Stadtfest

Rader feiern sich mit viel guter Laune selbst

Beim Stadtfest war die Radevormwalder Innenstadt gut gefüllt.
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Beim Stadtfest war die Radevormwalder Innenstadt gut gefüllt.

Dreitägiges Stadtfest mit Jahrmarkt, Büdchen und Livemusik lockte viele Besucher in die City

Von Cristina Segovia-Buendía

Radevormwald. Wie lange hatten die Menschen darauf gewartet, endlich wieder Stadtfest in Radevormwald zu feiern: Drei Tage Halligalli im Ort, Freunde treffen, bummeln und Spaß haben.

Schon der Freitagabend machte deutlich, dass die Menschen in der Stadt nach langer Maskerade, Abstand und Hygieneregeln wieder Lust auf Geselligkeit hatten: Auf dem Marktplatz trafen sich alte Bekannte, die sich herzlich in die Arme fielen, vergnügt ins Gespräch eintauchten, zu Funk- und Soulmusik der Band „Talking Loud“ tanzten und mit vollen Bierbechern auf die schönen Seiten des Lebens anstießen.

„Für uns alle ist ein bisschen Spaß und Jahrmarkt das Salz in der Suppe des Lebens.“

Paul Schaffrath, Schausteller

Der Abend endete für die einen spät, die anderen kehrten am Samstagvormittag ausgeschlafen zurück, als Bürgermeister Johannes Mans das Stadtfest offiziell eröffnete, während einige in den Geschäften noch ihre Wochenendeinkäufe erledigten. Andere wiederum nahmen sich zum Nachmittag hin Zeit, um das Angebot unter die Lupe zu nehmen. Denn neben Grillbuden und Bierausschank waren auch noch andere Teilnehmer auf dem Fest vertreten. Schaustellerfamilie Schaffrath etwa brachte für den historischen Jahrmarkt wie schon vor Corona allerlei Buden mit: Entenangeln, Ballonschießen, Kinderkarussell und ein Verkaufsstand mit Zuckerwatte, Popcorn und Lebkuchenherzen unter anderem zierten die Kaiserstraße bis zur Einmündung in die Innenstadt.

„Der Freitag war etwas ruhiger, aber heute läuft es sehr gut“, freute sich Paul Schaffrath im Kassenhäuschen des Kinderkarussells „Baby Flug“. Untermalt von Kirmesmusik, hoben die kleinen bunten Flieger mit den jungen Nachwuchspiloten abwechselnd ab, während tiefenentspannte Eltern fröhlich Erinnerungsfotos mit dem Handy knipsten.

Jürgen Schaffrath, Chef der umtriebigen Schaustellerfamilie, hatte an der Zuckerwattemaschine einen anderen Eindruck vom diesjährigen Stadtfest. „Freitag war es ganz okay für den Start, der Samstag läuft etwas bescheidener für uns.“ Dennoch zeigte sich der Schausteller nach der schweren Pandemie-Auszeit zufrieden. „Man merkt, dass es den Leuten gefehlt hat. Für uns alle ist ein bisschen Spaß und Jahrmarkt das Salz in der Suppe des Lebens“, urteilte Schaffrath.

Auf der Außenterrasse von Armin Werkers Geschäft tobte am Samstagnachmittag trotz zwischenzeitlichem Regenschauers das Leben, während der Markt im Vergleich zu Freitagabend deutlich verwaister aussah. Außer den Ausschankbetrieben hielt noch Jürgen Fischer am Mikrofon auf der Bühne die Stellung, um die Verlosung durchzuführen. Die anstehende Bratwurstlotterie wurde aufgrund der nassen Dusche von oben und der mageren Publikumsresonanz spontan auf Sonntag verschoben.

Auch Anne Ley, Helmut Stoffel und Birgit Rabanus ließen sich vom Regenguss nicht aus der Fassung bringen und harrten an ihrer hübsch dekorierten Weinbude mit blau-weiß-roten Girlanden aus. Die Mitglieder des französischen Städtepartnerschaftskomitees Châteaubriant schenkten französischen Wein aus und freuten sich, endlich wieder beim Stadtfest dabei sein zu können. „Heute läuft es ein wenig ruhig“, urteilte Stoffel mit einem Glas Rosé in der Hand.

