Gastronomie

Gastronomen wollen die Oberste Mühle in gute Hände weitergeben

Ingeborg Naumann (l.) und Tochter Britta vor den einstigen Mühlengebäuden, die heute das Restaurant beherbergen. Foto Claudia Radzwill
+
Ingeborg Naumann (l.) und Tochter Britta vor den einstigen Mühlengebäuden, die heute das Restaurant beherbergen. Foto Claudia Radzwill

Hartmut und Ingeborg Naumann möchten sich nach fast vier Jahrzehnten zur Ruhe setzen.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Hartmut und Ingeborg Naumann freuen sich auf ihren „Un“-Ruhestand. 1980 kauften sie die Oberste Mühle. 1984 eröffneten sie dort ihr Restaurant. Jetzt möchte sie das Mühlenensemble – das sie liebevoll wieder aufgebaut haben – in gute Hände weitergeben und es verkaufen. „Mit 81 Jahren sollte auch mal Ende sein“, sagt Hartmut Naumann. Sein Wunsch: Mit Ehefrau Ingeborg (79) in einem seiner alten Oldtimerautos Touren quer durch Deutschland fahren. „Es gibt noch so viele schöne Ecken zu entdecken.“

1979 kauften das Ehepaar die alte Mühle samt Wirtschaftsgebäude und Stall. Alteingesessenen Rader und Raderinnen ist es besser als „Ackermanns Mühle“ bekannt. Bis in die 1950er Jahre hinein wurde hier Korn gemahlen. Danach stand es leer, verfiel. Wetter und Vandalismus hatten den Gebäuden zugesetzt. Als Naumanns die Gebäude übernahmen, „übernahmen wir eine Ruine“, sagt der Gastronom. Einige Sanierungsarbeiten waren damals durchgeführt worden – doch im Nachhinein hatten sie dem Zerfall nichts entgegengesetzt.

Wiederaufbau dauerte vier Jahre

Aber Hartmut und Ingeborg Naumann hatte es das idyllische Plätzchen im Uelfetal sofort angetan. Tatkräftig und optimistisch bauten sie die Gebäude wieder auf, sanierten mit viel Liebe zum Detail den alten Mühlenkomplex nach den Auflagen des Landesdenkmalamtes. „Das war nicht leicht“, blickt Naumann zurück. Zunächst sollten das Mühlengebäude und der alte Stall über Eck verbunden werden. Beim Baggern im felsigen Grund brachen drei Außenwände des Stalls und das bereits geschädigte Dach der Mühle ein. „Wir haben dann alles vom Keller bis zu Dach neu aufgebaut und haben viel eigene Arbeit reingesteckt“, erinnert er sich. Vier Jahre hat das gedauert. 1984 eröffnete das Ehepaar dann das Restaurant Oberste Mühle. Ein Ort mit historischem Ambiente. Sehenswert ist da auch die Kellerbar, die im alten steinernen Mühlenkeller entstand. Von 1966 bis 1980 hatte das Ehepaar in Bochum bereits ein Restaurant geführt. Jetzt machte es sich im Bergischen einen guten Namen. Und direkt neben dem alten Gebäudekomplex, in der alten Scheune, entstand ihr Wohnhaus, in das sie mit ihren beiden Kindern einzogen.

Im Jahr 2004 stand in der Obersten Mühle noch einmal ein Umbau an. Im einstigen Mühlenhaus entstand eine Wohnung und mit einem Wintergarten wurde der Gastraum erweiter. Wohnung und Restaurant wurden damals verpachtet. Doch der Pächter ging nach vier Jahren. Naumanns übernahmen mit Tochter Britta, die Restaurantfachfrau ist, wieder die Regie. „Wir konnten das einfach nicht alles leer stehen lassen“, sagen die beiden. Zuviel Herzblut steckt darin. So werden sie auch jetzt die Oberste Mühle noch offenhalten – angedacht ist allerdings, dass sie die Tage reduzieren. Auch Termine für Hochzeiten und Jubiläen nehmen Naumanns bis auf weiteres noch an. Und doch hoffen sie, dass sie die Gebäude in naher Zukunft in gute Hände weitergeben können. Ob es dann noch einen Restaurantbetrieb geben werde? „Es ist, auch wegen der Corona-Pandemie, eine schwierige Zeit für die Gastronomie“, sagt Hartmut Naumann. „Aber vielleicht gibt es auch alternative Ideen zur Nutzung der alten Mühle.“

Kontakt

Tel. (0 21 95) 3 02 91

oberste-muehle@t-online.de

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

386 Personen im Kreis sind infiziert
386 Personen im Kreis sind infiziert
Langjähriger Dirigent ist im Alter von 83 Jahren gestorben
Langjähriger Dirigent ist im Alter von 83 Jahren gestorben
Langjähriger Dirigent ist im Alter von 83 Jahren gestorben
Vereinsleben erlebt einen Neustart
Vereinsleben erlebt einen Neustart

Kommentare