arbeit des Jugendamtes ist der Weggang natürlich nicht gut“, meint Armin Barg, Fraktionssprecher der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG). Angesichts der Umbesetzungen in den vergangenen Jahren sei es sicher gut, wenn „das Amt einmal zur Ruhe kommen würde“.

Das sieht auch Ursula Brand so, die für die UWG im Jugendhilfeaussschuss sitzt. Eine langfristige stringente Arbeit brauche die Behörde. Horns Amtszeit beurteilt sie eher skeptisch: „Diese zwei Jahre haben nicht viel Neues gebracht, es ist wenig Innovatives gelaufen.“

Hintergrund

Die Entscheidung, ein eigenes Jugendamt vorzuhalten und sich nicht durch die Kreisverwaltung verwalten zu lassen, wurde in Radevormwald bereits vor mehr zwei Jahrzehnten getroffen. Die eigene Behörde begann ihre Arbeit am 1. Januar 2000. Ein Grund waren damals nicht zuletzt die hohen Umlagen der Kreisverwaltung für die Jugendarbeit. Beim Amtswechsel 2019 kam das Thema noch einmal in die politische Debatte.

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