Künstlerische Fahneninstallation in Rade

Japanische und bergische Tradition verschmelzen

Michael Jäger, Künstler aus Köln, gestaltete die Fahnen für die neue Installation am Kreisverkehr Hohenfuhr-, Uelfe- und Kaiserstraße. Foto: Claudia Radzwill
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Michael Jäger, Künstler aus Köln, gestaltete die Fahnen für die neue Installation am Kreisverkehr Hohenfuhr-, Uelfe- und Kaiserstraße.

Neue Fahnen mit Motiven des Künstlers Michael Jäger wehen am Kreisverkehr

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Als Bernd Freudenberg von der Rader Kunst-Initiative den Künstler Michael Jäger fragte, ob dieser die Fahneninstallation am Kreisverkehr an der Hohenfuhr-, Uelfe- und Kaiserstraße in Radevormwald gestalten möchte, hat Jäger sofort zugesagt. „Ich finde den Standort auf einem Kreisverkehr toll, da kann man künstlerisch vieles miteinbringen,“ sagt er. Seit dieser Woche wehen seine Fahnen in der Bergstadt – in kräftigen Farben, mit geometrischen und unregelmäßigen Mustern. Ein Kontrast, der zu einer Einheit verschmilzt.

Als Erstes suchte der Künstler aus Köln ein Narrativ für die Installation – und stieß auf den Film „Die sieben Samurai“ aus dem Jahr 1954. „Sieben Individuen helfen einem Dorf vor Angreifern, lassen sich auf das dortige Leben ein“, so umreißt er den Inhalt. Individualität, die mit Tradition verschmilzt, das übertrug er auf die Fahnengestaltung. Dafür adaptierte Jäger japanische Symbole und verband sie mit typisch bergischen Elementen.

Jede Fahne ist ein Kunstwerk in sich

Für den Künstler zeigt die Installation „ein farbenfrohes Fahnengetümmel, eine Verbindung alter japanischer Samuraifahnen mit oberbergischer Tradition“. Jede Fahne ist ein Kunstwerk in sich. Die Reihenfolge ist dennoch nicht willkürlich gewählt, sie ist farblich abgestimmt. Zuvor war Michael Jäger mehrmals in der Bergstadt. „Es ist für mich wichtig, vor Ort die Strukturen der Umgebung zu erkennen, Farbeindrücke zu gewinnen und alles mit einfließen zu lassen,“ erklärt er.

In Radevormwald waren es unter anderem die Schieferhäuser, die ihm ins Auge fielen. Die unterschiedlichen Formen der Schieferplatten hielt er in Fotos fest, die später als Vorlage für die bergischen Motive auf den Fahnen dienten. Der Schiefer ist Michael Jäger nicht fremd: „Das Gestein hat eine unheimlich schöne Struktur.“ Auf postkartengroßen Karten entstanden zunächst seine Motive. Manche dieser Vorwerke nahm Jäger als Ausgangsmotiv und entwickelte es auf Fahnengröße weiter. Andere Postkartenbilder schafften es ohne weitere Bearbeitung auf eine der Fahnen, wurden integriert. Für die Farbgestaltung ließ Jäger auch das bergische Grün miteinfließen. Nachdem Motive und Farben feststanden, erstellte Michael Jäger am Computer die Fahnengestaltung digital, so dass sie in den Druck gehen konnten.

Das Ziel ist es nicht, den Ort zu verhübschen oder zu dekorieren.

Bernd Freudenberg, Initiator der Kunstaktion

Nachdem die letzte Fahneninstallation von Robert Swain einen Farbenkreis darstellte, steht jetzt jede Fahne für sich. Für Initiator Bernd Freudenberg ist es wichtig, auch immer wieder neue Kunst im öffentlichen Raum zu zeigen. Die Fahneninstallation am Kreisverkehr rief er 2017 ins Leben, jedes halbe Jahr wechseln die Motive. Michael Jägers Präsentation ist die zehnte temporäre Ausstellung. „Das Ziel ist es nicht, den Ort zu verhübschen oder zu dekorieren, sondern die Bevölkerung mit zeitgenössischen Kunstäußerungen zu konfrontieren und das Bewusstsein für aktuelle Kunst zu wecken“, erklärt Bernd Freudenberg.

Hängen neue Fahnen, wird Freudenberg oft darauf von Radern und Raderinnen angesprochen. Auch überregional ist die Fahneninstallation bekannt, Kulturmagazine und Publikationen berichten darüber. „In einem demnächst erscheinenden Buch über die Kunst im öffentlichen Raum in Oberberg, werden die letzten beiden Installationen in Wort und Bild vorgestellt werden“, verrät Freudenberg.

Die Motive von Michael Jäger werden bis Dezember 2021 zu sehen sein. Jäger ist Professor für Bildnerische Grundlagen und Malerei an der Hochschule für Kunst und Design in Halle. Gastprofessuren hatte er an der Universität Gießen, an der Kunstakademie Kopenhagen und an der Goethe Universität Frankfurt/Main inne.

Unterstützung

Von Beginn an unterstützt die Radevormwalder Firma Aurich die Fahneninstallation am Kreisverkehr. Das Unternehmen hat auch diesmal Druck und Stoffe gesponsert. Ursprünglich wollte die Firma ein Jahr lang das Projekt unterstützen. Daraus ist eine langfristige Zusammenarbeit geworden. Um das Aufhängen der Fahnen kümmern sich die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes. Die städtischen Mitarbeiter sind auch zur Stelle, wenn die Fahnen nach einer Sturmbö wieder gerichtet werden müssen.

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