Erneuerbare Energien

Rade liegt bei Windkraft im Kreis vorn

In Radevormwald stehen bereits sechs Windräder  – drei davon hier im Bild. Ob es mehr werden sollen, wird nun geprüft.
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In Radevormwald stehen bereits sechs Windräder – drei davon hier im Bild. Ob es mehr werden sollen, wird nun geprüft.

Sechs Windräder gibt es schon – Und es könnten noch mehr werden.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Es beherrscht die Schlagzeilen: Deutschland will so rasch wie möglich seine Abhängigkeit von russischem Gas beenden. Gleichzeitig soll wegen des Klimawandels Strom aus unschädlichen Quellen erzeugt werden. Dabei werden die erneuerbaren Energien wie Solar- und Windkraft eine wichtige Rolle spielen. Das Statistische Landesamt NRW hat mit aktuellen Zahlen aufgezeigt, dass der Anteil an Strom in NRW noch ausbaufähig sei. In der ersten Jahreshälfte 2022, so rechnete die Behörde vor, stammten 9,6 Prozent der Gesamteinspeisung von Strom (insgesamt 58.612 Gigawattstunden) aus Windenergie.

Dabei ist der Oberbergische Kreis im Vergleich zu anderen Regionen auf einem guten Weg. Und Radevormwald ist unter den Kommunen in Oberberg sozusagen der Musterschüler. Von den 24 Windkraftanlagen im Kreisgebiet stehen sechs in der Bergstadt. Es folgen mit jeweils drei Rädern Wipperfürth und Morsbach. Je zwei Anlagen stehen in Hückeswagen, Marienheide, Gummersbach und Reichshof. In Engelskirchen, Bergneustadt, Waldbröl und Nümbrecht steht bislang jeweils nur ein Rad – und in Wiehl und Lindlar wird noch gar keine Windenergie produziert.

Während in fast allen oberbergischen Städten und Gemeinden also die Rotoren schon Strom erzeugen, sieht es im benachbarten Rheinisch-Bergischen Kreis noch mau aus. Gerade mal zwei Windräder gibt es dort im gesamten Gebiet, eines in Wermelskirchen und eines in Leichlingen.

Es gibt allgemein noch einige technische Hürden bei der Nutzung von Windkraft.

Florian Weiskirch, SWR-Geschäftsführer

Die Stadt Rade lässt nun prüfen, ob weitere Windkraftanlagen errichtet werden können. „Am kommenden Montag ist der Start, dann sitzen wir von der Verwaltung mit dem federführenden Büro zusammen“, kündigt Burkhard Klein an, Leiter der Ämter für Stadtplanung und Bauaufsicht bei der Verwaltung.

Die bislang ausgewiesene Fläche für Windenergie beträgt 0,26 Prozent des Stadtgebietes, rund 139.000 Quadratmeter, und stammt noch aus 1998 „unter der Annahme von Windkraftanlagen mit einer Rotorhöhe von 60 bis 80 Metern.“ Im Bereich Feldmannshaus könnten auf 27.500 Quadratmetern und in Wönkhausen auf 111.500 Quadratmetern Windkraftanlagen installiert werden. Die Städte Wipperfürth, Hückeswagen und Wermelskirchen haben gemeinsam eine Analyse für das Potenzial der Windkraft in Auftrag gegeben. Der Energieversorger BEW trägt 40 Prozent der Kosten, den Rest teilen sich die Städte.

Ist im Falle von neuen Rädern mit Widerstand von Anwohnern zu rechnen? „Das wird sich dann zeigen“, meint Burkhard Klein. „Als die ersten Räder gebaut wurden, waren die Nachbarn nicht begeistert, es gab da auch einige Verfahren.“

„Wenn die Analyse ergibt, dass es auf Rader Gebiet noch Potenzial für Windenergie gibt und die entsprechenden Flächen vorhanden sind, dann wären die Stadtwerke die Letzten, die etwas dagegen hätten“, sagt Florian Weiskirch, der Geschäftsführer der SWR. Dann wäre es seiner Meinung am sinnvollsten, wenn die Stadtwerke die Windkrafterzeugung auch selber in die Hand nähmen. „Es gibt allgemein noch einige technische Hürden bei der Nutzung von Windkraft, bei der Speicherung der Energie wird noch nach Lösungen gesucht“, erläutert Weiskirch. Auch seien aktuell Turbinen schwer lieferbar, dennoch seien die Stadtwerke für das Thema offen.

Hintergrund

Landesziel: Bis zum Jahr 2026 hat sich das Land Nordrhein-Westfalen ein Flächenziel von 1,1 Prozent und 1,8 Prozent bis 2032 vorgenommen. Um diese Ziele zu erreichen, soll unter anderem die bislang geltende Abstandsregelung von 1000 Meter zur Wohnbebauung gelockert werden.

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