Abitur während der Pandemie

Abiturienten in Radevormwald können ihren Abschluss feiern

Lucas Korn und Naya Friese erzählen von einem ereignisreichen, coronabedingt steinigen Weg zum Abitur. Foto: Claudia Radzwill
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Lucas Korn und Naya Friese erzählen von einem ereignisreichen, coronabedingt steinigen Weg zum Abitur.

Nach coronabedingt zahlreichen Einschränkungen gibt es zumindest eine würdige Zeugnisübergabe

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Präsenzunterricht, Distanzunterricht, Maskenpflicht und vereinzelte Quarantäne – das hat den diesjährigen Abiturjahrgang des Theodor-Heuss-Gymnasiums begleitet. „Corona war seit dem vergangenen Frühjahr allgegenwärtig“, sagen Naya Friese und Lucas Korn. Jetzt hat der Jahrgang das Abitur hinter sich. Gefeiert werden soll der Abschluss auch. Dank der niedrigen Inzidenzen hat das Land NRW den Weg dafür frei gemacht.

In einer feierlichen Zeremonie und in Gruppen aufgeteilt wird das Zeugnis den Abschlussschülern an zwei Terminen, am Freitag und Samstag, 25. und 26. Juni, in der Aula im Schulzentrum an der Hermannstraße überreicht. „Lange wussten wir nicht, ob und wie eine Abschlussfeier überhaupt möglich ist“, sagt Naya Friese. Die sich freut, dass es nun doch einen festlichen Rahmen dafür gibt.

Keine Party, keine Mottowoche, keine Abschlussfahrt - auf eine kleine Feier müssen sie nicht verzichten

Am Samstagabend schließt sich eine kleine, interne Feier mit allen Abiturienten und Abiturientinnen und Lehrern im Restaurant Uelfetal an – unter Einhaltung strenger Hygiene- und Testmaßnahmen. „Ganz kurzfristig haben wir vom Betreiber Horst Schmitz eine Zusage für den Raum bekommen. Wegen Corona hatten wir vorher ja nichts geplant. Er kommt uns mit der Miete für Raum und Zapfanlage sogar entgegen“, berichtet die Abiturientin. „Dafür sind wir ihm sehr dankbar. Ohne ihn hätten wir so schnell keine Feier ermöglichen können.“

Als sie in die Oberstufe eintraten, hatten die Abiturienten und Abiturientinnen zum Abschluss noch einen großen Abi-Ball im Fokus. Naya Friese freut sich, dass sie jetzt wenigstens klein feiern können. Auch Lucas Korn freut sich darüber, allerdings: „Ich hätte auch gern einen großen Abi-Ball miterlebt – mit Band, mit Catering, mit Eltern. Das hätte es nur einmal gegeben.“

Die Abiturienten und Abiturientinnen 2021 haben auf vieles verzichten müssen. Keine Party, kein „Abi-Battle“ mit einer anderen Schule, keine Mottowoche, keine Abschlussfahrt. „Die Fahrt fehlte. Sie trägt immer zu einem stärkeren Stufenzusammenhalt bei“, sagt Naya Friese.

Abiturienten hätten sich leichtere Abiklausuren gewünscht

Dem Attribut „Corona-Abi“ können Naya Friese und Lucas Korn nichts abgewinnen. „Man hat uns in diesem Jahr nichts geschenkt“, stellen sie klar. War beim Jahrgang 2020, der „nur“ vier Wochen vor den Abschlussklausuren keinen Präsenzunterricht mehr gehabt habe, noch darüber gesprochen worden, dass man das Abitur ein wenig leichter machen solle, sei dies 2021 definitiv nicht der Fall gewesen. Ein bisschen Entgegenkommen hätte man sich schon gewünscht, sagt Lucas Korn. Andererseits könne nun niemand behaupten, das Abitur wäre aufgrund von Corona einfacher gewesen.

Naya Friese wird jetzt auf Lehramt studieren, Französisch und Geografie. Lucas Korn beginnt ein duales Studium im Facility Management mit technischem Schwerpunkt. Jetzt das Abitur zu haben, bedeute mit dem Thema Schule, mit dem Endspurt unter Corona-Bedingungen abschließen zu können. „Es war schon sehr anstrengend“, sagt Naya Friese. Im Gegensatz zu anderen Schulen habe man noch viel Präsenzunterricht gehabt.

Digitalität bringt neue Herausforderungen mit sich

„Dennoch wurden uns Steine in den Weg gelegt“, findet Lucas Korn. Der Online-Unterricht habe nicht immer reibungslos funktioniert. „Das lag nicht an den Lehrern, vielmehr an digitalen Problemen. Wenn man zehn Minuten einer Schulstunde braucht, um erst einmal alles ans Laufen zu bekommen, alle im Chat zu haben, dann hat man schon viel Zeit verloren.“ Es sei auch nicht immer einfach gewesen, sich zu Hause den Schulstoff selbst beizubringen. „Es fehlte die Dynamik des Unterrichts vor Ort. Die Dynamik, die einem Raum herrscht, wenn alle da sind,“ sagt Lucas Korn.

Klausuren zu schreiben mit FFP2- oder medizinischer Maske bei offenen Fenstern im Winter sei auch nicht immer einfach gewesen. Und die sozialen Kontakte haben gefehlt. Ein großes Lob gibt es von den Schülern für die Beratungslehrer der Stufe, Hannes Ettwig und Kristina Bickenbach. „Sie waren immer für uns da und haben uns super unterstützt –da sprechen wir für die ganze Stufe.“

Zeugnisübergabe

Die Abiturienten des Theodor-Heuss-Gymnasiums des Jahrgangs 2021 bekommen in der nächsten Woche in der Aula des Schulzentrums Hermannstraße ihre Abschlusszeugnisse. Dazu wurde der Jahrgang in vier Gruppen aufgeteilt: Die ersten Zeugnisübergaben findet am Freitag, 25. Juni, um 15 und 16.30 Uhr statt. Am Samstag folgen zwei weitere Gruppen um 10 und 11.30 Uhr. Zugelassen sind das Lehrerkollegium und die Eltern. Es gilt eine Masken- und Testpflicht.

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