Angebot seit 1. Oktober

Bürgerbus ist planmäßig in der Stadt unterwegs

Manfred Knappert gehört seit der Vereinsgründung zum Fahrerteam des Rader Bürgerbusses. Vom Busbahnhof aus gehen die Fahrten los. Fotos: Claudia Radzwill
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Manfred Knappert gehört seit der Vereinsgründung zum Fahrerteam des Rader Bürgerbusses. Vom Busbahnhof aus gehen die Fahrten los.

Wer seinen Führerschein abgibt, kann ein Jahr lang kostenlos mitfahren.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Ein Jahr lang kostenlos mit dem Radevormwalder Bürgerbus fahren. Das ist ein Angebot, das der Verein und die Stadtverwaltung seit dem 1. Oktober all denen machen, die aus Altersgründen ihren Führerschein abgeben wollen. In Gesprächen mit den Fahrgästen habe man erfahren, dass viele ihren alten Führerschein noch besitzen, berichtet Eberhard Wolff, Vorsitzende des Bürgerbusvereins. Dabei bekäme man bei Abgabe des Führerscheins das Angebot für ein „Aktiv60 Ticket“ der OVAG, mit dem man ein Jahr lang kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel im Kreis nutzen könne.

Allerdings müsse man dafür zum Straßenverkehrsamt in die Kreisstadt Gummersbach fahren. „Für viele, die noch mobil sind, ist das von Radevormwald aus schon eine halbe Weltreise,“ sagt Wolff. Die Senioren verzichten daher eher darauf. Das allerdings hat den Bürgerbusverein nicht losgelassen. Und dieser Tage konnte Pressesprecher Wolfgang Schneidewind verkünden: „Führerscheine können vor Ort beim Radevormwalder Ordnungsamt abgegeben werden – derjenige, der das nutzt, ist ab da berechtigt, für ein Jahr kostenlos im Rader Bürgerbus mitzufahren.“ Alle hoffen, dass viele Rader und Raderinnen das Angebot nutzen.

Die Abfahrtzeiten werden am Rader Busbahnhof digital angezeigt. Das „BB“ steht für Bürgerbus.

Der Bürgerbus fährt seit Juli wieder nach Fahrplan. Die Nachmittagsfahrten haben die ehrenamtlichen Busfahrer und Busfahrerinnen auch wieder aufgenommen. Im Corona-Lockdown ab Januar war der Bus nur nach einem abgespeckten Vormittagsfahrplan unterwegs. Seit September gibt es außerdem wieder die Möglichkeit, mit dem Bürgerbus am Sonntag zu den Gottesdiensten zu fahren.

Erfreulich: Viele Rader und Raderinnen nutzen nach wie vor den Bus. „Die Fahrgastzahlen bleiben stabil“, resümiert der Vorsitzende. Das gilt besonders für die regulären Touren. Das Angebot für die Fahrten zu den Kirchen werde derzeit noch verhalten angenommen. „Da war die Nachfrage vor Corona größer“, erklärt Wolff. „Gerade viele ältere Menschen sind noch vorsichtig, vermeiden größere Menschenansammlungen“, so sein Eindruck.

Der Kontakt mit den Fahrgästen macht viel Spaß.

Manfred Knappert, Bürgerbus-Fahrer

Der Verein hatte den Fahrplan vor einiger Zeit allerdings schon entschlackt. Die Abfahrten der Linien Honsberg und Dahlerau/Wuppermarkt gibt es nur noch auf Abruf – die Telefonnummer steht an den Haltestellen. „Es gab auf den Strecken zu viele Leerfahrten“, sagt Wolff. Nicht schön für den Fahrer und: „Nicht schön für die Umwelt.“ Da war bei den Ehrenamtlern ein Umdenken angesagt. Etwas Positives hatte dies auch für die Bürgerbusnutzer: „Da sich die Kosten für Treibstoff und Instandhaltung verringern, konnten wir zum 1. April sogar unsere Preise senken.“ Den Bürgerbus kann jeder nutzen, jung und alt. Es gibt sogar in jeder Sitzreihe eine USB-Auflademöglichkeit – das dürfte für die Jugend interessant sein.

Seit August steuert der Bürgerbus am Mittwochnachmittag auch wieder die Ortschaft Filde an. Viele Rader und Raderinnen nutzen diese Tour zu einem Ausflug – und verbinden die Fahrt mit einem Besuch im Landhaus Filde zu Waffeln, Kaffee und Kuchen, erzählt Eberhardt Wolff. Da die Kapazität im Bus auf sieben Plätze begrenzt und der Andrang an manchen Tagen sehr groß ist, müsse man sich für diese Tour vorher schon anmelden.

Fahrgäste nutzen den Bürgerbus für Arztbesuche oder Ausflüge - manchmal ist auch der zweite Bus gefordert

Erst kürzlich haben sich aus der betreuten Wohnanlage an der Wiesenstraße so viele Bewohner angemeldet, dass der Bürgerbusverein kurzerhand auch den zweiten Bus aus der Garage fuhr. Den Mercedes Sprinter 316 NGT aus dem Jahr 2011, der mit Erdgas fährt, gibt es nämlich auch noch – als Reservebus. Das neueste Gefährt wurde 2019 angeschafft, ein Mercedes Sprinter mit modernem Dieselantrieb.

Die Fahrgäste nutzen den Bus für Arztbesuche, Ausflüge und für den Einkauf. Der Bürgerbus fährt daher nicht nur die Innenstadt an, sondern auch den Aldi-Markt im Industriegebiet. Dort wird gewartet, bis alle wieder im Bus sind. Beim Ein- und Aussteigen zu helfen, ist für die Fahrer und Fahrerinnen selbstverständlich. „Der Kontakt mit den Fahrgästen macht viel Spaß,“ sagt auch Manfred Knappert, der seit den Gründungstagen mit dabei ist.

Bürgerbus

Regeln: Auch bei der Nutzung des Bürgerbusses gelten die Corona-Regeln. Die Maske ist Pflicht, beim Einstieg gibt es einen Desinfektionsspender.

Team: Neue Fahrer und Fahrerinnen sind immer willkommen.

Preise: Ein Einzelfahrschein kostet 1,50 Euro, eine Viererkarte 5,40 Euro. Kinder von sechs bis 14 Jahren zahlen 1 Euro. Schwerbehinderte mit amtlichem Ausweis und gültiger Marke werden kostenlos befördert.

Kontakt: Alle Kontaktdaten wie auch Fahrpläne und Preise finden sich an allen Haltestellen des Bürgerbusses sowie im Internet: www.buergerbus-radevormwald.de.

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