Taekwondo

Rader Kampfsportler wird Deutscher Meister

Markus Hens errang in Münster den Titel und die Medaille des Deutschen Meisters im Taekwondo. Foto: Claudia Radzwill
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Markus Hens errang in Münster den Titel und die Medaille des Deutschen Meisters im Taekwondo.

Nach zwei Jahren Wettkampf-Coronapause gewinnt Markus Hens aus Radevormwald den Titel im Taekwondo.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Nach zwei Jahren Coronapause ging es für Markus Hens wieder in einem Wettkampf. Der Taekwondo-Sportler aus Radevormwald hat darauf hingefiebert. Am 9. April fuhr Hens nach Münster - und war erfolgreich. Er wurde Deutscher Meister im Taekwondo in der Masterklasse ab 45 Jahren.

Wieder an einem Turnier teilzunehmen, sei ein tolles Gefühl gewesen, sagt der Taekwondoin - so die korrekte koreanische Bezeichnung. „Nicht nur für mich, für alle. Wir waren alle motiviert. Die Wettkampfatmosphäre hat gefehlt.“ Bei den Deutschen Meisterschaften gewann Markus Hens souverän: Im ersten Kampf errang er einen 6:3-Sieg über seinen Gegner aus Tübingen. Das Finale entschied er mit einem klaren 10:2-Sieg für sich - gegen einen Gegner aus Lüdenscheid.

„Mit zwei Kollegen aus meinem Verein habe ich ein großes Ziel: die World Master Games in Japan.“

Markus Hens, Taekwondoin

Bei den Turnieren sind Westen und Kopfschutz mit Sensoren ausgestattet - die es ermöglichen, Treffer genau zu zählen. Punktrichter bewerten Fauststöße und Drehfiguren.

Drei Monate vor einem Wettkampf wird das Training intensiviert - dann stehen für Markus Hens an sechs Tagen in der Woche Einheiten an. Früher führte er ein Trainingstagebuch. „Daraus wurde im Laufe der Zeit ein taktisches Analysebuch.“ Dazu analysiert Hens auch Kämpfe der Spitzenleistungsklassen, die dank Streamings im Internet abrufbar sind. Kampftechnik und -taktik stehen beim Training auf dem Programm, außerdem Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit. Für die Deutsche Meisterschaft haben sich Markus Hens und ein Vereinskollege gegenseitig gecoacht. Sein Sportprogramm absolvierte der Taekwondoin dabei nicht nur in der Halle. Die Treppe zum Schulbusbahnhof an der Rader Mühlenstraße nutzte er für den Treppenlauf. Und er geht ins Sportstudio.

Dass man im Sport jetzt ein ganzes Stück weit wieder durchstarten kann, Erfolge feiern kann, das tue gut, sagt Markus Hens. Wegen der Corona-Pandemie fallen aber immer noch Wettkämpfe kurzfristig aus, werden verschoben oder ganz abgesagt. Ein wenig Wehmut schwingt daher in seiner Stimme mit, wenn er über Taekwondo als Wettkampfsport spricht. Denn ein großes internationales Turnier, auf das er sich freute, findet nicht statt. „Mit zwei Kollegen aus meinem Sportverein habe ich ein großes Ziel: Das ist die Teilnahme an den World Master Games in Japan“, erzählt Markus Hens. Mehrmals wurden die Spiele verschoben. Im Mai 2022 sollten sie endlich stattfinden. „Doch jetzt kam die Absage - da die Coronalage dort unwägbar ist“, sagt Markus Hens. „Für mich war das eine große Enttäuschung.“

Markus Hens ist leidenschaftlicher Taekwondo-Sportler, liebt den Wettkampf. Mit 13 Jahren begann er mit dem Kampfsport, heute ist er 51 Jahre alt. Er schaut aber optimistisch in die Zukunft: Irgendwann werde es zu den World Master Games gehen.

Rückblickend auf die letzten zwei Jahre sagt Markus Hens, der als Altenpfleger in Hückeswagen arbeitet: „Corona war für den Vereinssport eine Katastrophe.“ In den Hoch-Zeiten mit Lockdown und Kontaktbeschränkung ist er Inliner gefahren, hat den Treppenlauf weiter absolviert. Dann starteten die Übungsstunden wieder - unter strengen Hygienemaßnahmen. Aber immerhin.

Anfang 2020 befand sich sein Verein - die Taekwondo-Abteilung beim Polizeisportverein (PSV) Wuppertal - gerade in einer Umbruchphase. „Unsere Abteilung war gespalten, die Gruppe war kleiner geworden. Wir hatten uns neu aufgestellt“, sagt Markus Hens, der Sportler und Trainer ist. Dann wurde ihre langjährige Sportstätte wegen baulichen Mängel geschlossen, die Sportler weichen bis heute auf drei unterschiedliche Trainingsstätten aus. „Und Corona kam obendrauf.“ Das Training werde er jetzt etwas reduzieren, erklärt Markus Hens. Die Familie freut sich mit ihm über den Meistertitel, doch: „Jetzt gehört ihr erstmal wieder etwas mehr Zeit.“

Hintergrund

Erfolge: Markus Hens wurde im Taekwondo mehrmals Deutscher Meister. 2017 gewann er in seiner Alters- und Gewichtsklasse das Finale beim European Master Championship.
Ursprung: Die Kampfsportkunst Taekwondo hat ihren Ursprung in Korea - bestehend aus Formen und Kampf. Sie kam 1967 nach Deutschland. Wie in allen Budo-Sportarten gilt auch hier ein besonderer Ehrenkodex.

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