Einsatz

Unfall auf der B 483: Mofafahrer verstirbt

Bei dem Unfall am frühen Montagmorgen wurde der Rollerfahrer schwerverletzt, der Fahrer des Autos blieb unverletzt. Die Polizei versuchte noch Stunden danach, den Hergang des Geschehens gegen 5.45 Uhr zu rekonstruieren.
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Bei dem Unfall am frühen Montagmorgen wurde der Rollerfahrer schwerverletzt, der Fahrer des Autos blieb unverletzt. Die Polizei versuchte noch Stunden danach, den Hergang des Geschehens gegen 5.45 Uhr zu rekonstruieren.

Nur zwei Tage nach einem schweren Unfall auf der B 483 krachte es am Montagmorgen erneut in Herweg.

Von Stephan Büllesbach

+++ Update +++ Der 60-jährige Mofafahrer, der am Montagmorgen bei dem Unfall schwerste Verletzungen erlitten hatte, ist an den Folgen verstorben.

Radevormwald/Hückeswagen. Lange war es auf der einst unfallträchtigen Bundesstraße zwischen Herweg und Marke ruhig geblieben, wo es vor einigen Jahren mehrere tödliche Unfälle gegeben hatte. Doch nun hat es innerhalb von nur etwa 54 Stunden zwei schwere Unfälle gegeben.

In der Nacht zu Samstag hatte ein Wuppertaler die Kontrolle über sein Auto verloren und war mit diesem unterhalb der Einmündung von Hagelsiepen / Kirschsiepen gegen einen Baum geprallt. Am Montagmorgen, 5.45 Uhr, stießen ein Auto und ein Kleinkraftrad zusammen. Während der 29 Jahre alte Pkw-Fahrer aus Radevormwald unverletzt blieb, wurde der Rollerfahrer mit schwersten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Laut Aussage einer Polizistin schwebt der 60-jährige Hückeswagener in Lebensgefahr.

Bis 13.45 Uhr war keine Durchfahrt möglich

Bis zum frühen Nachmittag war es nicht möglich, von Hückeswagen nach Radevormwald über die B 483 zu fahren. Die Bundesstraße war auf der Rader Straße in Höhe des Abzweigs Richtung Fuhr/Mickenhagen mit zwei Baken abgesperrt, damit Autofahrer, die weiter als nach Herweg wollten, gar nicht erst Richtung der Nachbarstadt fuhren. Spätestens in Herweg an der ehemaligen Gaststätte „Lotterbach“ war die Straße endgültig gesperrt, und der Verkehr wurde entlang der Bever-Talsperre bis Rädereichen umgeleitet. Dort war auf Radevormwalder Gebiet die Durchfahrt nicht möglich.

Das sollte bis 13.45 Uhr bleiben. So lange benötigten die Unfallsachverständigen des Verkehrskommissariats in Wipperfürth und des Verkehrsunfallaufnahme-Teams aus Dortmund, bis sie den Hergang des Crashs am frühen Morgen halbwegs aus der Spurenlage rekonstruiert hatten. Wie Polizei-Sprecher Michael Tietze mitteilte, war der Rollerfahrer auf der ansteigenden Gerade kurz nach den Wohnhäusern in Herweg in Fahrtrichtung Radevormwald auf die Gegenfahrbahn geraten. Das Zweirad prallte im Einmündungsbereich der Straße, die nach Hagel- und Kirschsiepen führt, frontal in den entgegenkommenden Wagen eines 29-Jährigen und wurde etwa 30 Meter zurückgeschleudert. Völlig zerstört blieb das Kleinkraftrad am Straßenrand liegen – exakt gegenüber dem Baum auf der anderen Fahrbahnseite, gegen den in der Nacht zu Samstag der 18-jähriger Wuppertaler gefahren war.