Der jahrelange Verzicht auf das Stadtfest hatte auch bei ihnen große Vorfreude geweckt. „Man ist das ja kaum noch gewöhnt.“ Ihr Stand sei immer sehr erfolgreich angenommen worden und auch in diesem Jahr gaben sich die drei zuversichtlich zum Abend hin, besonders aber auch am Sonntag mehr Kunden mit einem köstlichen Tropfen aus dem Nachbarland zu beglücken. „Wir sind einfach alle froh, wieder einen Stand zu haben, wieder dabei zu sein“, betonte Stoffel, dessen Verein in diesem Jahr während des anstehenden Weinfestes im Juni das 40-jährige Bestehen des Städtepartnerschaftskomitees nachfeiern will.

Stadtfest in Radevormwald

Stadtfest in Radevormwald
Stadtfest in Radevormwald © Michael Schütz
Stadtfest in Radevormwald
Stadtfest in Radevormwald © Michael Schütz
Stadtfest in Radevormwald
Stadtfest in Radevormwald © Michael Schütz
Stadtfest in Radevormwald
Stadtfest in Radevormwald © Michael Schütz
Stadtfest in Radevormwald
Stadtfest in Radevormwald © Michael Schütz
Stadtfest in Radevormwald
Stadtfest in Radevormwald © Michael Schütz
Stadtfest in Radevormwald
Stadtfest in Radevormwald © Michael Schütz
Stadtfest in Radevormwald
Stadtfest in Radevormwald © Michael Schütz
Stadtfest in Radevormwald
Stadtfest in Radevormwald © Michael Schütz
Stadtfest in Radevormwald
Stadtfest in Radevormwald © Michael Schütz
Stadtfest in Radevormwald
Stadtfest in Radevormwald © Michael Schütz
Stadtfest in Radevormwald
Stadtfest in Radevormwald © Michael Schütz
Stadtfest in Radevormwald
Stadtfest in Radevormwald © Michael Schütz
Stadtfest in Radevormwald
Stadtfest in Radevormwald © Michael Schütz

Wesentlich mehr Verkehr und lange Warteschlangen verzeichnete ein Novum auf dem Stadtfest: Marcel Jaquinet und Yvonne Witt vom Rassegeflügelzuchtverein (RGZV) Radevormwald hatten auf der unteren Kaiserstraße in der Innenstadt ein kleines Holzhäuschen aufgestellt, in dem sie ihre zutraulichen Hennen und süßen Küken zum Anfassen präsentierten. Das Haus mit den entsprechenden Apparaturen, dem Schlupfbrüter und dem heiteren Kükenstall füllte sich schnell mit begeisterten kleinen Kindern, die neugierig die flauschigen Hennen und ihrem niedlichen Nachwuchs streicheln wollten. „Oh, wie flauschig ist die denn?“, wunderte sich ein kleiner Junge, während er zart und vorsichtig das silberfarbige Zwergseidenhuhn auf Yvonne Witts Arm streichelte. „Fast so flauschig wie ein Kaninchen, nicht wahr?“, erwiderte daraufhin Witt amüsiert. Aufgefordert waren die Kinder Namensvorschläge für die Küken auf eine Fensterscheibe des Stalls zu schreiben.

Namenskreationen wie „Küki“, „Glubschi“, „Leni“, „Schneeweischen“ oder „Glitza“ waren darauf zu lesen. Mit dem regen Andrang hatten die Hobbyzüchter wahrlich nicht gerechnet, wie auch Marcel Jaquinet im Gespräch verriet: „Diese Resonanz haben wir nicht erwartet. Eltern und Großeltern waren mit ihren Kindern und Enkeln hier und sind völlig begeistert von den Küken“, freute sich Jacquinet. Am Abend schließlich, als die Band Beatify die Bühne stürmte und ihr Live-Comeback feierte, füllte sich erneut der Marktplatz mit Hunderten Besuchern. Das freute sogar die Musiker, die am Morgen darauf in ihren sozialen Netzwerken von einem „unvergesslichen Abend in Radevormwald“ schwärmten.

Dem diesjährigen Stadtfest bescheinigte auch Einzelhändler Armin Werker während des verkaufsoffenen Sonntags eine sehr gute Note. „Die Stadt ist seit 10.30 Uhr voll und auch als die Geschäfte um 13 Uhr öffneten, war viel los in der Stadt. Die Leute sind einfach gut drauf und freuen sich, dass wieder Stadtfest ist.“

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