Für die Polizistin am Unfallort war es Montagmorgen ein Déjà-vu: „Ich war schon Samstagnacht bei der Unfallaufnahme dabei“, berichtete sie um kurz nach 8 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt konnte sie weder eine Aussage zum Hergang des Unfalls noch zu dessen Verursacher machen. Fest stand nur, dass es um 5.45 Uhr im Dunkeln gekracht – der Autofahrer hatte Polizei und Rettungsdienst alarmiert – und der Rollerfahrer sich schwerste Verletzungen zugezogen hatte. In einem Rettungswagen war der Hückeswagener zunächst in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht und von dort aus später eine Unfallklinik verlegt worden.

Durch die Wucht des Zusammenstoßes war der Rollerfahrer zunächst in die Windschutzscheibe des Autos und von dort auf die Fahrbahn geschleudert worden. Die Spuren des Unfalls waren auch mehrere Stunden danach noch sichtbar. Weit verstreut auf der Straße, dem Randstreifen und dem Rad-/Gehweg lagen Splitter vom Kühlergrill des Autos und des Rollerwracks verteilt. Beide Fahrzeuge wurden nach Abschluss der Unfallaufnahme abgeschleppt.

Die Bundesstraße gerade im Bereich von Herweg und Marke war in früheren Jahren ein Unfallschwerpunkt mit vielen Schwerletzten und Toten. Als Hauptgrund hatten die Ordnungsbehörden die Geschwindigkeit auf diesen teils langen Geraden ausgemacht, die zwischen Pleuse und Herweg aber durch einige Kurven abgelöst werden. Daher gilt im Bereich Herweg seit gut 22 Jahren maximal Tempo 70, in Marke wurde diese Höchstgeschwindigkeit im Oktober 2012 nach mehreren tödlichen Unfällen umgesetzt.

Tödliche Unfälle hat die Polizei für diesen Bereich der B 483 zwar schon lange nicht mehr registriert, aber Schwerverletzte gibt es immer wieder. Zuletzt hatte es im Juli 2022 einen Unfall in Herweg gegeben, als sonntags, gegen 18 Uhr, der dreirädrige Motorroller eines Hückeswageners aus ungeklärter Ursache in einer Rechtskurve nach links von der Fahrbahn abgekommen und mit einem entgegenkommenden Auto kollidiert war. Die Sozia des Rollerfahrers war dabei so schwer verletzt worden, dass sie mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden musste.

Unfallaufnahme-Team

Oberbergischer Kreis: Seit etwa 2010 gibt es im Kreis ein Verkehrsunfallaufnahme-Team, das den Hergang von Unfällen rekonstruiert.

Land: Vor zwei Jahren beschloss das Landesinnenministerium die Einrichtung von landesweit 17 Unfallaufnahme-Teams, die für schwere Verkehrsunfälle in ganz Nordrhein-Westfalen zuständig sind. Ziel ist die weitere Verbesserung im Bereich der Unfallaufnahme, aber auch eine zwingende Fortentwicklung der Unfallaufnahme infolge der fortschreitenden Digitalisierung im Kfz-Bereich. Oberberg ist einer der Standorte der Unfallaufnahme-Teams.

Einsatz: Sie werden in der Regel bei Unfällen mit Getöteten und Schwerstverletzten angefordert. Das oberbergische Team verfügt aktuell noch nicht über die komplette Technik, so dass bei schweren Unfällen eines der anderen Teams angefordert wird.

Unsere erste Meldung:

Radevormwald/ Hückeswagen. In den frühen Morgenstunden hat sich auf der B 483 zwischen Neuenherweg und Marke ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. Ein Mofafahrer stieß laut Polizei mit einem Auto zusammen und wurde dabei lebensgefährlich verletzt.

Ein 60-jährige Hückeswagener war mit seinem Mofa auf der B 483 in Richtung Radevormwald unterwegs. Auf Höhe der Einmündung „Kirschsiepen“ geriet er aus bislang ungeklärter Ursache in den Gegenverkehr und kollidierte dort mit dem entgegenkommenden Skoda eines 29-jährigen Radevormwalders.

Rettungskräfte brachten den 60-Jährigen zunächst in ein nahegelegenes Krankenhaus, von wo aus er in eine Unfallklinik verlegt wurde.

An beiden Fahrzeugen entstand erheblicher Sachschaden. Sie waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Die B 483 blieb für mehrere Stunden gesperrt.

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